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Do., 31. März 2022, 16:39 Uhr
BAUGENOSSENSCHAFT: Außenanlagen der Neu- und Bestandsimmobilien werden nachhaltig gestaltet / Insektenhotels und bienenfreundliche Blumen
Bienen und Insekten sind „Herzlich Willkommen”
Bienen und Insekten sollen sich in den Grünflächen der Baugenossenschaft wohlfühlen können – hierfür werden neben Insektenhotels auch Hinweisschilder zur Insektenwiese angebracht – so wie hier beispielhaft durch Luisa Wenzel, Auszubildender der BGLA (2.v.r.). Martina Sotornik (l.) und Dieter Sejak (2.v.l.) erläuterten gemeinsam mit Stadtimker Markus Reitz (r.) die Projekte zum Insektenschutz. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Überall summt und brummt es: An zahlreichen Gebäuden der Baugenossenschaft Lampertheim wurden und werden derzeit Insektenhotels aufgestellt, zudem werden die Außenanlagen bienen- und insektenfreundlich gepflanzt und gestaltet. Am Donnerstag berichteten die BGLA und Markus Reitz vom Lampertheimer Stadthonig in einem Pressegespräch vor Ort in der Martin-Luther-Straße über diese Umgestaltung der Grünanlagen in insektenfreundliche Standorte.
„Wir haben uns die Themen Bioversität und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Beide Begriffe sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken und für die kommenden Generationen sehr wichtig”, betonte Martina Sotornik vom Vorstand der Baugenossenschaft. „Daher berücksichtigen wir diese wichtigen Themen sowohl bei unseren Alt- als auch unseren Neubauten.” Zu nennen sind hierbei sowohl das Unterflursystem zur Müllentsorgung, das Mobilitätkonzept mit Car-Sharing und E-Lastenrädern und die Balkonsolaranlange im Weinheimer Weg, von den der erzeugte Strom direkt in die Wohnungen gespeist wird. Optisch deutlich erkennbar ist diese bedeutsame Thematik besonders auch bei der Gestaltung der Außenanlagen der Gebäude der BGLA: Hier wurden in den Jahren 2020 bis 2022 insgesamt 167.000 Zwiebelgewächse gepflanzt, die explizit auf Nonnen und Insekten abgestimmt sind und die von Februar bis Ende April blühen – darunter Krokusse, Wildtulpen, Traubenhyazinthen und Osterglocken sowie Zierlauch. „Es ist schön zu sehen, wie jetzt alles blüht”, war Martina Sotornik die Freude anzusehen.
Dieter Sejak, bei der BGLA für die Außenanlagen zuständig, betonte, dass gerade auch die Altbauten einer insektenfreundlichen Modernisierung unterzogen werden – dabei darf man sich nicht wundern, wenn das Gras und die darin befindlichen Pflanzen auch einmal höher wachsen als sonst häufig üblich: „Die Rasenflächen haben wir bewusst mit Grasmischungen mit Gänseblümchen und dem noch weitgehend unbekannten Microclover – gezüchteten, kleinen Weißklee – angepasst. Beide Grasmischungen bieten Insekten und Bienen Nahrung, vertragen erheblich mehr Trockenheit als herkömmliche Grasmischungen und sind um ein vielfaches pflegeleichter.” Hinzu kommt, dass die Mähhäufigkeit der genannten Flächen um die Hälfte reduziert wird, damit sich auf den Lampertheimer Sandböden heimische Blühkräuter entwickeln können. Positiver Nebeneffekt: Für die Bewohner reduzieren sich durch den geringeren Pflegeaufwand auch die Kosten. Gleichzeitig warb Dieter Sejak dafür, solche Rasenmischungen auch im heimischen Garten zu verwenden. Denn übliche Rasenflächen, die kurz gemäht sind, hätten für Insekten den gleichen Effekt wie die häufig zurecht kritisierten Steinwüsten in den Vorgärten. Daher werden an 20 Objekten der BGLA zudem Schilder mit dem Hinweis „Insektenwiese” aufgestellt – diese erläutern auch, dass bewusst nicht gemäht wird, um Insekten Nahrung bieten zu können
Darüber hinaus werden sämtliche Neupflanzungen nach und nach mit bienenfreundlichen Pflanzungen aufbereitet. Bäume und Sträucher orientieren sich am Leitbild der Biodiversität der Baugenossenschaft. Undbei Neubauprojekten mit Flachdach wird seit 2020 eine Dachbegrünung mit herkömmlichen Sedumsprossen sowie 50 kleinwüchsigen Arten heimischer Kräutermischungen vorgenommen. In Sachen Fassadenbegrünung geht die BGLA ebenfalls neue Wege: So wird in diesem Frühjahr erstmals in der Industriestraße 40 an einem Rankgerüst Hopfen gepflanzt.
Heimat für Wildbienen
Gemeinsam mit Ideengeber Markus Reitz vom Lampertheimer Stadthonig hat die Baugenossenschaft ein weiteres Projekt gegründet: 35 vom NABU empfohlene Insektenhotels werden in den Grünflächen von Bestandgebäuden installiert und bieten besonders den gefährdeten Wildbienen ein Zuhause. „Dies ist ein kleiner Tropfen, der aber bei den Bienen bereits für Begeisterung sorgt”, so Dieter Sejak. Denn die Insektenhotels haben sich von Beginn an großer Beliebtheit erfreut. Dabei seien die Wildbienen bewusst in den Fokus genommen worden: „Wir wollten nicht nur für Honig-, sondern auch bewusst für diese gefährdeten Arten etwas tun”, ergänzte Markus Reitz, der darauf verwies, dass Wildbienen äußerst friedfertig sind und Mauerbienen sogar gestreichelt werden können. Benjamin Kloos