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    100 Jahre KKM: Kirchenmusikverein Bürstadt beginnt Jubiläumsjahr mit Festgottesdienst in St. Michael 

    Bischof Peter Kohlgraf: „Musik hält den Glauben lebendig“

    Den Festgottesdienst zum Auftakt des Jubiläumsjahrs des Katholischen Kirchenmusikvereins Bürstadt zelebrierte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf (Mitte) mit Pfarrer Peter Kern (rechts) und Pfarrer Hartmut M. Böhm. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Das Jubiläumsjahr hat der Katholische Kirchenmusikverein Bürstadt (KKM) mit dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael gebührend eingeläutet. Zum feierlichen Pontifikalamt am Sonntagvormittag war Bischof Peter Kohlgraf aus Mainz gekommen, der mit Pfarrer Peter Kern und dessen Vorgänger Pfarrer Hartmut M. Böhm die Messe mit Kommunion zelebrierte. Viele Gottesdienstbesucher hatten sich eingefunden, die große Kirche wurde voll und war angenehm warm beheizt, auch Decken lagen bereit. Pfarrer Kern, der auch KKM-Präses ist, begrüßte seinen Amtsvorgänger, Bürgermeisterin Barbara Schader und die Kollegin der evangelischen Kirchengemeinde Johanna Gotzmann und dankte ihnen, dass sie an dem Fest teilnehmen. Mit Dankesworten wandte sich Pfarrer Kern an die Mitglieder des Katholischen Kirchenmusikvereins, mit Dank für das Miteinander und die Gottesdienste, die sie gestalten und die Gesellschaft bereichern.

    Die Katholische Kirchenmusik Lampertheim mit Dirigent Helmut Baumer hatte die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernommen, während sich die Bürstädter KKM-Musiker auf den Gottesdienst konzentrieren konnten. Foto: Hannelore Nowacki


    Da der Katholische Kirchenmusikverein Lampertheim mit einigen Musikern aus Biblis unter der Leitung von Helmut Baumer die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernommen hatte, konnten sich die Bürstädter KKM-Mitglieder und ihre Angehörigen ganz auf den Gottesdienst konzentrieren. Zur Eröffnung füllte sich die Kirche mit den Klängen des Lieds „Praise the Lord“ („Lobe den Herrn“), weiter folgte Gloria in drei Strophen und das neue Lied „Gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt“. Gleich danach erklang das Halleluja. Mit ihrem klaren klangvollen Liedvortrag schuf Sängerin Natascha Bittmann eine berührende Stimmung. Zur Begleitung des Glaubensbekenntnisses war das Lied „Ich glaube an den Vater“ zu hören. Zur Gabenbereitung erklang „Woch ich auch stehe“, gefolgt von „Heilig, Heilig, Heilig“ aus der Schubert-Messe zum Sanctus. „Your raise me up“ begleitete die Kommunion. 

    „Nun danket alle Gott“
    Der Dank zum Schluss drückte das Lied „Nun danket alle Gott“ aus. Der 1. KKM-Vorsitzende Guido Pabst hatte die Fürbitten vorgetragen und dankte zum Schluss den Lektoren aus den eigenen Reihen wie auch Pfarrer Kern als Präses und merkte an: „Schön heute in das volle Gotteshaus zu schauen“. In fröhlicher Stimmung mit Applaus endete der Festgottesdienst. Zur schwungvollen Gospel-Melodie „Oh happy Day“ fand der Auszug statt. 

    Glaube ohne Musik undenkbar
    Schon in der Bibel kommt der Musik ein hoher Wert zu, darauf wies die Lesung mit dem Brief des Apostel Paulus an die Epheser hin: Sie sollten sich nicht mit Wein berauschen, das mache zügellos, sondern sich vom Geist erfüllen und in ihrer Mitte Psalmen, Hymen und geistliche Lieder erklingen lassen - „singt und jubelt aus vollem Herzen dem Herrn“. Bischof Kohlgraf ging in seiner Predigt drei Gedanken nach - zur Bedeutung der Musik in der Bibel, für die Entwicklung von Gemeinschaft und der Gesellschaft und als Lebensmelodie, bekannt aus einem alten christlichen Gedanken. So sei der Heilige Ignatius überzeugt gewesen, dass Gott jedem Menschen eine eigene Lebensmelodie mitgegeben habe, woraus ein Chor entstehe.

    „Glaube ohne Musik ist undenkbar“, sagt Bischof Kohlgraf, Dank und Freude ließen sich in Musik besser ausdrücken als in Worten, das gelte auch für weltliche Musik. „Musik hält den Glauben lebendig“, ist der Bischof überzeugt. Musik führe Menschen zusammen, stifte Gemeinschaft. Selbstbewusstsein erfahren jungen Menschen, wenn sie ein Instrument erlernen, auch lernten sie, dass ein Orchester nur funktionieren könne, wenn man aufeinander hört. Doch gehöre zum Leben, auch Dissonanzen auszuhalten. Musik und Freude gehören zusammen - Freude als Botschaft sei ein zentrales Thema des christlichen Glaubens. Die Katholische Kirchenmusik nehme die Menschen mit in die Welt der Freude und in den Alltag. 

    Hannelore Nowacki

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