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  • Mo., 27. Februar 2023, 12:08 Uhr
    RÜCKSCHAU UND AUSBLICK: Jahresempfang der Stadt Bürstadt mit nachdenklichen Tönen

    Bürgermeisterin Schader: „Unser Gemeinwesen in Bürstadt lebt“

    Nach zwei Jahren Pause fand der Jahresempfang wieder statt. In ihrer Ansprache stellte Bürgermeisterin Barbara Schader der Vergangenheit die Zukunftsaufgaben gegenüber. Sie zitierte Albert Einstein: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Beim feierlichen Jahresempfang der Stadt Bürstadt am Freitagabend waren alle stimmungsmäßigen Klangfarben in den Ansprachen vertreten – die heiteren und optimistisch der Zukunft zugewandten Aussagen von Bürgermeisterin Barbara Schader, aber auch die besinnlichen und besorgten Worte von Pfarrer Peter Kern. Musikalisch setzte Tobias Molitor am Klavier die Akzente, zu Beginn des Programms mit dem Glockengeläut, dem „Klokkeklang“ von Evdvard Gried. Schöner Blumenschmuck auf der Bühne und farbige Leuchten verliehen dem voll besetzten Saal im Bürgerhaus eine stimmungsvolle Atmosphäre. 

    Schon vor Beginn entwickelten sich unter den Gästen angeregte Gespräche, während auf der Großleinwand zu lesen war, welche Ehrengäste aus Vereinen, sozialen Organisationen und Einrichtungen, aus beiden Kirchen, aus Wirtschaft und Politik eingeladen waren. Auch die Ehrenbürger waren namentlich genannt. Wie zuletzt vor zwei Jahren vor der Corona-Pause stellten sich die Besucher gerne in die Warteschlange am Eingang, um Bürgermeisterin Schader persönlich zu begrüßen. Rückblickend sieht Schader Jahre, „die uns nachhaltig prägen, die uns lange nachdenklich zurücklassen – aus denen wir dennoch oder gerade deshalb gestärkt hervorgehen“. Mit ihrer Präsenz zeigten die Besucher, „dass unser Gemeinwesen in Bürstadt lebt – das macht Mut“, betonte Schader und wies auf die unzähligen Ehrenamtlichen in Bürstadt hin, die das soziale Miteinander prägen. Eine Bilderschau gab einen lebhaften Eindruck vom Bürstädter Gemeinwesen mit zahlreichen Veranstaltungen, Ereignissen und Aktionen des vergangenen Jahres. Zur Lebensqualität trügen auch die zahlreichen Beratungsangebote bei, in Bürstadt werde niemand an den Rand gedrängt oder müsse sich in seiner Not nicht allein gelassen fühlen. Unterstützung und Hilfe komme den Flüchtlingen zu, auch durch die neu gegründete Integrationskommission und die sechzehn Integrationslotsen. „Aber wir merken – wir müssen uns das eingestehen, dass unsere Fähigkeiten zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen nicht unbegrenzt sind“, sagte Schader. Das Thema Gesundheit nahm Schader in Verbindung mit der gesunden Stadtentwicklung und dem „Leuchtturmprojekt“ Bildungs- und Sportcampus als Sozialraum für Sport, Bewegung, Soziales und Integration mit eigenem Energiekonzept in den Blick – Eröffnung am 22. September. Weitere Themen zur städtebaulichen Entwicklung waren die Schaffung von Wohnraum und Ausbau der Kinderbetreuung. Mit dem Bau der Bewegungs-Kita im Bildungs- und Sportcampus werde im Juni begonnen. Klimawandel und Energiewende sollen aktiv gestaltet werden, dabei nehme die Stadt mit ihren Liegenschaften eine Vorbildfunktion ein. Den Bürgern werde mit der Kampagne „aufsuchende Energieberatung“ ab Mai eine kostenfreie Erstberatung für ihre Gebäude angeboten. Zur Verbesserung von Klima und Luft nannte Schader die beschlossene Grün-Charta, die Umgestaltung des Biotops Flur 21/22 bis Mai und die Glücksbaumallee. Für den Aufbau der neuen Infrastruktur habe die Stadt Bürstadt seit 2008 insgesamt 21 Millionen Euro an Städtebaufördermitteln erhalten. Mit ihrem persönlichen Engagement in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ließen die Menschen Hoffnung wachsen. „Heute ist ein schöner Anlass den Menschen danke zu sagen, die mutig zupacken und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt beteiligen“, sagte Schader. Pfarrer Peter Kern gedachte in seiner Ansprache den Opfern des Kriegs in der Ukraine und des Erdbebens in der Türkei und in Syrien und lud zu einer gemeinsamen Schweigeminute ein. Auch die Zeit der Corona-Pandemie sprach er an, die wie eine nicht enden wollende Zeit der Entbehrungen erschienen sei, der verordnete Verzicht auf lieb gewordene Gewohnheiten sei zur Alltagserfahrung geworden. Verzicht sei auch in Zukunft nötig, um dem Klimawandel zu begegnen: „Es gibt keinen Weg aus der Klimakrise ohne Verzicht“, ist Kern überzeugt. Sein Schlusswort hielt Stadtverordnetenvorsteher Franz Siegl kurz, nach seinem Dank an alle Beteiligten des Jahresempfangs lud er zum Umtrunk und Meinungsaustausch ein. Hannelore Nowacki 

     

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