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Do., 02. März 2023, 11:10 Uhr
BIBLIS: Absichtserklärung zielt auf Entwicklung von Gewerbe und Arbeitsplätzen auf Kraftwerksgelände ab 2032
Bürgermeister Scheib: „Wir unterschreiben heute für die Zukunft von Biblis“
Die Absichtserklärung ist unterschrieben – die Zukunft kann beginnen. Die Unterzeichner (von links) sind Dagmar Cohrs von der Wirtschaftsförderung Bergstraße, Landrat Christian Engelhardt, der Bibliser Bürgermeister Volker Scheib, Dr. Rainer Waldschmidt von der Landesgesellschaft Hessen Trade & Invest und RWE-Rückbauleiter Ralf Stüwe. Foto: Hannelore Nowacki
HEPPENHEIM – Eine Absichtserklärung für die gewerbliche Nachnutzung einer 60 Hektar großen Fläche auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks in Biblis wurde am Mittwochnachmittag im Nibelungensaal des Landratsamtes unterzeichnet. Das formlose Papier trägt die Unterschriften derer, die sich für ein Zukunftsprojekt auf Bibliser Gemarkung einsetzen - die Ansiedlung von Gewerbe zum Nutzen der Gemeinde, des Kreises Bergstraße und des Grundstückseigentümers RWE und auch des Landes Hessen. Aufbruchstimmung zeigten die Unterzeichner Ralf Stüwe, Leiter der Rückbauanlagen bei RWE, Landrat Christian Engelhardt, der Bibliser Bürgermeister Volker Scheib, die stellvertretende Geschäftsführerin der Wirtschaftsregion Bergstraße Dagmar Cohrs und Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Hessen Hessen Trade & Invest als externe, fachkundige Begleitung. „Wir gehen gemeinsam in einen moderierten Prozess“, kündigte Landrat Engelhardt an. Eine Reihe von Vorzügen des ehemaligen AKW-Standortes nannte er, die für Investoren interessant seien wie die Anbindung an den Rhein, Stromversorgung sowie die vorhandene komplette Infrastruktur. Hervorragende Voraussetzungen sieht Engelhardt hier für Wirtschaftswachstum bei insgesamt hoher Flächenkonkurrenz im Kreis. Waldschmidt teilt diese Einschätzung. Doch nicht nur an der Bergstraße seien Gewerbeflächen absolute Mangelware, auch in Südhessen insgesamt. Als Dienstleister mit nationaler und internationaler Erfahrung bringe sich die Wirtschaftsförderung des Landes Hessen gerne ein, es gehe um eine kluge und intelligente sowie nachhaltige Weiterentwicklung der Flächen. Spannende Investoren sollen herangeführt werden, dafür seien die Chancen ausgezeichnet. Cohrs bestätigt aus Sicht der Wirtschaftsförderung Bergstraße die überregionale Bedeutung des Vorhabens, mit der Absichtserklärung sei ein erster Schritt in der Zusammenarbeit getan. Bürgermeister Scheib zeigte sich zuversichtlich: „Wir unterschreiben heute für die Zukunft von Biblis“. Nach dem Aus der Atomkraft am Standort Biblis sei die Gemeinde in schwieriger Lage, es gehe darum, langfristig Arbeitsplätze zu schaffen und diese Chance zu nutzen. Gemeinsam mit den Bürgern und transparent solle der Prozess gestaltet werden. Warum jetzt schon an die Nachnutzung dieser riesigen Fläche denken? Im nachfolgenden Gespräch meinte Scheib, dass die Zeit bis 2032 schnell vergehe. Sobald Interessenten feststehen, habe die Gemeindevertretung die Aufgabe, einen Bebauungsplan zu erstellen. Rückbauleiter Stüwe denkt an die mögliche abschnittsweise Nutzung von Teilflächen, noch bevor ab 2032 die gesamte 60 Hektar große Fläche atomrechtlich freigegeben ist. Ob Flächen verkauft werden ließ er offen. Weiterhin sind das Zwischenlager und das Gasturbinenkraftwerk dort angesiedelt. Waldschmidt machte deutlich, dass Unternehmen in Dekaden denken, ihnen müsse daher eine Perspektive geboten werden. Anfragen gebe es bereits aus vielen Branchen, denn das Angebot von Fläche sei der Faktor Nummer 1 bei Unternehmensentscheidungen. Viele Möglichkeiten der Ansiedlung kämen in Betracht wie Maschinenbau, Chip-Industrie oder Chemie, meinte Landrat Engelhardt. Waldschmidt sieht hier die lokalen Akteure gefragt. Das „L-Wort“ wollte er lieber nicht ins Spiel bringen, Logistikhallen also eher nicht. Hannelore Nowacki