Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Bei nur 3.360 Euro Defizit erfolgreich das Wir-Gefühl gestärkt
So., 04. Februar 2018, 20:22 Uhr
Projektgruppe „Steuerung” stellte finanzielle Endabrechnung der 1250-Jahr-Feier vor / Interne Leistungsvergütung nicht mit eingebunden
Bei nur 3.360 Euro Defizit erfolgreich das Wir-Gefühl gestärkt
Bürstadt präsentierte sich anlässlich der 1250-Jahr-Feier mit viel Herz – und neben den Programmpunkten, der Stimmung und der Resonanzen haben auch die Finanzen gestimmt. Archivfoto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Es war ein wundervolles Fest der Begegnung, ein Zusammenkommen von Fremden und Freunden und ein besonderes Erlebnis: Die 1250-Jahr-Feier der Stadt Bürstadt im vergangenen Jahr. Rund um die Finanzen kümmerte sich hierbei die Projektgruppe „Steuerung”, bei der nicht nur im Vorfeld und während des Jubiläums die organisatorischen Fäden zusammenliefen, sondern die auch rund um die Ausgaben und Einnahmen den Überblick behielt.
Und dies mit Erfolg, wie die am Freitag vorgestellten Zahlen beweisen: Insgesamt gab es hierbei ein erfreulich geringes Defizit von 3.360 Euro im Vergleich zu der veranschlagten Summe.
Erfreulich hierbei war besonders, dass die Sponsorengeldern mit 113.061 Euro weit über den geschätzten 80.000 Euro lagen. Hinzu kommen auf der Haben-Seite 160.000 Euro, die in den städtischen Haushalt eingestellt worden waren. „10 Euro pro Einwohner, als Geschenk von der Stadt an ihre Bürger”, wie Bürgermeisterin Barbara Schader betonte.
Mehrkosten veranschlagten vor allem der Bereich Sicherheit und Ordnung mit einem Defizit von 5.516 Euro im Vergleich zu den ursprünglich veranschlagten 34.300 Euro. Hintergrund hierfür waren die gestiegenen Sicherheitsauflagen nach dem Anschlag von Manchester und der Absage von Rock am Ring.
Auch im Bereich Bau, Technik und Bewirtung gab es ein Defizit, das mit 19.357 Euro erstaunlich hoch erscheint. Aber auch hier gab es sicherheitsbedingte Zusatzmaßnahmen, zudem musste wetterbedingt ein Boden in die Zelte eingebaut werden – allein hier entstand ein Minus von 5.240 Euro –, und schließlich wurde ein Punkt schlichtweg in den Planungen nicht berücksichtigt: Die Bewirtung der Helfer von Freiwilliger Feuerwehr, Security und vielen mehr. Bei den Veranstaltungen selbst gab es ein zusätzliches Minus von 6.076 Euro, hier waren zusätzliche Veranstaltungen und ebenfalls das Wetter wesentliche Gründe.
Gerne hätten die Mitglieder der Projektgruppe um Bürgermeisterin Barbara Schader bereits früher eine genaue Aufstellung der Finanzen gegeben, doch dies sei leider nicht zu einem früheren Zeitpunkt möglich gewesen. Denn: Erst im Dezember traf mit der Stromrechnung eine nicht genau kalkulierbare Rechnung ein, die es abzuwarten galt. Aufgrund der Adventszeit und der Haushaltsberatungen wurde der genaue Abschluss daraufhin in den Januar verlegt.
Bevor sie die Finanzen auf den Tisch legte, zeigte Bürgermeisterin Schader nochmals die Höhepunkte des Jubiläums auf – auch mit dem Hinweis, dass man solch ein Fest nicht auf die nackten Zahlen reduzieren soll. „Es war sensationell, was Stadt, Vereine, Kindergärten, Schulen und alle Beteiligten geleistet haben. In der Aufrechnung tauchen die Ausgaben der Vereine nicht auf – sie haben sich mit Leidenschaft und Liebe für das Jubiläumsfest engagiert, ebenso wie das Team Bürstadt der Verwaltung, besonders des Hauptamtes, des Betriebshofes, des Ordnungsamtes und besonders von Tim Lux, der hier seine Feuertaufe bestanden und im Vorfeld und während des Jubiläums gefühlt auf der Straße geschlafen hat, um alles zu organisieren. Ich danke von Herzen für dieses Engagement aller Beteiligten.” Gemeinsam habe man die vorher gesteckten Ziele erreicht: Die Identifikation der Bürstädter mit ihrer Heimatstadt zu fördern, das Wir-Gefühl zu stärken und Bürstadt auch für auswärtige Gäste interessant zu machen.
Auch bei ihrem ausführlichen Rückblick auf die vielfältigen Veranstaltungen geriet Bürgermeisterin Schader mehr als einmal ins Schwärmen. „Wir haben hier etwas ganz Besonders auf die Beine gestellt”, betonte sie und verwies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Überstunden der städtischen Mitarbeiter, die trotz der Mehrarbeit und der Urlaubssperre mit vollem Einsatz und freudig ihre Aufgaben erfüllt hätten. Diese interne Leistungsvergütung der Mitarbeiter in Höhe von 48.412 Euro finden jedoch in der offiziellen Auflistung der Kosten und Einnahmen des Jubiläums keine Berücksichtigung.
Ebenfalls nicht in die Endabrechnung der 1250-Jahr-Feier fielen Kosten für fachliche externe Beratungen wie etwa für die Sicherheit oder auch das Sponsoring. Diese 25.699 Euro sind in den Planungen mit enthalten gewesen, tauchen aber bereits in den Vorjahren an anderen Stellen im Haushalt auf. Benjamin Kloos