
LAMPERTHEIM – Von 15. bis 17. November fanden in Kreisau (Polen) die Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Versöhnungsmesse statt. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Polen, Deutschland und weiteren Ländern war auch Bürgermeister Gottfried Störmer als Vertreter der Partnerstadt Lampertheim. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten am Samstag stand ein ökumenischer Gottesdienst, den Bischöfe der Römisch-Katholischen, der Evangelischen und der Evangelisch-Augsburgischen Kirche gemeinsam zelebrierten. Bischof Ignacy Dec und Bischof Waldemar Pytel leiteten die Liturgie und erinnerten daran, dass die zwischen Premierminister Tadeusz Mazowiecki und Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahr 1989 ausgetauschte Friedensgeste ein Symbol der Vergebung und des Brückenbaus über historische Spaltungen hinweg darstellte.
Um die Feierlichkeiten wurde eine Tagung mit Vertreterinnen und Vertretern deutscher und polnischer Regierungen, Kommunalvertretern, Organisationen und Institutionen organisiert, in der darüber diskutiert wurde, wie weit sich die deutsch-polnische Freundschaft entwickelt hat. Braucht sie weitere Unterstützung, ist sie ein Selbstläufer mit großem Potenzial geworden oder ist sie unspektakuläre Routine? An diesen spannenden Fragen hat auch der Lampertheimer Verwaltungschef teilgenommen. Störmer führte aus, dass er sich wünscht, dass zwischen Polen und Deutschland ein barrierefreier Austausch zwischen jungen Leuten beider Staaten ermöglicht wird, der nicht an finanziellen Grenzen scheitern darf. So habe beispielsweise die Lampertheimer Alfred-Delp-Schule in der Vergangenheit wiederholt Fahrten nach Kreisau unternommen, um sich dort mit gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern auszutauschen. Diese Treffen führten laut Störmer zu interessanten Erkenntnissen und noch heute bestehenden Kontakten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für den Lampertheimer Bürgermeister ist es wichtig, diesen Austausch mit der Partnerstadt Swidnica fortzuführen und den jungen Menschen den Blick in das östliche Nachbarland zu ermöglichen. Sein polnischer Amtskollege Bartolomei Strozik pflichtet ihm im Verlauf der Tagung bei: „Jede Generation muss stets aufs Neue Anstrengungen unternehmen, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Öffnet Türen, reißt Mauern nieder, baut Brücken.“ zg
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