Mo., 19. November 2018, 12:21 Uhr
Strukturvielfalt erhöhen und als Lebensraum für heimische Tierwelt aufwerten
Biotopverbundprojekt Waldrandpflanzung
LAMPERTHEIM - Mit Gehölzpflanzungen am westlichen Rand des Stadtwaldes Lampertheim zwischen Waldesruh und Gärtnersiedlung setzt die Stadt Lampertheim ein weiteres Pflanzprojekt um, das den Biotopverbund in der Landschaft stärken und fördern wird. Die insgesamt 500 Gehölze verschiedener heimischer Straucharten, darunter Feldahorn, Berberitze, Hartriegel, Hasel und Weißdorn, sollen die Strukturvielfalt des Waldrandes erhöhen und diesen als Lebensraum für die heimische Tierwelt aufwerten. Der Waldsaum bildet hier die Übergangszone zwischen den landwirtschaftliche genutzten Feldern und dem eigentlichen Wald. Wo die vorhandenen Feldhecken angrenzen, entstehen Korridore, über die sich Insekten, Vögel und Säugetiere wie Rehe, Hasen und Kaninchen geschützt in der Landschaft bewegen und ausbreiten können. Diese naturnahen Landschaftsstrukturen sind von besonderer Bedeutung, da die Ackerflächen selbst in zunehmendem Maße mit Folienhäusern bebaut und zur Vermeidung von Wildschäden eingezäunt werden. Zur Vorbereitung der Pflanzfläche mussten zunächst die Sämlinge der Spätblühenden Traubenkirsche, einer sogenannten invasiven Art, die sich hier ebenso wie im gesamten Stadtwald stark ausgebreitet hat, fachgerecht entfernt werden. Der Pflanzstandort weist aufgrund der vorherrschenden sandig-trockenen Bodenverhältnisse in Verbindung mit den häufig sehr warmen Sommern extreme Bedingungen auf. Daher wurde hier besonders darauf geachtet, standort- und klimaangepasste Gehölze zu verwenden. Die Sträucher werden daher von einer ökologisch wirtschaftenden Baumschule aus der Region geliefert, wo sie unter annähernd gleichen Standortbedingungen herangewachsen sind. Auf der Grundlage einer Planung des Fachdienstes Umwelt der Stadtverwaltung Lampertheim wurde die Ausführung der Pflanzmaßnahme nach Abstimmung mit dem zuständigen Revierförster Volker Harres durch den Forstwirtschaftsmeister Johannes Herz (Revierförsterei Lampertheim) als Ausbildungsprojekt für den angehenden Forstwirt Philipp Engert konzipiert.Gegen Verbiss der Rinde durch Rehwild und Hasen werden die jungen Pflanzen anschließend mit sogenannten „Baumschützern“ versehen. Diese unverzinkten Drahthosen verrotten im Laufe der Jahre und können daher dauerhaft im Wald verbleiben. Das Anbringen des Baumschutzes übernehmen Sebastian Föry und Nicolas Ohlemüller, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Lampertheim leisten. zg