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Fr., 07. Juli 2017, 09:03 Uhr
Ortsbeirat spricht sich mehrheitlich für Bebauungsplan Messplatz aus
Bebauungspläne für Gewerbegebiete einstimmig beschlossen
Auf dem Messplatz sollen Wohnungen gebaut werden - Anwohner wehren sich. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – „Ich sehe auf alle Fälle, der Ortsteil lebt“, sagte Ortsvorsteher Uwe Metzner beim Blick in die Runde. Zwar waren nicht mehr so viele Zuschauer anwesend wie in der Stunde zuvor, als der Arbeitskreis Dorferneuerung und weitere Bobstädter Bürger über die Änderungen der Messplatzbebauung informiert wurden, aber mehr als sonst bei einer Sitzung des Ortsbeirates. Nach einer etwa zehnminütigen Pause trat der Ortsbeirat unter Vorsitz von Ortsvorsteher Uwe Metzner zusammen, um drei Tagesordnungspunkte zu beraten und zu beschließen. Die erste Viertelstunde vor der eigentlichen Sitzung gehörte jedoch den Bürgern für Fragen an den Ortsbeirat, wie es vor jeder Sitzung üblich ist. Ungern nahmen die Wortführer der Messplatzbebauungsgegner zur Kenntnis, dass für Fragen nur eine Viertelstunde zur Verfügung steht, auch dass sie in der Sitzung nicht mitdiskutieren dürfen, sahen sie als Mangel an Demokratie. Ortsvorsteher Metzner erklärte vor der Abstimmung, dass der Ortsbeirat diesmal ausnahmsweise nicht nur empfehle, sondern beschließe. Der leicht geänderte Bebauungsplan wurde am 20. Juni im Umwelt- und Stadtentwicklungslausschuss beraten und beschlossen, jedoch mit der Maßgabe, vor Einleitung des weiteren Verfahrens die Angelegenheit erneut im Ortsbeirat beraten zu lassen. Mit einer Gegenstimme bei sieben Ja-Stimmen stimmte Ortsbeirat der Einleitung des weiteren Verfahrens zu. Beschlossen wurde damit die dreigeschossige Bauweise. Bei der Offenlegung des Bebauungsplans haben die Bürger die Möglichkeit sich gegen die Planung zu wehren. Vor der Abstimmung der beiden weiteren Tagesordnungspunkte präsentierte Stadtplaner André Göbel vom Ingenieurbüro Schweiger + Scholz aus Bensheim zum einen die Bebauungspläne für den „Brückelsgraben Nord, Teilbereich 2“ mit Änderung des Flächennutzungsplans und Antrag auf Abweichung vom Regionalplan sowie den Aufstellungsbeschluss und die Einleitung des weiteren Verfahrens, zum anderen den Bebauungsplan „Im Mittelfeld Nord“ mit der 12. Änderung des Flächennutzungsplans, ebenfalls mit Aufstellungsbeschluss und Einleitung des weiteren Verfahrens. Der Ortsbeirat wurde beteiligt, weil einige Flächen auf Bobstädter Gemarkung liegen, beim Bebauungsplan „Im Mittelfeld Nord“ liegen alle Flächen auf Bobstädter Gemarkung und betreffen auch die Entwicklung des Ortsteils, wie es im Aufstellungsbeschluss heißt. Die Entwicklung Mittelfeld Nord erfolgt im Einklang mit der abgestimmten gewerblichen Gesamtentwicklung im Bereich zwischen Bürstadt und Bobstadt. Zudem sei der Bebauungsplan erforderlich, um das Planungsrecht für die Fußgänger- und Radfahrerunterführung im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs am Bahnhof herzustellen, heißt es weiter. Der Ortsbeirat stimmte diesen Planungen in beiden Fällen einstimmig zu. Bei Hessen mobil wird ein leistungsfähiger Kreisel als Verbindung des Gewerbegebiets zur Bundesstraße 44 beantragt. Stadtplaner Göbel riet davon ab, einen zweiten Kreisel im Norden zu beantragen, um die Gesamtplanung nicht zu gefährden. Das Verfahren dauere schätzungsweise anderthalb bis zwei Jahre, dann erst sei die Erschließung möglich. Hannelore Nowacki