105 Blutspender im DRK-Zentrum - ein beachtlicher Erfolg
Blut spenden – Leben retten
Vanessa von Dungen lächelt, das Entnahmeteam hat seine Arbeit gut gemacht. Den kleinen Pieks hat sie kaum gespürt. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, kranke und verletzte Menschen brauchen das Blut ihrer Mitmenschen. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Blut spenden rettet Leben. Die DRK-Ortsvereinigung Biblis lädt viermal im Jahr zur Blutspende ein. Der nächste Blutspendetermin in Biblis ist am Dienstag, 22. Juli von 15.45 bis 20 Uhr. Am Dienstag vor Ostern kamen innerhalb von gut vier Stunden 105 Männer und Frauen ins DRK-Zentrum in die Kirchstraße 14, um jeweils einen halben Liter zu spenden. Sie gehören zu den vier Prozent der Bevölkerung, die mithelfen, dass den vielen Kranken und Verletzten geholfen werden kann, dass Leben gerettet werden kann. Thomas Uihlein ist einer von diesen Menschen. Beim 10. Mal hat er eine Flasche Wein bekommen, nun ist es das 11. Mal. Die Entnahmenadel steckt in seiner Vene, als er gut gelaunt erklärt, warum er da ist: „Ich mache es, weil ich Menschenleben retten kann“. Vanessa von Dungen schaut gerade zu, wie eine Krankenschwester sehr routiniert bei ihrer Liegennachbarin die Entnahmenadel zur Hand nimmt. Sie selbst liegt schon ein paar Minuten gelassen auf der Liege, während sich der Beutel langsam mit ihrem Blut füllt. „Es ist nur ein Pieks“, sagt sie lächelnd. Jürgen Hofmann war erhielt für seine 10. Blutspende vom Vorsitzenden der DRK-Ortsvereinigung Michael Platz die Ehrennadel in Gold, die Ehrenurkunde und eine Flasche rheinhessischen Dornfelder. Eine Tafel Schokolade bekommt jeder Spender zur Stärkung. Gut wäre, wenn noch viel mehr Spenderinnen und Spender regelmäßig Blut spenden würden, meinte Eberhard Brachold, der als Regionalleiter des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg und Hessen dem DRK-Zentrum einen Besuch abstattete und vom Engagement der ehrenamtlichen DRK-Mitarbeiter beeindruckt war. „Ohne Ehrenamtliche vor Ort wäre das gar nicht zu machen“, sagte Brachold im Gespräch mit dem TIP. Die Besonderheit an diesem Abend: Erstmals kommt das Entnahmeteam aus Mannheim, nicht mehr aus dem weiter entfernten Frankfurt. Die Krankenschwestern und Krankenpfleger des Entnahmeteams sind wie die Ärzte bei der Anmeldung, Fahrer und Laborant hauptberuflich im DRK-Blutspendedienst tätig. Blut ist sehr schnell verderblich, erklärte Brachold, daher wird es noch am selben Abend in einem Frankfurter Institut bearbeitet und in seine Bestandteile separiert. Diese Blutprodukte sind unterschiedlich lange haltbar, die roten Blutkörperchen nur 30 Tage; die Blutplättchen, zuständig für die Blutgerinnung, nur vier Tage. Das Blutplasma kann sogar für zwei Jahre eingefroren werden. Für das Blutspenden sollte man eine Stunde Zeit mitbringen, denn zu Beginn wird an abgeschirmten Sitzplätzen ein Fragebogen ausgefüllt, ein ärztliches Gespräch findet statt und ein bundesweit gültiger, elektronisch lesbarer Blutspenderausweis wird ausgestellt. Ein eindeutiger Strichcode für alle Vorgänge stellt sicher, dass alles perfekt organisiert ist. Ein winziger, kaum spürbarer Pieks reicht, um ein Tröpfchen Blut zur Hämoglobinbestimmung zu erhalten. Ist genügend roter Blutfarbstoff vorhanden, steht einer Spende nichts mehr im Wege. Danach ist eine zehnminütige Ruhezeit im Sitzen, für Erstspender im Liegen vorgesehen. Alles lief dank perfekter Organisation durch versierte Fachkräfte wie am Schnürchen. Bereitschaftsleiter Karl-Heinz Schultheiß schaute zufrieden auf das Geschehen. Im DRK-Zentrum ist für die kulinarische Stärkung bestens gesorgt. Sogar eine Menükarte liegt im Speiseraum aus. Mit Ute Angert, Wally Schenk und Adelheid Schultheiß ist ein starkes, ehrenamtliches Team in der Küche tätig. Sie kochen mit Freude bei vielen Gelegenheiten, bei den Ferienspielen zum Beispiel und bei unvorhersehbaren Ereignissen wie dem Hochwasser im letzten Jahr und beim ICE-Unfall. Gerade die jungen Leute ab 18 Jahren sind beim Blutspenden gefragt, meinte Brachold, „um die Zukunft zu sichern“. Spenden darf man bis 68 Jahre, für Mehrfachspender ab dem 69. Lebensjahr ist eine ärztliche Bescheinigung erforderlich. Hannelore Nowacki
Information
Zur Blutspende erschienen 105 Blutspender, davon waren 12 Erstspender.
Für 10 Spenden wurden Rico Kronauer, Beate Wojtaszek und Jürgen Hofmann geehrt, Astrid Kissel für 25 Spenden, Erwin Czech für 50 Spenden. Simon Held aus Biblis bekam als „Erstspender 2013“ Kinogutscheine von der Bibliser Filminsel geschenkt.