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  • Di., 08. März 2022, 08:34 Uhr
    ORTSERKUNDUNG: Verein für Heimatgeschichte leitete Rundgang mit der 3. Klasse 

    Außerschulisches Projekt kam bei den Kindern gut an

    Lebendige Geschichte mit Gisela Gibtner (im Bild), Günter Mössinger und Ursula Diaz stand bei der Ortserkundung der 3. Klasse der Steinerwaldschule auf dem Stundenplan. Foto: Hannelore Nowacki


    NORDHEIM – Das schöne Frühlingswetter am Freitagvormittag war wie bestellt für die Ortserkundung. Den Ort, in dem man wohnt oder zur Schule geht, mit seiner Geschichte näher kennenzulernen, das stand auf dem Stundenplan der 3. Klasse der Steinerwaldschule. Die Idee ihrer Lehrerin zu diesem besonderen Unterricht fand beim Verein für Heimatgeschichte sofort Anklang und so erlebten die Mädchen und Jungen Nordheim aus historischer Sicht mit zum Teil heute noch erkennbaren Spuren und Bauwerken. Hat es den Kindern gefallen? Die Antwort kam auf dem Friedhof einmütig mit einem fröhlichen Ja. Und gab es etwas, was ihnen am besten gefiel? Alles war gut, waren sich die Kinder einig. Etwa die Hälfte der Ortserkundung hatten die Kinder hinter sich, eine kleine Pause mit Stärkung wurde eingelegt, dann war Zeit für die nächste Station am früheren Amtmannsgarten, der heute ein landwirtschaftlicher Betrieb ist. Hier hatte Ursula Diaz als „Amtsmanns Settche“ in historisch passender Kleidung ihren Auftritt und erzählte in Ich-Form wie das Leben hier früher war. Eigentlich hieß die kinderfreundliche Dame Lisette Steppes (1791-1876), so ist es auch auf einer Tafel neben dem Grabkreuz auf dem Friedhof zu lesen, wenn man sie im Kirschlorbeer entdeckt hat. Auch Gisela Gibtner hatte sich in historisch anmutender Kleidung für den Rundgang schick gemacht. Auf dem Friedhof berichtete sie von einer Typhus-Epidemie mit über 65 Toten, die Nordheim 1794 heimsuchte. Aufmerksam hörten die Kinder zu, auch als Günter Mössinger und Gisela Gibtner zu den einzelnen Soldatengräbern Auskunft gaben. Im zweiten Weltkrieg sei der Rheinübergang umkämpft gewesen, Soldaten aus allen Teilen Deutschlands fanden den Tod, von einigen ist bis heute der Name unbekannt. Auch im Museum war der Zweite Weltkrieg ein Thema, das die Kinder angesichts der aktuellen Bilder aus der Ukraine bewegte. Der Bibliser Ortsteil Nordheim hat historisch viel zu bieten, manches ist auf den ersten Blick sichtbar, anderes ist will entdeckt und erzählt werden. Beim Verein für Heimatgeschichte wird das Wissen nicht nur mit Begeisterung gepflegt und gerne im Burg-Stein-Museum und bei anderen Gelegenheiten vor Ort weitergegeben, die ehrenamtlichen Heimatforscher mit dem Vorsitzenden Günter Mössinger an der Spitze finden und erarbeiten sich immer wieder Neues aus vergangenen Zeiten. Beim neuesten außerschulischen Projekt unternahmen Günter Mössinger, Gisela Gibtner und Ursula Diaz mit den Kindern der 3. Klasse der Steinerwaldschule und ihrer Vertretungslehrerin Johanna Ding einen Ausflug in die Nordheimer Geschichte, der morgens im Burg-Stein-Museum mit einem Rundblick und Erläuterungen im großen und kleinen Museumsraum anfing und gegen Mittag auf dem Rückweg zur Schule am Steiner Jägerhaus zu Ende ging. Da die Kinder aus Wattenheim ihren Bus erreichen mussten, waren sie pünktlich zurück. Hannelore Nowacki 

     

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