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Fr., 02. August 2019, 09:34 Uhr
SPD-Politiker sprachen über fehlendes Geld von Bund und Land
Bei den Ferienspielen mit den Einradfahrern und FSJlern tobte der Bär
Die beiden jungen Leuten im Freiwilligen Sozialen Jahr macht ihre Arbeit Spaß, bei den Einsatzstellen und bei der Sportjugend Hessen wünscht man sich mehr finanzielle Mittel von Bund und Land. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – In der Riedhalle tobte der Bär, so war es im Programm der Sommerferienspiele der Gemeinde Biblis für diesen Donnerstagvormittag auch versprochen. Bei den Einradfahrern des RV „Vorwärts“ waren über 30 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren zu Gast, die nach Herzenslust die gesamte Riedhalle in ein Spielparadies verwandelten. Auf der Bühne bauten Kinder mit Holzbausteinen einen hohen Turm, Becher wurden rasant gestapelt, vor allem aber düsten die Kinder mit Spielfahrzeugen aller Art rasant durch Halle. Die Hauptsache die Räder rollten, dann hatten die Kinder Spaß. Beliebt und sportlich war die schwungvolle Fortbewegung mit dem Hoverboard oder dem Skateboard. Zwischen einer Hüpfburg und einer Sprunginsel ragten die weißen Gipfel der Kletterwand in die Höhe, eine ideale Möglichkeit in der Rheinebene hoch hinaus zu kommen. Die Sportgeräte hatte die Sportjugend Bergstraße bereitgestellt und die beiden jungen Leute, die bei der Sportjugend Bergstraße unter der Leitung von Werner Hartel seit September letzten Jahres ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen, beschäftigten sich mit den Ferienspielkindern. Ein Einsatz im sportlichen Bereich, wie er während des Freiwilligen Sozialen Jahrs möglich ist. Aber die beiden FSJler, die 20-jährige Liridona Shabani und der 19-jährige Luka Rakaric, waren seit September hauptsächlich in der Kita Sonnenschein tätig, zweimal in der Woche waren sie bei den Einradfahrern in der Halle. Eine gute Kombination, wie Werner Hartel deutlich machte, denn die Kita Sonnenschein wurde von der Sportjugend Hessen als Bewegungskindergarten zertifiziert. Der organisierte Sport in Hessen habe drei Ebenen, erklärte Hartel: Die Landesorganisation, die Sportkreise und die Sportvereine. Die Arbeit mit den Kindern mache ihnen großen Spaß, berichteten die beiden FSJler der Presse. Auch dass sie ins Berufsleben hineinschnuppern konnten, finden die beiden gut. Wie Werner Hartel ist auch Christel Bedford, stellvertretende Leiterin der Kita Sonnenschein, mit ihren beiden FSJlern sehr zufrieden. „Sie sind eine Bereicherung, unterstützen uns bei der Organisation von Projekten und sind in die normale Arbeit eingebunden“, erzählte sie. Nur noch einen Monat, dann wird Luka seine Ausbildung zum Bankkaufmann beginnen, will jedoch weiter im Sportverein mit kleinen Kindern arbeiten. Beim TV Lampertheim spielt er Fußball. Über jeden Tag in der Kita habe er sich gefreut, die Kollegen dort hätten ihn super aufgenommen. Liridona erzählte, dass sie früher als Kind bei Werner Hartel war und unbedingt mit Kindern zusammenarbeiten wollte. Für ihr Berufsziel Lehramt am Gymnasium in den Fächern Deutsch und Philosophie hat sie schon die feste Zusage für ihren Studienplatz ab Herbst.
Mehr Mittel für das Freiwillige Soziale Jahr?
An Informationen aus erster Hand waren auch die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Hartmann und der Bergsträßer SPD-Vorsitzende Marius Schmidt aus Lampertheim interessiert, weshalb sie bei ihrer Sommertour in die Riedhalle gekommen waren, um mit den beiden FSJlern zu sprechen. Weitere Besucher waren ebenfalls am Thema Freiwilliges Soziales Jahr interessiert wie Bürgermeister Felix Kusicka und Rainer Seel aus Frankfurt, der die Leitung der Freiwilligendienste bei der Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen hat. Seel wie die beiden Politiker waren sich einig, dass das Freiwillige Soziale Jahr attraktiver gemacht werden müsse. Das Problem dabei: Bund und Land sparen an den finanziellen Mitteln. Eine langfristige Planung sei nicht möglich, weil Geld nur befristet gezahlt werde. „So können wir keine nachhaltige Qualität entwickeln, um alle Erwartungen zu erfüllen“, beklagt Seel die Lage. Während die Bundesfamilienministerin Mittel ankündige, plane Finanzminister Scholz die Streichung. Eine gute Nachricht habe er, sagte Schmidt, die Mittel für die pädagogische Begleitung würden erhöht. Zusätzliche Hilfen sollten zeitlich verstetigt werden, meinte Schmidt in Übereinstimmung mit Seels Auffassung, der auch MdL Hartmann unter dem Gesichtspunkt zustimmte, dass die Entwicklung von Konzepten und längerfristige Maßnahmen eine zuverlässige Finanzierung brauchen. Wie Schmidt lehnt sie ein verpflichtendes soziales Jahr ab, will aber mehr Förderung, um das freiwillige Engagement aufzuwerten, beispielsweise durch günstigere Bahnfahrten. Auf jeden Fall wolle sie weg vom „Windhundprinzip“. Schmidt versicherte den FSJlern die Wertschätzung seiner Partei und dankte Hartel für seinen Einsatz. Um das FSJ attraktiver zu machen, stellt sich Schmidt Vorteile bei der Ausbildungsplatz- und Studienplatzsuche vor. Hannelore Nowacki