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  • Mo., 26. Juli 2021, 11:39 Uhr
    BAHNHOFSUMFELD: Freie Wähler sichern Dialog zu / Alle Fraktionen und Verwaltung sollen eingebunden werden

    Bürger mit Kritik aber auch Anregungen

    Im Bereich des Bahnhofsumfeldes in Bürstadt sehen die Anwohner noch einigen Verbesserungsbedarf – auch bei den Sitzgelegenheiten an der Bushaltestelle. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT – Das Bahnhofsumfeld in Bürstadt wurde in den vergangenen Jahren um- und neugestaltet. Vieles scheint gelungen, doch wenn man genauer hinsieht gibt es dennoch zahlreiche Schwachstellen. Eine Bürgerinitiative aus Anwohnern rund um den Bahnhof sieht die Notwendigkeit für eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen vor Ort sowie verkehrsbedingte Erleichterungen für die Verkehrsteilnehmer in der Bahnhofsallee und den angrenzenden Straßen. Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Bürgerinitiative mit Vertretern der Freien Wähler, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

    „Mit der Bürgerinitiative stehen wir schon länger im Kontakt. Es gibt hier viele Sorgen und wir möchten heute gerne wissen, was stört, aber auch was man verbessern kann”, erläuterte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler in der Stadtverordnetenversammlung, Torsten Pfeil. „Es ist sehr gut, dass seitens der Bürger auch konkrete Verbesserungsvorschläge kommen. Gerne hätten wir uns bereits früher getroffen, aber aufgrund von Corona haben wir uns entschieden zu warten. Wir haben auch Vertreter der anderen Fraktionen zu diesem Termin eingeladen, denn das Thema ist sehr wichtig.”

    Seit mehreren Jahren setzt sich die Bürgerinitiative dafür ein, das Bahnhofsumfeld noch attraktiver und vor allem sicherer zu gestalten. Besonders störend ist die einspurige Verkehrsführung – hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, gerade für Fußgänger und Fahrradfahrer. „Die unklare Straßenführung sorgt dafür, dass die Einbahnstraßenregelung von vielen Verkehrsteilnehmern nicht eingehalten wird – hier ist dringend Handlungsbedarf geboten” mahnen die Anwohner. Die Dammstraße sollte daher in die Planungen ebenso eingebunden werden wie die Industriestraße, ein Einbahnstraßensystem würde hier aus Sicht der Bürger Sinn machen, um die schmalen Straßen sinnvoll nutzen zu können und die Gefahr von Unfällen zu minimieren. Kritisch sehen die Anwohner in diesem Zusammenhanf auch die Wendemöglichkeit für Busse und LKW, die zwar besteht, aber nicht praktikabel ist. So kam es schon zu Schäden an Mauern, auch hier ist eine andere Verkehrsführung sinnvoll. Raser stellen ebenfalls ein Problem dar, die Geschwindigkeitsbegrenzung wird häufig ignoriert – die gerade Strecke lädt dabei geradezu zum Rasen ein. Recht vor links als Vorfahrtssystem wäre hier sinnvoll, um auch das Driften, welches gerne in der S-Kurve in der Wigertsfeldstraße praktiziert wird, zu unterbinden. 

    Für Fahrradfahrer kommt erschwerende hinzu, dass es keinen Fahrradweg gibt. „Hier herrscht eine völlig unstrukturierte Situation und es ist keine Orientierung für Radfahrer möglich”, so die engagierten Bürger. 

    Sitzbank und Hundetütenspender sinnvoll

    Bezüglich der Bushaltestelle betonen die Anwohner, dass die Sitzgelegenheiten an der Bushaltestelle zwar für Jugendliche sicher sehr reizvoll sind, aber für ältere Bürger völlig ungeeignet. Eine Bank wäre hier aus Sicht der Bürgerinitiative eine sinnvoller Lösung als ausschließlich die wackeligen Sitzgelegenheiten. Kritik wird zudem daran geübt, dass Busfahrer häufig den Rückwärtsgang verwenden, um die die Busspur in Richtung Wingertsfeldstraße verlassen zu können oder aber die Busspur ignorieren und direkt vor den Wohnhäusern zu halten.

    Ein anderes Ärgernis stellen Hunde und ihre Halter dar. Diese verwechseln in großer Zahl die Grünflächen der Bahnhofsallee mit einer Hundetoilette, wobei die Hinterlassenschaften nicht entfernt werden. Hinweisschilder zum Schutz der Grünanlage und vor allem ein Hundetütenspender wären hier aus Anwohnersicht sinnvoll.

    Doch auch menschliche Bedürfnisse sorgen für Ärger und unangenehme Gerüche, denn es existiert zwar eine Toilettenanlage im Bahnhof, jedoch ist diese zumeist verschlossen. Dies hat zur Folge, dass immer wieder der Männer zu beobachten sind, die ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichten. Insbesondere TaxifahrerInnen haben hierbei mehrfach den Wunsch nach einer geöffneten Toilettenanlage geäußert.

    Weitere Verbesserungspunkte gibt es in der Grünanlage, hier ist nicht klar ob es sich um einen Rasen oder eine Wiese handeln soll, auf jeden Fall würde der Bereich rund um die Bushaltestelle nicht gepflegt werden. Und auch Schmutz und Müll liegen rund um den Bahnhof in größeren Mengen herum – besonders Zigarettenkippen, -schachteln, Pizzakartons und Pappbecher stellen dabei keine Seltenheit dar.

    Mehr Dialog gewünscht

    Wichtig wäre auch, bei Projekten wie diesen die Nachkosten im Blick zu behalten, etwa die Reinigung und Müllentsorgung – denn trotz aller Fördertöpfe, die genutzt werden, bleiben für die Stadtverwaltung selbst hohe Kosten, wenn das Gelände in Schuss gehalten werden soll.

    Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mahnen die Anwohner an, dass der Kanal nach der Umgestaltung statt 100 Zentimeter nun nur noch 30 Zentimeter Durchmesser hat. „Das Wasser staut sich schon jetzt bei starkem Regen und drückt sich in den Hof zurück” blicken die Anwohner bangend auf mögliche Starkregenereignisse. 

    Grundsätzlich wünschen sich die Bürger mehr Dialog und dass sie ernst und mitgenommen werden – leider seien bisher jedoch alle guten Vorschläge gestrichen worden. Torsten Pfeil versprach in diesem Zusammenhang, eben diesen Dialog fortzuführen. „Wir nehmen die Anregungen auf uns geben die Informationen auch an die anderen Fraktionen und die Verwaltung weiter. Wir bleiben an diesem Thema dran”, versprach er abschließend. „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen in den Dialog gehen und alle Beteiligten mit einbinden.” Benjamin Kloos

     

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