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  • So., 12. Februar 2023, 23:34 Uhr
    FASTNACHT: Spiel- und Kulturkreis 50 hatte zweimal volles Haus bei Prunksitzungen 

    Bürstädter Kulturgut auf der Bühne und Saal in Hochform 

    Die begeisterten Zuschauer bekamen noch eine Zugabe zur Weltreise von „Tutti Frutti“. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Alle waren sie zur zweiten großen Sitzung des SKK 50 (Spiel- und Kulturkreis 50 Bürstadt) am Samstagabend ins Bürgerhaus gekommen - das gut gelaunte Publikum in großer Zahl, die Tollitäten aus Bürstadt und Lampertheim und die Abordnungen von örtlichen und nachbarschaftlichen Fastnachtsvereinen. Das kostümierte Publikum zeigte sich beim Mitmachen, Klatschen und Lachen auch nach Stunden noch von seiner aufgeweckten Seite, bisweilen tobte die Begeisterung.  Der Verein mit Herz und mit rot-weißer Farbenpracht, wie Sitzungspräsident Marcel Kilian kundtat, feierte mit dem Publikum über fünf Stunden die zweite Prunksitzung der Kampagne und die Wiederkehr „unserer goldischen Fastnacht“ mit einem abwechslungsreichen Programm. Der Traditionsverein präsentierte sich in Hochform wie einst vor der zwei Jahre währenden pandemischen Zwangspause. Sitzungspräsident Marcel Kilian pflegte mundartlich und gerne auch reimend die Kunst, Übergänge unterhaltsam zu gestalten. Und am Schluss, bevor sich alle Aktiven auf der Bühne versammelten, befeuerte er als Sänger mit dem KKM-Orchester unter der Leitung von Wolfgang Rothenheber das närrische Treiben zum Höhepunkt, nicht fehlen durften hier die Mega-Hits Layla und Sex on fire. Zahlreiche Jubilare erhielten Lob und Orden. Das Bürstädter Prinzenpaar Prinzessin Viviane I. und Prinz Andreas II., vormals über Jahre als „Vadder un Dochder“ im Programm präsent, eilten zum nächsten Termin, kehrten aber wieder zurück. Zu Ehren des Prinzenpaars tanzten die Funkenmariechen und die ganz jungen Funkies, schon groß in der Leistung. Aus Lampertheim war Prinz Patrick I. mit einer Abordnung seiner Feuerwehr angereist, jedoch krankheitsbedingt ohne seine Prinzessin Sabine II. Im ersten Vortrag des Abends legte Michael Morweiser „Der Apotheker“ den Finger in die Wunde, die in Bürstadt unter anderem Ärztemangel heißt. In schöner mundartlicher Reimform  machte er das Lokalkolorit jedoch zum Vergnügen, auch wenn es nur noch zwei Apotheken gibt. „Doch vielleicht isses jo klug, un zwaa Apotheke sinn genug“, lenkte er ein. Ein Grund spricht dafür: „Mir Bäschdädder strotze vor Kraft, sin gesund und top fit, die Lamperter brauche halt Pille, sonst kumme die net mit“. Daher haben sie dort mehr Apotheken. Nach Überlegungen zum Quartiersbüro nahm „Der Apotheker“ sich das Gendern vor. „Ich dacht aa, mir lebe in einer Demokratie, doch guckt ma mol genauer hie, lehne zwei Drittel vun de Mensche des Gendern ab, wie kimmt des bloß, dass des uns so hält uff Trab?“  Ärzt*innen oder Apotheker*innen? Er meint: „Ich glaab, die fange komplett aa zu sp*innen“. Was ihm auch nicht aus dem Sinn geht: Die Ordnungspolizisten, die jetzt im Bahnhof sitzen. Das Motto im Jahresorden heißt denn auch: „Das Ordnungsamt im Bahnhof sitzt, jetzt wird a noch de Zug geblitzt“. Vielfacher Applaus war dem „Apotheker“ sicher, so wie vor Corona seiner Vorgängerin im Amt der klaren Worte – die „Marktfraa“ Maritta Kilian ist in den verdienten Fastnachtsruhestand getreten. Einen knackigen Vortrag lieferte Selina Kipfstuhl als „Tochter vom Metzger“ mit Lach- und Sachgeschichten rund um die Ladentheke. Im Worschdwasserkessel köchelt einiges. Klar ist, beliebt bei der Kundschaft ist der BMW, das Brötchen mit Woschd. Beim Vortrag von Nicole und Stephan Faber ging es in Reimversen hoch her, am Schluss endete der Geschlechterkampf versöhnlich. „Des bissl Haushalt – äh Kinner äh Leid“, ließ sich als Persiflage oder wie aus dem echten Leben verstehen, kommentierte der Sitzungspräsident. Sprachkünstler und Kabarettist Dr. Markus Weber, Apotheker aus Weinheim und neu beim SKK 50, hatte mit seinem Vortrag „Fräulein Baumann“ die Lacher pausenlos auf seiner Seite.

    „Stecke un Steif“ bewiesen mit ihrem Showtanz Top Gun, dass sie Überflieger und völlig schwerelos sind. Foto: Hannelore Nowacki


    Im Vortrag „Sport ist Mord“ ließ sich Luisa-Marie Morweiser von Constantin Morweiser erfolglos in mehrere Sportarten einweisen. Als „Stroosekehrer“ machten Hans Ludwig, Jürgen Brenner und Gregor Winkler mit lokalen Themen reinen Tisch und sammelten dabei allerlei auf. Bunt und fröhlich, orientalisch und elegant, rasant und artistisch – die eigenen Showtanzgruppen und die Prinzengarde begeisterten mit choreografisch und szenisch mitreißenden Vorführungen. „Tutti Frutti“ gingen auf Weltreise, „Lollipop“ ließ die Minions tanzen und „Die Wilde 13“ gab Einblick in einen Schultag in Hogwards mit Harry Potter persönlich. Ins Glitzerland „Bollywood“ entführten die Riwwelkigelsche und die „Enigmatic“ ließ die Superhelden tanzen. „Stecke un Steif“, das Männerballett mit dem Strahlen in den Gesichtern, ertanzte sich beim schwerelosen Abheben über die Wolken drei Zugaben und tosende Begeisterung. Die „Tanzperlen“ luden ein zu einer karnevalistischen Reise. Zum Abschlusslied mit Marcel Kilian und Tobias Molitor gab das KKM-Orchester die Tonkulisse. Hannelore Nowacki

     

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