Martin-Luther-Gemeinde beschreitet mit „GüGos“ und regelmäßigen Abendgottesdiensten neue Wege
Balance zwischen Tradition und Innovation
Pfarrer Ralf Kröger (rechts) und Kirchenvorstandsmitglied Berndhard Jilg stellten das neue Gottesdienstkonzept der Martin-Luther-Kirche vor. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Die Kirchenmitgliederzahlen sinken, die Zahl der Gottesdienstbesucher auch - nun versucht die Martin-Luther-Gemeinde mit einem neuen Gottesdienstkonzept möglichst viele Menschen anzusprechen. „Wir haben in einer Arbeitsgruppe aus Gemeindemitgliedern und dem Kirchenvorstand überlegt, wie wir Konzepte ändern können ohne gleich eine Revolution ausbrechen zu lassen“, macht Kirchenvorstandmitglied und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, Bernhard Jilg, im Rahmen eines Pressegesprächs deutlich. Nun startet ab 2019 der Versuch mit neuen Uhrzeiten sowie auch neuen Inhalten, um die Gottesdienste attraktiver zu machen. Doch das Grundgerüst soll bleiben, um auch dem klassischen Gottesdienstbesucher ein Angebot bieten zu können. Aus dem Familiengottesdienst wird zukünftig der Generationsübergreifende Gottesdienst, kurz GüGo, der, wie der Name schon sagt, alle Generationen ansprechen soll. Die GüGos beginnen immer um 11 Uhr und enden mit einem gemeinsamen Mittagessen, das sieben Jugendliche aus der Gemeinde kochen werden. „Viele empfinden sich heute nicht mehr unbedingt als Familie. Außerdem verbinden viele den Begriff Familiengottesdienst damit, dass Kinder etwas vortragen“, erklärt Pfarrer Ralf Kröger. Die Martin-Luther-Gemeinde möchte genau hier punktuelle Änderungen vornehmen und die verschiedenen Gemeindemitglieder von den Konfis, den Eltern bis zum Kita-Team in die Gestaltung der Gottesdienste mit einbinden. „Der Gottesdienst wird vielfältiger, wenn mehr Menschen ihn vorbereiten und gestalten“, findet Pfarrer Kröger. Zudem wird es ab dem neuen Jahr auch jeden zweiten Sonntag im Monat einen Abendgottesdienst, der um 19 Uhr beginnt, geben. Diese Gottesdienste sollen besonders gestaltet werden – mal steht ein Krimi mit seinen Themen wie Mord, Schuld und Versöhnung im Mittelpunkt, dann ist es wieder die Kunst, die sich zum Beispiel in der musikalischen Gestaltung wieder findet. Man müsse die Entwicklung nüchtern sehen und mit besonderen Formen und Inhalten die Gottesdienste so gestalten, dass sich viele Personen angesprochen fühlen, meint Pfarrer Kröger. Da kann ihm das Vorstandmitglied Bernhard Jilg nur zustimmen: "Wir glauben einfach, so den ein oder anderen halten zu können." Er selbst hat sich als Elternteil eines Konfi-Kindes an der Gestaltung eines Gottesdienstes mit Pfarrer Kröger beteiligt und großen Gefallen daran gefunden. Sein Engagement wiederum bedeutet für den Pfarrer eine Entlastung, "eine große Entlastung." Die fallende Zahl der Kirchenmitglieder und Gottesdienstbesucher sieht Pfarrer Kröger auch als Ausdruck der vielfältigen Möglichkeit seine Freizeit zu gestaltet. "Was wir möchten ist, den Leuten ein überzeugendes Angebot zu machen. Was die Menschen daraus machen, ist ihre freie Entscheidung", macht der Pfarrer deutlich. Das neue Gottesdienstkonzept mit Übersicht findet sich auch regelmäßig auf den letzten beiden Seiten im Gemeindebrief. Außerdem informierte Pfarrer Kröger darüber, dass die Stelle von Pfarrer Roland Schein, der die Gemeinde Ende Oktober verlassen hat, ausgeschrieben sei. Die Stelle ist allerdings auf vier Jahre befristet ist, danach wird es nur noch eine halbe Stelle sein. Eva Wiegand