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  • Mo., 15. Februar 2016, 23:52 Uhr
    Hoffmann-Projekt zu Gast in der Martin-Luther-Kirche / Mitgestaltung des Gottesdienstes und anschließendes Konzert der inklusiven Band

    Bilder und Musik als Ausdruck großer Lebensfreude

    Die inklusive Band des Hoffmann-Projekts der Behindertenhilfe Bergstraße vermittelte mit ihren musikalischen Beiträgen zum Gottesdienst und dem anschließenden Konzert eine ganz besondere Lebensfreude. Foto: Sigrid Samson


    LAMPERTHEIM – Am Valentinstag gab es in der Martin-Luther-Kirche ein Erlebnis der besonderen Art: Die achtköpfige inklusive Musikgruppe, bekannt unter dem Namen „Hoffmann-Projekt“ der Behindertenhilfe Bergstraße (bh-b), wirkte beim abendlichen Gottesdienst mit und gab anschließend ein Konzert im Gotteshaus. Dies war gleichzeitig Abschluss der sehr ausdrucksstarken Bilderausstellung von Werken behinderter Künstler zum Thema „Menschsein“, die in den vergangenen Wochen in der Kirche zu bestaunen waren und gleichzeitig käuflich zu erwerben sind – einige davon haben bereits einen neuen Besitzer gefunden.

    „Das Hoffmann-Projekt“ heißt die Powerband, die seit dem Jahr 2000 mit wechselnder Besetzung besteht. Die Musiker mit körperlichen oder geistigen Behinderungen bereichern seither nicht nur mit knackigen Arrangements die regionale Szene, sondern brechen auch immer wieder Rekorde in puncto Spielfreude und musikalischer Energie. Bei dem Bandprojekt handelt es sich um ein in das Programm der arbeitsbegleitenden Maßnahmen der Behindertenhilfe Bergstraße eingebettetes Angebot, das sich mindestens einmal wöchentlich trifft, um gemeinsam zu proben, neue Lieder entstehen zu lassen und dazu passende Texte zu verfassen. Ob am Musikinstrument oder mit Gesangs- oder Showeinlagen – jeder findet hier seinen Platz. Die mit öffentlichen Auftritten verbundene, spürbare Anerkennung trägt zudem wesentlich zu einer Erweiterung und Festigung des Selbstwertgefühls eines jeden Einzelnen bei – eine rundum tolle Sache.

    Die Bilderausstellung war erstmals in der Kirche zu bestaunen – die meisten Werke stammten von Maler Jürgen Klaban, aber auch Gemälde von Robert Wilhelm und Marina Luley, die das Bild „Jesus am Kreuz“ gemalt hatte, waren ausgestellt. Das Malprojekt wurde im Jahr 1997 gestartet.

    Die Verbindung zur Band entstand durch seinen Bruder Achim Thomas, der das Gemeindeblatt gestaltet, berichtete Ralf Thomas-Rogala, der im Band-Kollektiv mitwirkt und das Hoffmann-Projekt unterstützt. Nachdem die Band zuvor durch energiegeladene Rockmusik bekannt wurde, haben sich die Musiker vor etwa einem halben Jahr mehr den ruhigeren Balladen zugewendet.

    Zu den Bandmitgliedern gehören die beiden Lampertheimer Dirk Kronauer (Mundharmonika) und Reinhold Aaron Werner (Hauptsänger), Robert Wilhelm (2. Mundharmonika, Background und Chor), Alex Schaab (2. Sänger, Percussion), Bianca Maria Großert (Keyboard und Gesang), Klaus Pelzer (Schlagzeug) und Ingo Kloos (Gitarre, Background und Gesang). Begleitet wurden die Musiker von Achim Thomas am Bass. Organistin Andrea Hintz-Rettenmaier ergänzte das musikalische Programm des Gottesdienstes.

    Pfarrer Ralf Kröger hieß die Gotteshausbesucher willkommen – leider waren nicht allzu viele Gäste zu diesem wundervollen Ereignis erschienen. Mit ihrem ersten Lied „Loreley“ begeisterten die Bandmitglieder die Anwesenden und zogen alle mit der Lebensfreude und dem sichtlichen Spaß an dem, was sie darboten, in ihren Bann. Mit den Worten „schöne Bilder, schöne Menschen – was ist für uns Schönheit“ eröffnete Kröger den Gottesdienst und regte die Anwesenden bewusst zum Nachdenken an und verwies dabei auf die Widersprüchlichkeit des Lebens. Auch der Blickwechsel, wie Gott auf uns Menschen schaut, wurde angesprochen – wenn wir mit den Augen Gottes schauen, seien alle Menschen schön, so Kröger. „In jedem Menschen strahlt etwas von der Schönheit Gottes aus“ lautete sein Fazit. Auch auf die tiefliegende Schönheit der ausgestellten Bilder nahm er Bezug. Hierzu passte das darauffolgende Lied der Band „Soweit die Schwingen tragen“.

    Im anschließenden Konzert waren Lieder zu hören wie „Die lieben Menschen“, „Lieben heißt“ und „Sonnenaufgang im Memphis“, bei dem Elvis-Fan Aaron vollkommen in seinem Element war. Spürbar war die Freude der Bandmitglieder – mit großem Stolz präsentierten sie ihre Lieder, ebenso wie der Maler Jürgen Klaban seine Gemälde. Sie vermittelten den Anwesenden ein ganz besonderes Lebensgefühl, völlig unkompliziert und erfreut darüber, auch anderen Menschen mit ihrem Können eine Freude zu machen.

    Mit Studioaufnahmen im Jahr 2012 in Berlin hat sich die Band einen langersehnten Traum erfüllt – ihr erstes eigenes Album wurde aufgenommen, welches über die bh-b zu erwerben ist. Sigrid Samson

     

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