Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 28. Oktober 2013, 09:05 Uhr
    „Nur nicht aufgeben“: 10 Jahre Osteoporosegruppe – Selbsthilfegruppe feierte in der Zehntscheune

    Bewegung für feste Muskulatur und Knochen

    Eine gut gelaunte Osteoporose-Selbsthilfegruppe, die zu feiern versteht und sich über Nachwuchs freut. „Sie tun es für sich, nicht für die Gruppe“, gaben ihnen die Ärzte mit auf den weiteren Bewegungsweg gegen die Krankheit. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Der Vogel frisst den Frosch, eine schier aussichtslose Lage für den kleinen Hüpfer wie er im Schnabel um sein Leben zappelt. Die lustig anmutende bunte Zeichnung, die am Rednerpult in der Zehntscheune gut sichtbar hing, hatte eine schriftliche Botschaft: „Parole – nur nicht aufgeben“.  Das ist auch der gute Rat der Osteoporose-Selbsthilfegruppe für alle, die Osteoporose haben oder an dieser tückischen Krankheit leiden. Das Fatale: Sie kommt schleichend und bleibt unbemerkt – bis zum ersten Knochenbruch. Seit 10 Jahren gibt es die Osteoporose-Selbsthilfegruppe in Lampertheim, seit zehn Jahren steht Bewegung und heitere Geselligkeit mit Ausflügen auf ihrem Programm. Bei bester Stimmung feierte  die Selbsthilfegruppe am Samstagnachmittag auch ihr Jubiläum. Im großen Saal der Zehntscheune zeigte eine Fotoausstellung Ereignisse der letzten zehn Jahre. Optimistisch schauende, selbst gemachte kleine Figuren auf den Tischen lächelten jeden an. Gruppenleiterin Margit Selb, die nach eigener Erfahrung vor über zehn Jahren beschloss, mit Bewegung gegen den Knochenabbau vorzugehen, freute sich, dass auch die zwei Lampertheimer Fachärzte zur Feier gekommen waren, die der Selbsthilfegruppe seit der Gründung zur Seite stehen.

    In zahlreichen Vorträgen haben sie die Selbsthilfegruppe immer über die neuesten medizinischen Kenntnisse informiert, wie Gruppenleiterin Selb erzählte. In seiner Ansprache blickte Dr. med. Karl-Wilhelm Klingler fünfzehn Jahre zurück, denn erst seit dieser Zeit hätten die Ärzte die Osteoporose ernst genommen. „Heute wissen wir mehr darüber, zum Beispiel beeinflussen Medikamente und Krankheiten das Knochensystem. Neue Leitlinien werden 2014 in Kraft treten, erläuterte Klingler, in Diagnose und Therapie werde sich einiges ändern. Dankbar sei er gewesen, dass  die Betroffenen etwas tun. „Herzlichen Glückwunsch, für das was Sie hier leisten“, sagte Dr. med. Günther Horneff in seinem Grußwort und erinnerte daran, dass sehr viele Menschen an dieser Erkrankung sterben und die Hälfte derer, die eine Oberschenkelhalsfraktur überleben, zum Pflegefall werden. Horneff beklagte die immer noch vorhandene Unkenntnis von Ärzten bei der Behandlung, die „leider oft nur die Spritze“ kennen. „In Lampertheim sind wir weiter“, merkte er an und wies darauf hin, dass nur noch ein Arzt die nutzlose Ultraschalldiagnostik einsetze. Die moderne DXA-Messung mit schwacher Röntgenstrahlung und Messung der Lendenwirbelsäule sowie beider Schenkelhälse zeige den Knochenabbau. Das teure Spezialgerät sei in Lampertheim einmal vorhanden. Die Krankenkasse zahle die Messung nicht. 60 Euro seien für die halbstündige Untersuchung ein fair kalkulierter Preis. Ab 40 Jahre sei die Messung ratsam. Als wirksame Mittel zur Vorbeugung empfiehlt Dr. Horneff eine Kapsel Vitamin D 20.000 IE in der Woche, Muskelaufbau und viel Bewegung.

    Auch eine kalziumhaltige Ernährung mit Milch, Joghurt, Käse und Gemüse sei wichtig. Besonders kalziumreiche Mineralwässer seien ratsam, eine Marke sogar zum sehr günstigen Preis. Physiotherapeut Rainer Engelhardt, der die Trainingsstunde leitet, spricht von sichtbaren Erfolgen durch die Übungen. Wie Dr. Horneff ist er jedoch der Meinung, dass auch zu Hause geübt werden müsste. „Die Muskeln wissen nach acht Tagen nicht mehr, was gemacht wurde“, verdeutlichte Dr. Horneff. Die Übungsstunde findet montags von 13 bis 13.45 Uhr bei der Tanzschule Geisert-Throner statt. Die Übungen finden im Sitzen, Stehen und Gehen statt. „Einfach vorbeikommen und hineinschnuppern“, macht Engelhardt Interessierten Mut. Aber was tun, wenn die Schmerzen da sind? Margit Selb sagte: „Je mehr ich mich bewegt habe, um so ruhiger wurde der Schmerz“. Nach drei Tanzvorführungen feierten die Damen und ein paar wenige Herren das Jubiläum bei einem Imbiss, Kaffee und Kuchen. Zwei Kindertanzgruppen der Stadtjugendpflege bezauberten das Publikum, die Müttergruppe „Bellissima“ beeindruckte mit einem rasanten und leichtfüßig gezeigten Volkstanz. Auch Männer bekommen Osteoporose, immerhin liege ihr Anteil bei zwanzig Prozent, mahnten die beiden Ärzte.

    Hannelore Nowacki

    [nggallery id=63]

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 1