Do., 11. Februar 2021, 14:43 Uhr
STADTVERWALTUNG LAMPERTHEIM: Aktuelle Frosttemperaturen problematisch
Biedensand bleibt zum Schutz der Wildtiere vorerst gesperrt
LAMPERTHEIM – Nachdem die Pegelstände an Rhein und den Rheinzuflüssen zurückgehen, bleiben aktuell noch große Wasserflächen zurück, die das Bild auch auf dem Biedensand bestimmen. Weite Teile des Naturschutzgebietes stehen teilweise unter Wasser. Das Wasser in den Senken verbleibt länger auf der Fläche und versickert langsam im Boden. Die Verantwortlichen bei Stadt und Forstamt sehen das erst einmal positiv: „Das langsam versickernde Wasser wird nicht mit dem Oberflächenwasser abgeleitet, sondern geht in den Boden und reichert so das Grundwasser lokal an.“
Hochproblematisch sind aber die Folgen der aktuellen Frosttemperaturen und die damit einhergehende Vereisung für die vielen Wildtiere. Die Überflutungen in den Fluss- und Bachauen waren für Wildtiere kaum ein Problem. Es blieben genug höhere Stellen trocken, auf die sich Hasen, Füchse, Rehe, Wildschweine und andere Säuger flüchten konnten. Die meisten Tiere haben auf diesen Inseln von Menschen ungestört und unbeschadet das Hochwasser sowie die Überflutungen überdauert. Mit ablaufendem Wasser und der Vereisung ändern sich die Verhältnisse nun wieder. Weite Bereiche der ursprünglich überfluteten Flächen sind wieder für Menschen erreichbar. Die auf den höheren Stellen verbliebenen Tiere werden beunruhigt und versuchen wieder in die alten Lebensräume zu gelangen. Diese sind aber noch unter Wasser, oder schlimmer mit einer Eisdecke überzogen.
„Wasser und Eis können zu einer tödlichen Falle für Wildtiere werden. Insbesondere durch Menschen oder Hunde aufgescheuchte Wildtiere laufen in Panik auf die Eisflächen, können sich dort schwere Verletzungen zuziehen oder auch einbrechen und dann zu Tode kommen.“
Der Zugang zum Biedensand bleibt daher für die nächsten Tage noch gesperrt. Spaziergänger auf dem Deich sollten unbedingt auf den Wegen bleiben und Hunde angeleint lassen. zg