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  • Fr., 23. Juni 2017, 09:18 Uhr
    Demonstration gegen die Gebührenerhöhung für städtische Kinderkrippen

    „Bürgerstadt mit Herz – auch für Familien?“



    Zur Demonstration gegen die Gebührenerhöhung für Krippenkinder unter drei Jahren waren etwa dreißig erwachsene Teilnehmer und etliche Kinder gekommen. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Die Demonstration am Mittwochabend gegen die Gebührenerhöhung für städtische Kinderkrippen vor dem Bürgerhaus in Riedrode verlief friedlich, so hatte es Veranstalterin Bianca Frentzel auch beabsichtigt. Sachlich, ohne böswillige Parolen wollten die Eltern für ihr Anliegen demonstrieren. Lautstark wurde es mitunter dennoch dank der Tröten und Trillerpfeifen, Rasseln und Trommeln, die Kinder und Eltern auch fröhlich nutzten. Eine Stunde später sollten die Stadtverordneten über die Kostenbeitragssatzung für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen abstimmen. Würde es den demonstrierenden Eltern noch gelingen, die Parlamentarier mit ihren Argumenten zu überzeugen? Auf den mitgebrachten Plakaten war in bunter Vielfalt zu lesen, worauf des den dreißig anwesenden Eltern, Müttern und Vätern ankam: „Stoppt den Gebührenwahnsinn“ – „Kitas müssen bezahlbar bleiben“ – „Lasst uns reden, anstatt heute zu beschließen“. Auch stellte sich den Eltern die Frage „Bürgerstadt mit Herz – auch für Familien?“. Eine Zahl stand bildhaft für die gesamte Gebührenerhöhung – für die Ganztagsbetreuung eines unter dreijährigen Kindes werden bis 2021 im Jahr 1770 Euro mehr zu bezahlen sein als heute. Vierzig Prozent mehr, eine Kostenbeteiligung der Eltern von heute zwölf auf dann zwanzig Prozent, das ist den Eltern zu viel. Eine Online-Petition hatten die Organisatoren bereits Tage zuvor gestartet und schon in den ersten 48 Stunden 152 Unterstützer gefunden, 103 aus Bürstadt. Fünf gedruckte Exemplare wurden der Stadtverordnetenversammlung später übergeben. Die Hitze des Tages war im Schatten der Bäume vor dem Bürgerhaus auszuhalten, etwa ein Dutzend Kinder war dabei, die Kleinen saßen gemütlich im Buggy, auf dem Arm oder den Schultern ihrer Eltern. Immer wieder zeigten die Eltern der Stadt Bürstadt die „rote Karte“. Was fordern diese Eltern? Bianca Frentzel sagte ins Megafon: Eine schrittweise Erhöhung, jedesmal mit einer neuen Berechnung und nur, wenn es wirklich nötig ist und tragbar. Auch sollen die Eltern ein Mitbestimmungs- und Anhörungsrecht haben. Ihr Vorwurf an die Stadt Bürstadt: Es gebe keine wirkliche Kommunikation und im Kinderbetreuungsrat gebe es keinen einzigen Elternbeiratvertreter. Viel zu kurz sei die Zeit zwischen Bekanntgabe der Erhöhung und Beschlussfassung um zu reagieren. Der Appell an die Parlamentarier: „Lassen Sie uns gemeinsam gute Kompromisse finden – der Beschluss heute sollte vertagt werden“. Am Rande der Demonstration hatten sich einige AfD-Mitglieder mit Luftballons eingefunden, deren parteipolitische Vereinnahmung von der Veranstalterin nicht gewünscht war und im Gespräch geklärt wurde. Dennoch kam es zu einem Pfeifkonzert als Bürgermeisterin Barbara Schader zum Bürgerhaus ging. Dafür entschuldigte sich Bianca Frentzel sogleich und mahnte zur sachlichen Diskussion. Die Stadtverordnetenversammlung tagte am Mittwochabend ausnahmsweise im Bürgerhaus in Riedrode, da im Bürgerhaus in Bürstadt eine Veranstaltung der Erich-Kästner-Schule stattfand. Hannelore Nowacki 

     
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