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Mo., 04. April 2022, 16:51 Uhr
HALLENBADGALERIE: Erika Winkler zeigt ihre Bilder bis 30. Juni
Bilder mit dem Blick aufs Schwimmbecken und ins Freie anschauen
Erika Winkler (vorne links) hat ihr Bild für die Versteigerung „Freiheit“ genannt. Für 150 Euro hat Ulrike Hummel das Werk zugunsten der Kriegsopfer des Ukraine-Krieges ersteigert, Sohn Christian Winkler hat die Summe mit seiner Spende um 150 Euro aufgerundet. Erster Stadtrat Marius Schmidt hatte die Bieter zu Steigerungen motiviert. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Freiheit“ hat Erika Winkler ihr Bild genannt, das sie im März unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine gemalt hat, um den Erlös der Versteigerung über die Deutsch-ukrainische Gesellschaft Rhein-Neckar ukrainischen Kriegsopfern zugutekommen zu lassen. Die ukrainischen Nationalfarben finden sich inmitten einer kräftigen Farbkomposition, zwei Soldatenstiefel, so erklärte die Künstlerin, weisen auf die aktuelle Lage hin, ein Stiefel steht, der andere liegt, Sinnbild für einen Gefallenen. Rote Farbspritzer lassen sich ohne weiteres als blutige Wirklichkeit erkennen. Die Bilder der Künstlerin sind noch bis zum 30. Juni in der Ausstellung der Hallenbadgalerie zu sehen, die während der Öffnungszeiten der Biedensandbäder frei zugänglich ist. In der ehemaligen Cafeteria des Hallenbades im 1. OG ist dies die zweite Bilderausstellung, der eine weitere mit Martina Rausch folgen werde, wie Marius Schmidt, Erster Stadtrat und Geschäftsführer der Biedensandbäder, bei der Ausstellungseröffnung am Freitagvormittag ankündigte. Nächstes Jahr werde mit einem Treppenlift noch für die Barrierefreiheit gesorgt. Zur Vernissage hatte Erika Winkler die Tische stimmungsvoll dekoriert, auf jedem Tisch ein kleines gemaltes Bild auf kleiner Staffelei, Gebäck und Knabberzeug bereitgestellt und zum Anstoßen Sekt und Saft samt Gläsern mitgebracht, was Schmidt lobend hervorhob. Unter den Fans der Künstlerin war auch Ulrike Hummel, die das Bild für 150 Euro ersteigerte, weitere 150 Euro als Spende kamen hinzu, die Sohn Christian Winkler beim Bieten einbrachte. Der Bäderchef erwies sich als routinierter Auktionator, dem die bedeutende Steigerung der Summe auf 300 Euro gelungen war. „Ich freue mich riesig, dass das Bild bei Hummels einen Ehrenplatz bekommt“, sagte die Künstlerin abschließend. Erika Winkler bedankte sich bei den Verantwortlichen der Stadt Lampertheim, die Künstlern uneigennützig die Möglichkeit zur Ausstellung gebe. Den Besuchern erzählte sie ein wenig aus ihrem Leben: Seit Dezember 2017 hat sie ihren Lebensmittelpunktnach Lampertheim verlegt, nachdem sie 29 Jahre im malerischen Bad Laasphe gelebt hat. Der Zauber ihrer neuen Umgebung hat sie bis heute nicht verlassen, wie sie eindrucksvoll erzählte. Anteil daran haben ihre Familie, viele hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen, aber auch die inspirierende Umgebung mit Rhein und Neckar, Kultur und Natur, Spargel und Wein. Erst 2011 als glückliche Rentnerin habe sie bei einem Malworkshop ihren malerischen Durchbruch erlebt und bei weiteren Workshops namhafter Künstler ihren persönlichen Stil weiterentwickelt. Mehrere eigene Ausstellungen und Gemeinschaftsausstellungen folgten an mehreren Orten. An die Ukraine, vor allem an Kiew habe sie schöne Reiseerinnerungen aus den 1990er Jahren, von der Schönheit der Stadt immer noch fasziniert, hatte sie mehrere Fotos ausgehängt. Zu jedem ihrer Werke weiß Erika Winkler etwas zu erzählen, darunter Motive, die sich ganz unterschiedlich deuten lassen, die sie selbst zum Teil mit Blick auf die heutige Situation in der Ukraine umdeutet, hier die Flucht, dort den Bombenhagel sieht. Titel vergibt sie nicht, weil jeder seine eigene Gedankenwelt empfinden soll. „Ich male aus dem Bauch heraus“, erklärte Erika Winkler im Gespräch mit dem TIP, „wenn es mich packt, muss es heraus, ich greife eine Farbe und dann geht’s los“. Dann komme eins zum anderen. Wie in der Ausstellung zu sehen, drückt sich in den Bildern die Vielfalt des Lebens aus, nicht sehr gegenständlich, mit Raum für Interpretation. Hannelore Nowacki
In der Hallenbadgalerie mit Blick auf das Schwimmerbecken und ins Freie sind die Erika Winklers Werke bis zum 30. Juni zu sehen. Foto: Hannelore Nowacki