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Mo., 21. August 2017, 22:39 Uhr
Volle Zelte und Musik – kleines Volksfest mitten im Ort
Bobstädter Kerwe bei Spitzenwetter in Hochform
Nach alter Sitte tunkte Kerwevadder Rupert Getrost die Bürste gut in den Krug, dann bespritzte er weiträumig den Kerwekranz zur Weihe. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Die Kerwe lebt, das zeigte das Wochenende. Das Kerwedorf am Alten Rathaus in der Ortsmitte mit zwei Festzelten, kulinarischen Angeboten vom Spießbraten bis zum süßen Konditorwerk und attraktiver Livemusik war das Ziel aller Altersgruppen. Vergnügungen wie Dosenwerfen und Süßigkeiten naschen gehörten zu diesem kleinen Volksfest dazu, ein verführerischer Duft nach frischem Popcorn zog bis zum Alten Rathaus hinüber. Ein Blickfang war das große Karussell, das die Kinder begeistert bevölkerten. An zwei Tagen stellte Dietmar Fischer seine Keramikwerke im Alten Rathaus aus. In der goldenen Abendsonne flatterten die bunten Bänder am Kerwekranz, nachdem am Samstagabend die Kerwecrew mit vereinter Kraft den blau-weiß geringelten Kerwebaum in die Höhe gestemmt und festgemacht hatte. Gespannt schauten die Kerwebesucher zu und belohnten die gute Arbeit mit Applaus. Auch eine kernige Kerwerede fehlte nicht, als altgedienter Kerwevadder aus früheren Jahren der Bobstädter Kerwe hatte sich Rupert Getrost auf das lebhafte Ortsgeschehen einen Reim gemacht. Ein Lob brachte er auf den Schausteller, die beteiligten Bobstädter Vereine und das Programm aus. Dem SV Vorwärts wünschte er mehr Zuschauer und stimmte das Publikum auf das deutsche Liedgut beim Sängerfest ein, bei dem am 30. September auch der Liederkranz Bobstadt um die Wette singt. So richtig „warmgelaufen“ widmete sich Getrost den erhitzten Gemütern in Sachen Messplatzbebauung.
Zuletzt kam Getrost auf den Frieden bei der Feuerwehr zu sprechen, deren Erster Vereinsvorsitzender er ist, und auf den Stolz der „Alten“ auf ihre Jugendfeuerwehr. Auf eine engagierte Jugend setzte Getrost auch mit Blick auf die altgediente Kerwecrew. „Sind des net die gleichen Gesichter wie schon vor zehn Jahren?“ Nach alter Sitte tunkte der Kerwevadder schließlich die Klobürste in den Wein zur Weihe des prächtigen Kerwekranzes. Sein Fazit: „Der Kranz hängt drowwe in voller Pracht, Altkerweborsch, des habt ihr gut gemacht“. Die Vorfreude der Zuschauer auf das angekündigte Freibier dauerte ein wenig länger, nachdem Ortsvorsteher Uwe Metzner den Holzhammer zwar zielgerichtet, aber zu sanft anwandte. Das Bier spritzte, ein flüssiger Biervorhang breitete sich auf dem Bock aus, auf dem sorgfältig gefaltet die Schürze lag. War der Biergenuss in Gefahr? Doch dann griff Dennis Knapp zu, einer der erfahrenen Kerweborsch, versetzte dem Zapfhahn zwei kräftige Hammerschläge und schon konnte Organisationsleiterin Sabine Kaiser mit Helfern die Becher füllen und das kühle Freibier unter die Leute bringen. Der Rat des Experten an den Holzhammerneuling: Er müsse nur zweimal kräftig zuschlagen. Womöglich gibt diese Begebenheit heiteren Stoff für die nächste Kerwerede. Später am Samstagabend bot die Band eight-team dem Publikum im vollen Festzelt mitreißende Hits, während hinten der Barbetrieb der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt brummte. Mittlerweile drängten sich so viele Besucher im Zelt und um die Zelte herum, dass die Abendkühle keine Chance bekam eine Gänsehaut herauszufordern. Hannelore Nowacki
Im vollen Festzelt mit der Band eight-team gab es am Samstagabend ordentlich auf die Ohren, zur Freude des ausgelassen feiernden Publikums. Foto: Hannelore Nowacki