BGZ: Aktuelle repräsentative Umfrage zur Zwischenlagerung / „Handlungsbedarf identifizieren und Maßnahmen insbesondere ableiten“
Bürgerschaft befürwortet staatliche Verantwortung
Was die Bürgerschaft in der Region um den BGZ-Standort in Biblis über die Zwischenlagerung wissen und denken, zeigen die Ergebnisse einer Umfrage. Foto: Christopher Mick/BGZ
BIBLIS – Was wissen und denken die Menschen im Umkreis der Zwischenlager radioaktiver Abfälle über ihre besonderen Nachbarn? Dazu hatte die Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH (BGZ) eine Umfrage durchführen lassen, deren Ergebnisse sie nun veröffentlicht.
Um ein Bild über das Wissen und die Einstellung der Bürgerinnen und Bürger an den Standorten zu bekommen, hat das unabhängige Institut aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar im Auftrag der BGZ insgesamt 3.500 Bürgerinnen und Bürger in einem Radius von 25 Kilometern um die insgesamt 16 BGZ-Zwischenlagerstandorte online und per Telefoninterview befragt und die erhobenen Daten analysiert sowie ausgewertet.
Danach halten es rund 70 Prozent der deutschlandweit insgesamt 3.500 Befragten für richtig, dass der Staat die Verantwortung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland übernommen hat. Deckungsgleich zeigt sich das Bild in Biblis: 68 Prozent der 200 Befragten rund um das Zwischenlager befürworten die staatliche Verantwortung. Das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die Mitarbeitenden einer unabhängigen Gesellschaft für Sozialforschung im Auftrag der BGZ an ihren Zwischenlagerstandorten durchgeführt haben.
Wichtige Erkenntnisse
„Die Umfrageergebnisse liefern uns wichtige Erkenntnisse über den Informationsstand und das Stimmungsbild der Bürgerinnen und Bürgern an unseren Standorten“, sagt die Vorsitzende der BGZ-Geschäftsführung, Bettina Hesse, die seit Juni 2023 im Amt ist. „Die Ergebnisse der Umfrage werden wir in unsere Arbeit aufnehmen, Handlungsbedarf identifizieren und Maßnahmen insbesondere in Bezug auf die verlängerte Zwischenlagerung ableiten.“ Daher werde die BGZ in den kommenden Jahren auch weitere Umfragen durchführen lassen. „Uns als Unternehmen ist es extrem wichtig, dass sich ganz besonders unsere Nachbarn gut darüber informiert fühlen, was die BGZ in ihren Zwischenlagern tut.“ Nur dies schaffe echtes Vertrauen, so Hesse weiter.
Parallel dazu wird die BGZ in diesem Jahr ein Konzept zur Beteiligung der Bürger*innen neu aufsetzen. Dafür bieten die Ergebnisse dieser Umfrage bereits eine gute erste Orientierung.
Differenziertes Bild gezeichnet
Die Umfrage zeichnet ein differenziertes Bild zur Einstellung und zum Informationsgrad der Menschen: So kennen mehr als 58 Prozent der Befragten aus der Region das Brennelemente-Zwischenlager Biblis (60,2 Prozent kennen das Abfall-Zwischenlager), die Hälfte hält es für notwendig, während knapp 34 Prozent in dieser Frage unentschlossen sind. Zum Vergleich: Betrachtet man die Ergebnisse aller Standorte, kennen zwei Drittel der Befragten die Zwischenlager in ihrer Region, rund die Hälfte hält sie für notwendig und rund ein Drittel ist in dieser Frage unentschlossen.
„Ziemlich hohes Risiko“
Auch die Risikowahrnehmung ist sehr unterschiedlich ausgeprägt: 28 Prozent der Befragten halten das Zwischenlager Biblis für ein „ziemlich hohes Risiko“, knapp 47 Prozent sehen in der Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle am Standort ein „geringes Risiko“. Das entspricht dem bundesweiten Ergebnis: Rund ein Drittel der 3.500 Befragten erkennt im Zwischenlager ein „ziemlich hohes Risiko“ und knapp die Hälfte hält die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle für ein „geringes Risiko“. Eine Akzeptanz gegenüber der Zwischenlagerung in der Region lässt sich bei den Befragten erkennen, die damit nur ein geringes Risiko verbinden und gleichzeitig angeben, gut über die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle informiert zu sein.
Mehr Informationen über die Zwischenlagerung wünschen sich 48 Prozent der Befragten in Biblis, deutschlandweit sind es 50 Prozent. Dabei kommt den klassischen Medien eine große Bedeutung zu: Knapp 91 Prozent der Interviewten in der Region möchten per Zeitung, Radio oder Fernsehen über Themen der Zwischenlagerung informiert werden, bundesweit sind es 88,5 Prozent.