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  • Di., 21. September 2021, 11:59 Uhr
    PRÄVENTION: Aktion des Gesundheitsamtes des Kreis Bergstraße, der Björn-Steiger-Stiftung und der Stadt Bürstadt / „Man kann nichts falsch machen – jede Minute zählt”

    „Bürstadt wird herzsicher!”

    Bürstadt wird herzsicher – die Aktion soll möglichst vielen Menschen Mut machen, bei einem Herzstillstand lebensrettend einzugreifen und die Laienreanimation durchzuführen. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT – Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters erleiden in Deutschland mindestens 60.000 Menschen pro Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Der Herztod zählt dabei mit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Wenn eine betroffene Person bewusstlos am Boden liegt, gilt es, so schnell wie möglich Erste Hilfe zu leisten. Denn jede Minute zählt! Aber: Es greifen immer noch zu wenige Menschen bei diesen Notfällen ein. Wenn mehr Menschen unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten würden, könnten sich die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten verdoppeln bis verdreifachen. Um hier zu sensibilisieren wollen das Gesundheitsamt des Kreis Bergstraße, die Björn-Steiger-Stiftung und die Stadt Bürstadt im Rahmen einer Kooperation und der Aktion „Bürstadt wird herzsicher“ einen  Beitrag dazu leisten, dass die Laienreanimationsquote steigt.

    Bürgermeisterin Barbara Schader freut sich, dass die Bürgerstadt mit Herz nun auch herzsicher wird. „Das Herz ist ein ganz wichtiges Organ und hat extrem viel zu leisten. Die gesunde Stadtentwicklung ist bei uns in Fokus, es geht dabei nicht nur um die Verhinderung von Krankheiten, sondern dass hier alle Genrationen und Nationen gesund aufwachsen und leben können. Alle Maßnahmen im Bereich der Prävention sich dabei wichtig, damit man sich im entscheidenen Moment auch traut zu helfen – in Schulen, in den Sportvereinen oder in der alla hopp-Anlage. Begegnungen passieren überall, es ist wichtig, hier sicher zu werden.”

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte, dass es sich hier um ein neues Projekt im Kreis handele. „Die Laienreanimation war bereits Thema hier im Kreis, unter anderem ist sie fester Bestandteil des Yolo-Day an unseren Schulen. Vielen Dank an die Kooperationspartner, ohne die Projekte wie dieses nicht funktionieren können, besonders auch an die Schulen und Vereine. Es kann einen jederzeit treffen, dass man helfen muss. Wichtig ist vor allem, dass man etwas tut und keine Angst hat, etwas falsch zu machen. Denn es kommt auf jede Minute an! Durch Laienreanimation kann die Wahrscheinlichkeit, das jemand überlebt, verdoppelt oder sogar verdreifacht werden. Dieses Thema sollte jeder erst nehmen. Nur in 40 Prozent der Fälle kommt es zu einer Laienreanimation, wichtig ist zu helfen. Wir wollen in den Schulen beginnen, denn junge Menschen gehen viel unbefangener an die Thematik heran und handeln entsprechend schneller. Zudem nehmen sie die Inhalte mit in ihre Familien. Auch in die Vereine soll die Laienreanimation hineingetragen werden, ebenso wie in das Quartierbüro und zu den Integrationslotsen.” 

    Lebensretter werden

    Die 1969 gegründete Björn-Steiger-Stiftung ist ebenfalls ein wichtiger Partner im Boot. Gemeinsam mit den Schulen schließt sie einen Teilnehmervertrag, in dessen Rahmen alle 7. Klassen über einen Zeitraum von vier Jahren aktiv Reanimierung behandeln. Jede Schule bekommt hierzu 15 Wiederbelebungspuppen und einen Übungsdefirbilator zum Training und einen Defibrilator der für den Ernstfall vorgesehen ist. Zudem werden die Schüler angelernt, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird.

    Wie wichtig die Laienreanimation ist, machte Marc Haffner, Ärztlicher Leiter der Gefahrenabwehrstelle, deutlich. „Wir sind sehr gut ausgebildet und ausgestattet – aber es dauert dennoch, bis wir nach einem Notruf vor Ort sind. Alleine in Bürstadt brauchen wir bis zum Schwimmbad je nach Verkehr bis zu acht Minuten, und dies obwohl wirklich jede Sekunde zählt. Daher ist es unglaublich wichtig, dass wir Ersthelfer haben. Es muss die Angst genommen werde, dass man etwas falsch machen kann. Im Gegenteil: Man kann es nur besser machen!”

    Stephanie Dekker, Schulleiterin der Erich Kästner-Schule, betonte, das alles, was man mit Kindern mache, nachhaltig sei. „Als Erwachsener hat man viel Angst, Kinder gehen ganz anders damit um. Daher ist es wichtig, Kinder abzuholen, sie sind mit Begeisterung dabei.” Auch Torsten Wiechmann, Leiter der Schillerschule, macht mit seinem Kollegium und den Schülerinnen und Schülern hier gerne mit. Wichtig sei, nicht wegzuschauen sondern anzupacken. Andreas Röß, Vorsitzender des TV Bürstadt, erläuterte, dass der Verein 75 Übungsleiter habe, die immer wieder weitergebildet werden. „Seit drei Jahren haben wir einen Defibrilator in unserer Halle und haben diesen zum Glück noch nie gebraucht. Die große Aufgabe ist es, Angst wegzunehmen. Gerade die Eltern unseres Elter-Kind-Turnens und der Krabbelgruppe sind sehr an Informationen zu diesem Bereich interessiert.” Daher nutzte Andreas Röß die Gelegenheit, Tatjana Riffner einzuladen. Diese führt entsprechende Schulungen im Rahmen der Yolo-Days an Schulen aber auch in Form von Puppentheatern in Kindergärten durch, um hier Kindern die Reanimation näher zu bringen und sagte direkt zu. Damit Bürstadt in allen Altersklassen bald herzsicher ist und sich noch mehr Menschen trauen, die lebenswichtige Laienreanimation durchzuführen. Benjamin Kloos

    Wiederbelebung in sechs Schritten

    1. Ruhe bewahren und sofort helfen. Immer daran denken: Man kann nichts falsch machen.

    2. Sprechen Sie die Person an! Reagiert sie nicht, rufen Sie laut um Hilfe, so dass eine weitere Person den Notruf 112 absetzen kann.

    3. Machen Sie den Brustkorb frei, überstrecken Sie den Kopf und überprüfen Sie durch Hören, Sehen und Fühlen, ob die Person noch atmet.

    4. Wenn nicht, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage! Dazu legen Sie beide Hände übereinander und drücken auf die untere Hälfte des Brustbeins. Dabei gilt: So tief wie möglich eindrücken und nicht aufhören. Das Beatmen ist bei Erwachsenen in den ersten Minuten, bis weitere Hilfe kommt, gar nicht so wichtig.

    5. Schalten Sie, wenn vorhanden, das AED-Gerät (Aitmoatisierter Externer Defibrilator) ein und befolgen Sie die Anweisungen. Die Pads des AED auf den vom Haaren befreiten und trockenen Oberkörper anbringen.

    6. Der Defibrilator analysiert den Herzschlag und empfiehlt eine oder beide Maßnahmen: Schock auslösen oder Herzdruckmassage fortsetzen.

     

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