Evangelische Kirchengemeinde und Verein für Heimatgeschichte Nordheim unterwegs nach Rheindürkheim
Ausflügler nahmen viele neue Eindrücke mit nach Hause
Herzlich wurden die Nordheimer in Rheindürkheim begrüßt. Foto: oh
NORDHEIM - Vor genau 200 Jahren wurde die Nordheimer Simultankirche mit einem Querschifflanghaus erweitert. Aus diesem Anlass hat die Evangelische Kirchengemeinde Biblis-Nordheim und der Verein für Heimatgeschichte Nordheim einen Nachmittagsausflug in das benachbarte Rheindürkheim und nach Albisheim unternommen. In Rheindürkheim wurde die große Busgesellschaft vom Landtagsabgeordneten, Ortsvorsteher und Kirchenvorstandsmitglied Adolf Kessel sowie dem Vorsitzenden der Ortsgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft Oskar Ristau mit seiner Frau Gudrun herzlichst willkommen geheißen. Kessel erklärte eingehend seine Simultankirche mit ihrem St. Peterpatrozinium und der über dem ehemaligen Eingang angebrachten Reliefskulptur des heiligen Andreas. Die Kirche wurde von 1775 bis 1778 an Stelle einer Vorgängerkirche in barockem Stil erbaut. Ihr Grundriss mit einem überproportional großen Chorbereich war sie eng an den Grundriss der früheren Nordheimer Kirche angelehnt. Damals hat der reformierte Nordheimer Pfarrer Friedrich Karl Wilhelmy, zu dessen Pfarrei noch Hofheim und Bobstadt gehörte, zusätzlich noch die Pfarrei Rheindürkheim mit ihrem Kirchenbau mitbetreut. Er konnte dies dank des damaligen Fährbetriebs über den Rhein, entfernungsmäßig gut absolvieren. Mit zahlreichen Informationsschriften in Händen und beschenkt mit einer nagelneuen Rheindürkheimer Fahne für den Fährhausturm verabschiedeten sich die Nordheimer dankbar von ihren Freunden in Rheindürkheim zur Weiterfahrt nach Albisheim im Zeller Tal. Der evangelische Pfarrer Volker Jakob erwartete dort die Nordheimer schon am Rande seines Kirchhofes. Wie Biblis, Wattenheim und Nordheim war auch Albisheim ein beachtlicher, fränkischer Königshof. Erstmals erwähnt 835 in einer Schenkung Kaiser Ludwig des Frommen an das Kloster Prüm. Nur ein Jahr später wurden Biblis, Wattenheim und Nordheim/Burg Stein mit Schenkungen an das Kloster Lorsch beschrieben. Das Kloster Prüm gab in der Folgezeit Albisheim als Lehen an die ältere Linie der Grafen von Leiningen, von denen es später an die Grafen von Nassau-Weilburg gelangte. Größte Verblüffung löste der Rundgang um die große, imposante, ebenfalls St. Peter geweihte Kirche mit einem Querschifflanghaus aus. Sie wurde 1792 in klassizistischem Baustil errichtet unter Verwendung älterer Mauerteile im Turm. Aus der Vorgängerkirche hat die Kirche heute noch ein reich verziertes Sakramentshäuschen, so wie den ornamentierten Taufstein. Besonders ausgezeichnet ist das Albisheimer Gotteshaus mit einer Orgel der berühmten rheinhessischen Orgelbauerdynastie Stumm, die von der Organistin Ursula Althoff kurz angespielt wurde. Pfarrer Jakob hat sehr zuvorkommend den Nordheimer Bus nach Einselthum begleitet und dort noch den Besuch der jüngst renovierten Kapelle ermöglicht. Die barocke kleine Kapelle war im Lauf der Zeit durch zu zahlreiches Gestühl und andere Ausstattungsstücke um ihre Wirkung gebracht. Ganz lebendig und begeistert berichtete er davon, wie es gelang mit Hilfe einfühlsamer Architekten, der Kirche wieder ein feierliches Raumgefühl zu geben. Beim gemeinsamen, gemütlichen Abendessen in Wellers Weinhäusel wurden noch lange in fröhlicher Runde die neuen Eindrücke verarbeitet. zg