MUAY THAI: Nach den Erfahrungen seines Thailand-Fights nimmt Felix Koch die German Open und WM-Qualifikation ins Visier
„Bin jetzt noch mehr motiviert“
Niederlagen tun weh! Noch überwiegt bei Felix Koch trotz überzeugendem Auftritt die Enttäuschung. Als fairer Sportler gratuliert der Nachwuchssportler dem Profi Detchanun zum Erfolg. Foto: oh
BÜRSTADT – Gesagt, getan! Muay Thai-Sportler Felix Koch konnte sich an Ostern seinen lange gehegten Traum vom Kampf im Mutterland seines Lieblingssportes erfüllen. Fünf Monate hat sich der 18-jährige Athlet in Bürstadt und Bensheim intensiv auf seinen Auftritt vor großer Kulisse, fachkundigem Publikum und einem erfahrenen Gegner, der bereits auf 38 Profikämpfe verweisen konnte, vorbereitet. Extremes Wetter in Thailand, tägliches schweißtreibendes Training in einem Studio auf Koh-Samui mit erfahrenem Trainern und der kurzfristige Umzug in eine andere Wettkampfarena, steckte der junge Bürstädter weg. Sogar das Lampenfieber hatte Felix Koch im Griff.
Kurzfristig musste der Kampf im Phetchbuncha Boxing-Stadium ins Samui-International-Stadium verlegt werden. Das Kräftemessen in der größeren Arena hätte erst einen Tag vor dem geplanten Rückflug stattfinden können. „Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen“, erläuterte Roy Koch, der seinen Sohn begleitete. Denn: „Verletzungen sind nie ausgeschlossen!“ Felix musste von einem intensiven Kampf ausgehen, der ihm alles abverlangen würde. Sein 25-jähriger Gegner Detchanun war aufgrund seiner Erfahrung als Profisportler klarer Favorit. Über 5 Runden à 3 Minuten war der Vergleich angesetzt. „Natürlich war ich nervös“, erklärte Felix Koch mit Blick auf das ungewohnte Umfeld, hunderte Fans im Publikum, das Zeremoniell und der Tatsache, dass auch seine Mutter Ksenija mit im Publikum saß.
Lange Zeit auf Augenhöhe
Was die Kraft und Kondition betraf, war der Bürstädter bestens vorbereitet und bot seinem Gegenüber einen ausgeglichenen Kampf. „Bis zur 4. Runde war es ein Duell auf Augenhöhe“, zog Felix im Gespräch mit dem TiP Bilanz. „Dann traf mich das Knie meines Gegners zweimal auf die Leber“, analysierte der 18-jährige die Ursache, warum er trotz starken Willens den Ring nicht als Sieger verlassen durfte. „Solche Fehler passieren. Leider“, bedauerte Felix Koch. Seine Unaufmerksamkeit wurde prompt „bestraft“. Trotz der Enttäuschung sei er aber stolz auf seinen Auftritt und motivierter denn je. Die Anerkennung seines Gegners, Wertschätzung von Experten und der Applaus der Zuschauer, tat sein Übriges dazu, dass der sympathische Nachwuchssportler den Blick wieder schnell in Richtung Zukunft richtete.
Mit seinen Coach Sahapol Limsuwan (Maenam Muay Thai Gym) hat sich der Bürstädter Kampfsportler bestmöglich auf den Kampf vorbereitet. Foto: oh
Auf die nächsten Ziele fokussiert
Bereits am 11. Mai steht die German Open in Heilbronn auf dem Programm. Diese gilt als Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft, die im Oktober in Österreich stattfindet. Natürlich möchte Felix Koch, der für das Schweizer Nationalteam an den Start geht, WM-Luft schnuppern und dann seine Erfolgsgeschichte fortschreiben. „Darauf bin ich voll fokussiert“, ergänzte Felix Koch. Den nächsten Auftritt in Thailand hat der Schüler ebenfalls im Visier. Ende Dezember bis Mitte Januar steht Asien auf der Agenda. In Thailand gegen einen einheimischen Muai-Thai-Sportler zu kämpfen, sei mit nichts vergleichbar, so Felix Koch. Solange seine schulischen Leistungen weiterhin top sind und Felix seine sportlichen Pläne co-finanziert, gibt es von den Eltern grünes Licht. Weitere Förderer, die den Vizeweltmeister unterstützen möchten, können sich gerne (felixkoch793@gmail.com) mit dem talentierten Sportler in Verbindung setzen. Ein Dankeschön richtet Felix an dieser Stelle an seine Heimatstadt Bürstadt für die lobenswerte Unterstützung.
Steffen Heumann
Mit seinen Coach Sahapol Limsuwan (Maenam Muay Thai Gym) hat sich der Bürstädter Kampfsportler bestmöglich auf den Kampf vorbereitet. Foto: oh