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Mo., 02. Oktober 2017, 10:36 Uhr
15.500 Euro von Sparkassen Worms-Alzey-Ried, Bensheim und Starkenburg gespendet
AWO-Schuldnerberatung – viele Schuldner, weniger Geld
Die Sparkassen helfen der AWO-Schuldnerberatung seit 23 Jahren mit einer jährlichen, großzüigigen Spende. Auch diesmal war die Freude groß. Gemeinsam spendeten die drei Sparkassen im Kreis Bergstraße 15.500 Euro. Im Bild (von links): Leiter der AWO-Schuldnerberatung Peter Kellermann, Klaus Thieme (Sparkasse Starkenburg), Andrea Dietzel (Sparkasse Bensheim), Martina Desch (Filialleiterin der Sparkasse Bürstadt), Fachberaterin Melanie Schilling und Wolfhard Hensel (Vorstand der Sparkasse Worms-Alzey-Ried). Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Peter Kellermann ist froh, dass die Sparkasse Worms-Alzey-Ried, die Sparkasse Bensheim und die Sparkasse Bensheim jedes Jahr wieder die Arbeit der AWO-Schuldnerberatung Bergstraße mit einem großzügigen Spendenscheck unterstützen. Der Leiter der AWO-Schuldnerberatung Bergstraße in der Nibelungenstraße 164 nahm die Spendenübergabe zum Anlass, den Vertretern der Sparkassen eine Arbeitsbilanz des letzten Jahres vorzulegen, die deutlich machte, dass die Spende in Höhe von 15.500 Euro für die Präventionsarbeit unerlässlich ist. Wolfhard Hensel vom Vorstand der Sparkasse Worms-Alzey-Ried erinnerte sich gerne, dass er seit 23 Jahren zur Spendenübergabe kommt. Kellermann erkennt in dieser Spendenhöhe auch eine Wertschätzung der Arbeit, die durch Umstrukturierungen der Schuldenberatung durch den Kreis Bergstraße nicht einfacher geworden sei. Waren früher alle vier Jobcenter zu betreuen, sind es jetzt nur zwei, das Jobcenter in Bürstadt und Mörlenbach. Drei Schuldnerberatungen müssen sich die Arbeit teilen, die AWO, die Caritas und das Diakonische Werk. Der Kreis habe wohl eine Monopolstellung der AWO befürchtet. Dabei hatten die Ratsuchenden Schuldner stets Wahlfreiheit, wandte Kellermann ein. Eine positive Entwicklung gab Kellermann an, nach elf Jahren Abstinenz beteilige sich das Land Hessen wieder an der Finanzierung. Die Nachfrage sei gestiegen, die Wartezeiten hingegen nicht. Mit der Abschaffung der Warteliste und der Einführung von Telefonzeiten sei die Beratung zügiger geworden, in Notfällen werde sofort ein Termin vergeben. 2016 haben 412 Klienten Rat gesucht, besonders groß ist die Altersgruppe der 25- bis 50-Jährigen mit 68 Prozent an allen Fällen vertreten. Die 50- bis 65-Jährigen sind mit 25 Prozent in der Minderzahl, Rentenbezieher sind nur 7,8 Prozent. Ein Schwerpunkt der Arbeit seit 2016 sind Schuldner mit Erwerbseinkommen, häufig ehemalige Selbständige. 2016 wurden 100 Insolvenzanträge gestellt. Ein denkwürdiges Jubiläum gab es auch: Die AWO-Schuldnerberatung zählte den 1000. Insolvenzantrag in ihrer Geschichte. 570 Verfahren laufen noch. Zusammen mit der Nachbetreuung werden die Schuldner bis zu 10 Jahre begleitet. Nur drei bis vier Prozent der Verfahren scheitern, wobei häufig nur scheinbare Kleinigkeiten ursächlich sind wie eine vergessene Umzugsmitteilung. Für einige Dienstleistungen, die der Gesetzgeber zwar vorsieht, erhält die AWO-Schuldnerberatung jedoch keine Bezahlung. Fachberaterin Melanie Schilling berichtete von der erfolgreichen Präventionsarbeit, die dank der Sparkassen-Spenden fortgeführt werden kann. Keller lobte diese Präventionsarbeit, die auch von Fachberaterin Heike Bamberger mitgetragen wird: „Die beiden haben sehr viel auf die Beine gestellt“. In festen Kooperationen mit Schulen im Kreis Bergstraße, in Lernhilfeschulen bis zu Gymnasien, sind Projekte und Programme bewährt wie das Simulationsspiel „Anton Azubi“. Regelmäßiges Taschengeld hält Schilling für den eigenverantwortlichen Umgang mit Geld für sehr wichtig, leider würden zunehmend viele Eltern Geld auf Nachfrage geben. Kellermann hält die frühe Prävention schon im Kindergarten für möglich. Hannelore Nowacki