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  • Sa., 02. November 2013, 11:46 Uhr
    Straubing Tigers gewinnen mit 4: 0 Toren in in Mannheim / Wiedergutmachung am Sonntag gegen die DEG?

    Autsch! Das tat weh! Adler mit bitterer Heimniederlage

    Wie hier Adler-Stürmer Christoph Ullmann war am Freitag die gesamte Mannheimer Mannschaft am Boden. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH In der Deutschen Eishockey Liga verloren die Mannheimer Adler am Freitagabend mit 0:4 (0:0/0:3/0:1) gegen die Straubing Tigers. Der Sieg der Niederbayern geht in Ordnung, weil die Tigers nach den vielen Pleiten der vergangenen Wochen nun mit frisch verpflichteten Cracks einen Neuanfang machen wollten. Sie kämpften und rackerten daher beherzt und wollten den Sieg mehr wie die Mannheimer. Damit ist der Punktegewinn für die Tigers letztlich verdient. Dennoch fiel der Sieg der Niederbayern viel zu hoch aus und täuscht über das Kräfteverhältnis auf dem Eis. Doch im Eishockey zählen nun mal Tore und nicht Chancen. Und da sind wir auch schon beim Kern des Adler-Problems, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison zieht: Die Mannheimer brauchen einfach zu viele Gelegenheiten um Tore zu machen. Andere, wie am Freitag Straubing, sind da cleverer und kaltschnäuziger. Eine Statistik belegt das Gesagte. So schossen die Badener 39 mal auf gegnerische Tor, die Straubinger hingegen nur 17 mal aufs Mannheimer. Doch markierten die Tigers vier Treffer, die Adler keinen einzigen. Viele der Mannheimer Torjäger treffen einfach nicht und sind ein Schatten vergangener Tage bzw. der letzten Spielzeiten. Zu nennen sind hier etwa Yanick Lehoux (bisher nur 1 Tor) oder Martin Buchwieser (3 Tore). Doch muss festgehalten werden, in erster Linie ist dies ein kollektives Problem des Teams, nicht die Schwäche nur einzelner Akteure.

    Ein anderes Problem ist sicher auch, die Mannheimer nehmen so genannte Underdogs häufig nicht ernst, kämpfen zu wenig und wundern sich dann, wenn sie zurückliegen. Dabei sollte es sich längst in der DEL herumgesprochen haben, dass es keine leichten Spiele und sichere Punktgewinne mehr gibt. Und so kam beim Match gegen die Tigers auch der Hochmut der Adler vor den Fall. Es war aber sicher auch so ein Tag, bei dem bei den einen, den Straubingern, alles gelingt, während bei den anderen, den Mannheimern gar nichts klappte. Auffällig nur bei den Adlern, wie schon gegen die Kölner gibt es so ein Moment, von dem an nicht mehr viel oder exakter, gar nichts mehr bei den Badenern zusammenläuft, dann bricht das Team völlig auseinander. Hier fehlt einfach die Stabilität und Konstanz und viellecht auch der Wille, um eiskalt zurück zu schlagen.

    Nachdenklich stimmt übrigens auch, dass vor dem Match jeder vor der Straubinger Top-Reihe mit Meunier, Germyn und Down gewarnt hat, die im bisherigen Saisonverlauf die Hälfte aller Straubinger Tore erzielt hatte. Aber Mannhiem war nicht in der Lage gewesen, dieses zu stoppen, denn diese Formation markierte drei Tore. Ergänzt werden muss noch, dass die Straubinger am Freitag mit Jason Bacashihua den eindeutig stärkeren Torhüter in ihren Reihen hatten der mit seinen weltklasse Paraden nicht nur den Sieg der Tigers festhielt, sondern auch noch ein “zu Null” erreichte. Dennis Endras hatte dagegen nicht seinen besten Tag – wie das gesamte Adler-Team.

    Zur Chronologie:

    1. Drittel:

    Straubing mit einem couragierten, beherzten Beginn. Mit viel Offensivdrang waren es zunächst die Niederbayern, die die Akzente setzten. Besonders die Paradereihe mit Carsen Germyn, Laurent Meunier und Blaine Down tauchte immer wieder gefährlich vor Mannheims Torsteher Dennis Endras auf. Wobei die Adler keineswegs passiv agierten, sondern ihrerseits die Offensive suchte. So entwickelte sich ein sehr schönes Eishockey-Match mit Chancen auf beiden Seiten. So war es in der 10. Minute Adler-Verteidiger Florian Kettemer, der knapp verpasste. Nur eine Minute vergab Mannheims Kanadier Ken Magowan aus aussichtsreicher Positon. Auf der anderen Seite fand Tigers-Stürmer Sandro Schönberger in der 13. Minute in Dennis Endras seinen Meister. So unterhaltsam bzw. abwechslungsreich ging es von einem Tor zum anderen. Das einzige was fehlte, waren Treffer. So ging es mit dem leistungsgerechten 0:0 in die Kabinen.

    2. Drittel:

    Der zweite Abschnitt hatte kaum begonnen, da zappelte nach 32 Sekunden der Puck auch schon im Adler-Gehäuse. Blaine Down hatte das 1:0 für die Niederbayern erzielt. In der Folge erwachten die Adler und legten eine Schippe drauf, ohne sich wirklich ganz gefährliche  Chancen zu erarbeiten. Aber immerhin, sie waren dominierend und machten das Spiel. Die kalte Dusche dann in der 33. Minute als Rene Röthke glücklich zum 2:0 für die Tigers traf. Nun waren die Mannheimer geschockt und kurzzeitig restlos konfus. Die Straubinger nutzten diese Schwächephase in der 34. Minute zum 3:0 durch Blaine Down. Nun nahm Adler-Coach Harold Kreis eine Auszeit, um Ruhe ins Team zu kriegen. Im Anschluss die Adler wieder mit dem Vorwärtsgang, aber es sollte bis zur Pausensirene kein Treffer mehr fallen.

    3. Drittel:

    Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Adler-Kapitän Marcus Kink eine riesige Chance, doch vereitelten Glücksgöttin Fortuna und Torsteher Jason Bacashihua den längst verdienten Anschlusstreffer für Mannheim. Natürlich rannte den Blau-Weiß-Roten jetzt die Zeit davon und die Tigers agierte mit großem Selbstbewusstsein durch ihre drei geschossen Tore. Als in die Mannheimer Bemühungen hinein dann in der 47. Minute das 0:4 durch Laurent Meunier fiel, war die Partie gelaufen und der Rest war sportlich gesehen belangloses Schaulaufen. Ein Höhepunkt der anderen Art passierte dann vier Minuten vor Spielende. Es entwicklete sich nämlich ein heftiger Faustkampf zwischen dem Mannheimer Matthias Plachta und dem Straubinger Sean Sullivan, den der  Adler gewann und den Tiger verprügelte. Eine Minute vor Schluss gerieten sich dann noch der Straubinger Peter Flache und Adler Ken Magowan in die Haare, auch sie mussten hinaus. Auch dann kehrte keine Ruhe auf dem Eis ein und es gab weiter, teils heftige Rangelein, wobei diese ganzen Aktionen unter der Kategorie Mannheimer Frustfouls zu verbuchen sind.

    Ausblick: Am Sonntag haben die Adler erneut ein Heimspiel, Gast ist dann die Düsseldorfer EG. Verletzt sind weiterhin die Verteidiger Christopher Fischer und Dominik Bittner (höchstwahrscheinlich)  sowie die Stürmer Kai Hospelt und Jon Rheault.

    Mannheim : Straubing 0:4 (0:0/0:3/0:1)

    Tore:  0:1 (20:32)  Down (Meunier/Sullivan) -  EQ; 0:2 (32:01) Röthke (Sullivan/Wörle) – EQ; 0:3 (33:25) Down (Germyn/Meunier) – EQ; 0:4 (46:56) Meunier (Endraß/Sullivan) – EQ;

    Zuschauer: 10.500

    Torschüsse: Mannheim 39 – Straubing 17

    Strafen: Mannheim 12 + jeweils 10 Min für PLachta, Magowan, Buchwieser – Straubing: 12 Min + 10 Min jeweisl für Canzanello, Sullivan, Flache

    Schiedsrichter: Brüggemann / Sergeev

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Brückmann) – Sifers, Wagner, Reul, Vernace, Goc, Kettemer  – Höfflin, Ullmann, Hecht, Magowan, Lehoux, Arendt, Buchwieser, Kink, Gamache, Höfflin, El-Sayed, Plachta, Mauer

    Straubing: Bacashihua (Guryca) -  Hendry, Ondruschka, Canzanello, Sullivan, Kramer, Osterloh, Sturm – Germyn, Meunier, Down, Röthke, Beech, Wörle, Schönberger, Brandl, Brandt, Endraß, Flache, Dotzler

    Wie hier Adler-Stürmer Christoph Ullmann war am Freitag die gesamte Mannheimer Mannschaft am Boden.  Foto: Gernot Kirch
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