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    NACHHALTIGE ENTWICKLUNG: Sozialministerin informiert über Planungen im Bereich „Frühkindliche Bildung“ / Erfolgsmodell Familienzentrum / Erster Stadtrat setzt auf Förderung und bessere Finanzausstattung

    „Bund, Länder und Kommune – es geht nur Hand in Hand“

    Erster Stadtrat Marius Schmidt, Leitung Familienzentrum Lampertheim Sabrina Mohr, Sozialministerin Heike Hofmann und Bundestagskandidat Sven Wingerter beim Erfahrungsaustausch in Lampertheim.
    Foto: Steffen Heumann

    LAMPERTHEIM – Bei ihrem Besuch im Familienzentrum Lampertheim in Begleitung von Bundestagskandidat Sven Wingerter und dem Ersten Stadtrat Marius Schmidt hatte Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) am Dienstag grundsätzlich positive Nachrichten aus der Landeshauptstadt zu verkünden. Förderprogramme mit denen das Land die Kommunen bislang im Bereich „Frühkindliche Bildung“ unterstützt hat, sollen fortgeführt werden. Darüber hinaus verwies Ministerin Hofmann auf anstehende Gespräche in Regierungs- und Fachkreisen. Ziel sei es Anpassungen in der Gesetzgebung vorzunehmen, die sich an der Praxis orientieren und die Vergabe von Fördermitteln vereinfachen. „Bund, Länder und Kommune – es geht nur Hand in Hand“, betonte Heike Hofmann. 

    Im Wesentlichen wird in 1.000 PivA-Kräfte für eine Praxisintegrierte vergütete Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/Erzieher investiert. 14 Millionen Euro fließen zudem in die Schaffung von 800 Plätzen für Kita-Assistenzen, die pädagogische Fachkräfte im Alltag unterstützen. Nicht zuletzt soll auch der „Fachkraft-Schlüssel“ in Erziehungseinrichtungen moderat angepasst werden, „aber nicht ohne die Qualität aus dem Blick zu verlieren“, so die Sozialministerin, die sich dabei an den Erfahrungen an der Basis orientieren möchte. Maßnahmen, die auch Marius Schmidt befürwortet, da eine andere Konzeption sinnvoll sei, um den Tätigkeitsbereich in der Erziehung auch für Quereinsteiger zu öffnen. 

    Der Erste Stadtrat setzt auf jede Unterstützung im Bereich Erziehung, um dem Personalbedarf und damit auch dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz gerecht zu werden. Parallel hierzu hofft Schmidt auf die Planungssicherheit durch Fördermittel, um das jährliche Defizit im Haushalt in Höhe von rund 9 Millionen Euro abzufedern. Denn im Grunde habe die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht, so Schmidt, „und wirtschafte effizient“. Dass das Kita-Projekt „Oberlache“ gekippt worden sei, erachtet Schmidt als bedauerlich. Ebenso wie den Mangel an Kita-Plätzen für rund 35 Familien in Hofheim. Entlastung sieht der Erste Stadtrat in den Planungen für einen Ersatzneubau der Kita Mariä Verkündigung oder die Schaffung von neuen Kita-Plätzen in Hüttenfeld. Perspektivisch sei auch das Vorhaben einer sogenannten „Bauernhof-Kita“ in Verbindung mit einem Seniorenwohnheim zu nennen. Um flexible Öffnungszeiten zu ermöglichen, stünden im Bereich der frühkindlichen Förderung 183 städtische Mitarbeiter zur Verfügung. Freie Stellen gäbe es zwar, aber unter 10, ergänzte Marius Schmidt. Impulsgeber, die in diesem Bereich für eine spürbare Entlastung sorgen können, sei zudem eine generelle Attraktivitätssteigerung von Erziehungsberufen und selbstredend eine bessere Finanzausstattung der Kommune durch Land und Bund. 

    Bundestagskandidat Sven Wingerter verbreitete Hoffnung. Bis 2026 stünden zwei Milliarden Euro aus dem Kita-Gesetz der Bundesregierung bereit, um Kommunen und Träger effizienter zu unterstützen. „Wir investieren gerne in Köpfe und Bildung“, fügte Wingerter an.

    Erfolgsmodell Familienzentrum

    „Wir brauchen starke Familien“, unterstrich Heike Hofmann die Notwendigkeit, Einrichtungen wie das Familienzentrum Bensheim am Standort in Lampertheim durch finanzielle Zuwendungen wie konzeptionell zu unterstützen. Hofmann nutzte daher die Gelegenheit sich vor Ort über den Tätigkeitsbereich zu informieren. Ihre Bilanz: „Ein Erfolgsmodell“. Sabrina Mohr, Leiterin in der Dieselstraße, verwies auf die zahlreichen offenen Angebote. Ob Hebammensprechstunde, der Spiele- oder Alleinerziehenden-Treff bis zum „Freitagscafé“ oder dem „Drop In“, bei dem sich Eltern und Kinder bis drei Jahre unter pädagogischer Betreuung kennenlernen. Die Akzeptanz der kostenfreien Treffs, die seit September 2023 zur Auswahl stünden, sei hoch. Das große Plus sei der solidarische Umgang miteinander, den alle im wohnortnahen Willkommens- und Begegnungsort pflegen, erläuterte Katharina Naegele, Vorstand des Familienzentrums. „Wir stammen ursprünglich aus der Mutterzentrumsszene“, so Naegele über die Anfangsjahre. Man sei mit den Aufgaben und Anforderungen gewachsen und biete vielen Familien als Anlaufstelle Unterstützung bei der Bewältigung unterschiedlicher Probleme. Machbar sei das vor allem durch ein flexibles Team und ein funktionierendes Netzwerk.

    Unisono mit Marius Schmidt verwies Katharina Naegele auf die Bedeutung von Assistenz- und Hilfskräften zur Bewältigung der Anforderungen, „da die Teams manchmal bis ans Limit gehen und darüber hinaus“. „Eine wichtige Säule“, skizzierte der Erste Stadtrat die Problematik. Lampertheim sei auf Wachstum und den Zuzug von Familien ausgerichtet. Folglich steige künftig auch der Betreuungsbedarf. Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen von Ehrenamtlichen und Hilfskräften seien daher unerlässlich. Es sei daher nur konsequent, qualifizierte Kräfte zu entfristen und auf den Fachkräfteschlüssel anzurechnen. 

    Mit Blick auf den Standort Dieselstraße wertete Marius Schmidt die Arbeit des Familienzentrums als Glücksfall für die Kommune. Im Einklang mit dem Seniorenwohnheim, der Kita und Gemeinwesenarbeit sei hier Quartiersarbeit bereits an der Tagesordnung. Mit dem Angebot „Warmes Essen für Alle“, von dem bedürftige und benachteiligte Personen ab März profitieren können, werde ein weiterer – leider notwendiger – Beitrag zur geleistet. Angebote für Bildung, Begegnung, Integration und Teilhabe sind mit Blick auf die Daseinsvorsorge und das soziale Miteinander unerlässlich. Unerlässlich ist auch eine auskömmliche Finanzierung und Unterstützung der Träger und Kommunen. Das bedingt die Fortführung von Förderprogrammen wie „Starke Teams, starke Kitas“ durch das Land Hessen, damit die Personalstruktur in der hessischen Kindertagesbetreuung im Gesamten gestärkt und das Zusammenwachsen von multiprofessionellen Teams auf Dauer gelingt. Weitere Infos unter soziales.hessen.de und www.familienzentrum-bensheim.de

    Steffen Heumann

     

     

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