Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Besondere Kulturförderung mit vielen Gewinnern
Mo., 15. November 2021, 10:00 Uhr
INTERVIEW: Erstes Konzert „Popakademie goes LA” am morgigen Donnerstag / TIP sprach mit dem Leiter der hauseigenen Künstleragentur „Klinkt” der Popakademie Baden-Württemberg, Nils Max
Besondere Kulturförderung mit vielen Gewinnern
Sprach mit dem TIP über das Projekt „Popakademie goes LA”: Nils Max, Leiter der hauseigenen Künstleragentur „Klinkt” der Popakademie Baden-Württemberg. Foto: Marc Wilhelm
LAMPERTHEIM – Die Popakademie Baden-Württemberg und cultur communal der Stadt Lampertheim schaffen mit ihrer Konzertreihe „POPAKADEMIE goes LA“ ein neues Kulturangebot, welches besonders SchülerInnen und StudentenInnen als TeilnehmerInnen, ZuhörerInnen und BesucherInnen ansprechen soll. Für das erste Konzert am 18. November 2021 konnten neben den beiden MusikerInnen Henny Herz, Popakademie-Absolventin, und ENGIN, aktuell Popmusikdesign-Studierender, auch Jan Aaron Snaschel aus Lampertheim-Hofheim als local guest gewonnen werden. Der TIP sprach im Vorfeld des Konzertes mit Nils Max, Leiter der hauseigenen Künstleragentur „Klinkt” der Popakademie Baden-Württemberg.
TIP: Können Sie unseren Leserinnen und Lesern kurz die Popakademie vorstellen?
NILS MAX: Die Popakademie Baden-Württemberg wurde 2003 in Mannheim gegründet – zunächst mit zwei Bachelorstudiengängen, einem musikalischen und einem Business-Studiengang. Dergroße Vorteil war dabei von Anfang an, dass die angehenden Musik- und Business-Profis zusammen im Hörsaal gesessen haben und sich so bereits vor ihrer Karriere kennen lernen konnten. Dies ist eine wesentliche Grundlage für eine spätere erfolgreiche Zusammenarbeit und ein ganzheitlicher Ansatz rund um die professionelle Ausbildung von Menschen, die im Musikbusiness zusammen arbeiten wollen. Über die Jahre hat sich das Angebot der Popakademie immer weiter entwickelt, so gibt es heute auch Musterstudiengänge. Und wir haben auch – und das ist die große Besonderheit – unsere hauseigene Künstleragentur „Klinkt”, die ich seit zehn Jahren leiten darf. Hierüber versuchen wir aktuelle und auch ehemalige Studenten, die in der Region verblieben sind, für Auftritte zu vermitteln. Dabei reicht das Spektrum von Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen bis zu großen Konzerten und auch politischen Anlässen wie etwa gerade dem Besuch des deutschen Bundespräsidenten in Irland vor zwei Wochen.
TIP:Wie gestaltet sich das Projekt „POPAKADEMIE goes LA“ und wie kam dieses zustande?
NILS MAX: Unsere Künstleragentur vermittelt natürlich MusikerInnen besonders auch im Rahmen von Veranstaltungen in der Region. Genau hier haben sich Hans-Jürgen Götz und die Stadt Lampertheim an die Popakademie gewandt. Hintergrund war die Frage, wie eine Kooperation von der Stadt, die auf junge Musiker setzen möchte, und der Popakademie Baden-Württemberg aussehen kann. Als erstes Ergebnis findet zum Auftakt am morgigen Donnerstag das erste Konzert der Konzertreihe „POPAKADEMIE goes LA“ statt, bei der wir zwei MusikerInnen auf die Bühne bringen. Hoffentlich sind im nächsten Jahr gemeinsame Coachingansätze für Lampertheimer Musiker und auch Businessthemen für junge Erwachsene und Jugendliche rund um solche Konzertabende möglich, um die Kooperation zu vervollständigen.
TIP: Wie wichtig ist diese Kooperation sowohl für die Stadt Lampertheim als auch für die Popakademie Baden-Württemberg gerade auch in Zeiten von Corona?
NILS MAX: Wir sind sehr glücklich, dass die Stadt Lampertheim auf uns zugekommen ist. Gerade in Coronazeiten obliegt es den Kommunen am allermeisten, den Kulturbetrieb am Laufen zu halten. Ich
sehe diese hier in der Pflicht. Die Stadt Lampertheim, so meine Wahrnehmung von außen, macht dies mit sehr großem Nachdruck und ich freue mich, dass wir zusammen Konzerte anbieten können.
TIP: Was ist das Besondere an diesem Projekt?
NILS MAX: Dass junge Menschen, gerade auch in Lampertheim, gefördert werden. Es soll bei dieser Kooperation nicht darum gehen, dass hoch ausgebildete Musiker der Popakademie kommen und dann wieder gehen. Vielmehr ist es das Ziel, dass junge Musiker in Lampertheim davon profitieren, mit angehenden Profimusikern zu musizieren – so wie Jan Aaron Snaschel, der bei der Premiere mit auf der Bühne stehen wird.
TIP: Wie geht es 2022 weiter?
NILS MAX: Nach der bevorstehenden Premiere sind im neuen Jahr vier weitere Konzertabende geplant. Neben diesen Konzerten im Schwanensaal sollen zusätzlich mehrere spezielle Bildungsangebote für junge Musikinteressierte angeboten werden. Vorstellbar sind auch Besuche der Popakademie, Seminare zur musikalischen Bildung und weiterführende Angebote rund um den professionellen Musikbetrieb.
TIP:Was können die Zuhörerinnen und Zuhörer am Donnerstag erwarten?
NILS MAX: Mit Engin und Henny Herz kommen zwei Popkünstler nach Lampertheim, die zeigen, dass junge deutsche Popkünstler sich nicht verstecken müssen. Die Zuhörer können sich auf zweimal Popmusik auf ganz unterschiedliche Art und Weise freuen. Engin hat türkische Wurzeln, ist aber in Deutschland aufgewachsen und setzte sich aber gerade über seine Musik viel mit seinen Wurzeln auseinander. So bringt er türkische Sprache und Instrumente aus dem vorderen Orient mit deutschen Texten und Popmusik zusammen. Man kann ihn live bei der Ahnenforschung begleiten, dies ist besonders spannend und garantiert ein hochwertiges Konzert.
Die Musik von Henny Herz ist wie ein Poesieheft, das man aufschlägt und vertont. Sie erzählt viele kleine Geschichten und zeigt, dass Popmusik mehr ist als die richtigen drei Akkorde hintereinander. Sie beweist auf ihre besondere Art, dass Popmusik anders sein und tiefgründige Geschichten erzählen darf. Die Zuhörer erwartet auf jeden Fall eine besondere musikalische Reise, Fortsetzung ist im kommenden Jahr garantiert.
TIP: Vielen Dank für das Gespräch!
Das Gespräch führte Benjamin Kloos.
Info
Karten im Vorverkauf sind für 13 Euro und für Schüler und Studenten für 5 Euro ausschließlich an der bekannten Vorverkaufsstelle Horle – Mode und mehr. Kaiserstraße 19, Lampertheim, erhältlich. Beginn der Veranstaltung am Donnerstag, 18. November, ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.