Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Begegnungsstätte mit Belebung der Innenstadt als Ziel
So., 10. März 2019, 19:10 Uhr
Interessengemeinschaft Wacker will ehemalige Gaststätte Wacker als Kulturgut retten / Indoveranstaltung am 21. März
Begegnungsstätte mit Belebung der Innenstadt als Ziel
So sah die Gaststätte Wacker in den 1930er Jahren aus. Quelle: Stadtarchiv
LAMPERTHEIM – „Die Gaststätte Wacker war Kult“ erinnert sich Margit Karb, Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, beim Treffen der Interessengemeinschaft Wackerfreunde (IG) am Donnerstagabend im Heimatmuseum. Erinnerungen, die auch bei den anderen anwesenden IG-Mitgliedern ein Strahlen bewirken. Karl-Heinz Schäfer erinnert sich noch lebhaft an die traditionelle Gaststätte, die ihr historisches Flair unverändert bis zum Schluss beibehalten habe. Der frühere Wirt Philipp Wacker sei ohne Nachfolger verstorben. Im Winter bollerte der Ölofen, das weiß auch Margit Karb noch, er musste im kleinen gemütlichen Saal für Wärme sorgen. In der Metzgerei nebenan, die zur Gaststätte gehörte, gab es „die beschd Fleischworschd“ von Lampertheim, erinnerte sich auch Hedwig Schäfer, deren Mutter schon von der Metzgerqualität schwärmte. Das Gasthaus Wacker in der Kaiserstraße ist seit einigen Jahren geschlossen, doch hinter den geschlossenen Fensterläden des denkmalgeschützten Gebäudes in zentraler Lage soll noch vieles noch erhalten sein, wie die IG-Mitglieder bei einer Besichtigung festgestellt hatten. Nun sei es Zeit an die Öffentlichkeit zu gehen, um den Kreis engagierter Mitmacher zu vergrößern, ergänzte Peter Gutschalk, der in Lampertheim von seinen kabarettistischen Soloauftritten und vom Schlappschnuut-Theater bekannt ist. Im Oktober hat die Interessengemeinschaft Wacker zusammengefunden und war seitdem sehr rührig. In alle Richtungen wurde recherchiert und Kontakte geknüpft, Fachleute wurden befragt. In bester Stimmung berichtete die kleine Runde dem TIP von den bisherigen Aktivitäten und Zielen der IG, die am 21. März um 18.30 Uhr alle interessierten Lampertheimer zu einer Informationsveranstaltung im Heimatmuseum einlädt, um die bisherigen Erkenntnisse öffentlich zu machen. Im Ergebnis erhofft sich die IG Wacker viele neue Mitstreiter. Für die Rettungsaktion, um das älteste Gasthaus in Lampertheim als Kulturgut und nichtkommerzielle Begegnungsstätte zu erhalten, haben die Wackerfreunde sich einen mundartlichen Slogan ausgesucht, der als Programm zu verstehen ist: „Loambadaa fa Loambadee, mer machen was”. Uwe Ritter sieht den Vorteil der zentralen Lage der Immobilie und die Belebung der Innenstadt, jedoch sei man noch in einer frühen Phase. Bis zu zwanzig Lampertheimer kommen zu den Treffen, berichten die Wackerfreunde. „Der bunt zusammengewürfelte Haufen hatte festgestellt ein gemeinsames Ziel zu haben“, fasste Gutschalk den Gründungsvorgang zusammen. Stefan Weis, aktiv auch bei den Freunden historischer Fahrzeuge, wies darauf hin, dass die IG noch keine Organisationsform gefunden habe. Wegen der geplanten Spendenaktion werde die IG dafür eine Lösung finden. „Wir haben die Chance etwas zu ändern“, sagte Gutschalk mit Blick auf die vielen neuen Mitglieder, die der IG noch beitreten sollen. Der Erwerb der Immobilie und die Sanierung werden eine größere Geldsumme erfordern, die umso eher aufgebracht werden könne, je mehr Lampertheimer mitmachen würden. Auch Handwerker seien gefragt, die sich bei der Sanierung einbringen könnten. Das alte Gemäuer bedarf einer gründlichen Sanierung, bevor eine neue Nutzung möglich ist, das steht fest. Hannelore Nowacki
Information
Die Interessengemeinschaft Wacker lädt am 21. März um 18.30 Uhr alle interessierten Lampertheimer zur Informationsveranstaltung über die bisherigen Erkenntnisse und Pläne ein. Ort: Heimatmuseum, Römerstraße 21, in 68623 Lampertheim. Für weitere Informationen bitte an die E-Mail-Adresse der Interessengemeinschaft Wacker Lampertheim wenden: info-wacker-lampertheim@web.de.