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So., 16. September 2018, 20:19 Uhr
Zahlreiche Projekte wurden in Biblis, Bürstadt und Lampertheim im Rahmen des Freiwilligentag umgesetzt
Dank ehrenamtlichen Engagements wurden Herzenswünsche erfüllt
In der katholischen Kita Sonnenschein in Biblis packten Kinder, Eltern und Erzieherinnen fleißig mit an, um das Außengelände zu verschönern. Foto: Benjamin Kloos
BIBLIS/BÜRSTADT/LAMPERTHEIM – „Wir schaffen was” hieß es am Samstag in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar im Rahmen des diesjährigen Freiwilligentages. Und auch in Biblis, Bürstadt und Lampertheim packten zahlreiche Helfer bei vielfältigen Projekten an, um das Ried noch schöner und lebenswerter zu gestalten. Bei bestem Schaff-Wetter wurden bei insgesamt 74 Städten und Gemeinden der Metropolregion 372 Mitmach-Aktionen für die gute Sache gebastelt, gegärtnert, gestrichen, gespielt, geschraubt, getüftelt, musiziert, renoviert, repariert und vieles mehr.
So auch in Biblis: Insgesamt acht Projekte standen für freiwillige Helfer zur Auswahl, von der Pflege des Ehrenmals am alten Friedhof über das Projekt „Schöner Pfarrgarten” in Wattenheim und die Verschönerung des Spielplatzes in Nordheim bis zur Neugestaltung der Küchen-Theke in der Schulkindbetreuung der Steinerwaldschule oder dem Bau eines Holzbackofens. Und auch der Fährhausturm in Nordheim wurde einer Grundreinigung unterzogen.
Neuer Glanz fürs Außengelände
In der katholischen Kita Sonnenschein herrschte bereits am frühen Morgen reger Betrieb. Zahlreiche Eltern, Erzieherinnen und Kita-Kinder hatten sich versammelt, um der insgesamt 1.000 Quadratmeter großen Außenanlage neuen Glanz zu verleihen. Die Schirmherrschaft wurde dabei durch den Elternbeirat übernommen, der sich über zahlreiche fleißige Hände auch von ehemaligen Kita-Kindern und von Flüchtlingsfamilien freuen konnte. „Im Vordergrund steht das Miteinander, Kontakt zu knüpfen, und das alles in schöner Atmosphäre”, betonte Kita-Leiterin Ellen Gärtner gegenüber dem TIP. „Ganz unter dem Motto 'Wir schaffen was miteinander'!"
Seit 25 Jahren wachsen die Büsche und Bäume auf der Kita-Anlage, lediglich gepflegt durch die Erzieherinnen und die Kinder. „Heute haben wir einen Gärtner dabei, zudem einen Greenkeeper des Bauhofs mit seiner Motorsäge. Da können wir unseren Pflanzen eine fachmännische Pflege zukommen lassen”, freute sich Ellen Gärtner. Und auch die Obstbäume konnten so entsprechend geschnitten werden. Alle Spielgeräte wurden in Augenschein genommen und mit neuem Sand oder Holzschnitzeln als Fallschutz ausgestattet. Die Kinder waren begeistert dabei und fuhren mit kleinen Schubkarren voller Elan Material heran.
Einen Wermutstropfen gab es in der Kita Sonnenschein: Denn eigentlich sollte eine Sandsteinmauer erreichtet werden. Dies war leider nicht möglich, wird aber dank des Fördervereins dennoch in naher Zukunft realisiert. Stattdessen können sich die Kita-Kinder nun über einen neuen Barfuß-Pfad freuen, der stattdessen angelegt wurde und den kleinen Entdeckern sicher viel Freude bereiten wird.
Ein Dank geht an die Bürgerstiftung Biblis, die alle Projekte in Biblis, Nordheim und Wattenheim mit Essen versorgte. Die Kita Sonnenschein bedankt sich zudem bei zahlreichen weiteren Spendern, sei es im Bereich des Materials oder von Kuchen.
Auf dem NABU-Gelände wurde während des Freiwilligentages die Trockensteinmauer erweitert und ein neuer Teich angelegt. Foto: Benjamin Kloos
Kleines Naturparadies in Bürstadt
In Bürstadt wurden 16 verschiedene Aktionen angeboten – auch hier beteiligten sich zahlreiche Menschen der Bürgerstadt mit Herz und verliehen dem Beinamen Bürstadts damit einmal mehr eine besondere Bedeutung. So wurde der Grünstreifen der Strecke Worms-Bürstadt gereinigt, Spielepodeste für kleine Entdecker geschaffen oder ein Sitzkreis für Kita-Kinder errichtet. Viele Projekte drehten sich auch im den neuen Sport- und Bildungscampus, generell waren die Sportvereine, besonders der TV und die TSG, einmal mehr aktiv dabei.
Eine Aktion fand auch auf dem Gelände des NABU statt: Hier wurde eine komplett neue Teichanlage errichtet, um Schulklassen und interessierten Kindern und Jugendlichen einen noch besseren Einblick in das Leben rund um einen Teich bieten zu können.
Bereits beim letzten Freiwilligentag im Jahr 2016 hatte der NABU dank tatkräftiger Unterstützung eine Trockensteinmauer errichten können – diese wurde nun erweitert, um Amphibien wie Eidechsen und Kleinstlebewesen einen noch besseren Lebensraum zu gewähren. Zudem wurde eine Sandfläche als Laichplatz für die Eidechsen geschaffen. Und auch der frisch angelegte Teich wird in den kommenden Monaten und Jahren einen geeigneten Lebensraum für Tiere aller Art bieten – Kinder können beim NABU Bürstadt also nun noch besser auf Entdeckertour gehen. Einen Dank richteten die NABU-Mitglieder um Jürgens Manske dabei an die Stadt Bürstadt, hatte diese doch das Teichloch ausgebaggert und zudem den Sand sowie Pflastersteine zur Verfügung gestellt. Die nächste Aktion ist ebenfalls bereits geplant: So sollen Blumenbeete mit wildbienenfreundlichen Stauden auf dem NABU-Gelände geschaffen werden.
Viel los war rund um die Domwiese in Lampertheim: So bot unter anderem der Jugendbeirat nicht nur Waffeln an, sondern reinigte zudem in einer besonderen Aktion die Stolpersteine. Foto: Benjamin Kloos
Zahlreiche Aktionen rund um die Domwiese
Viel los war auch in Lampertheim: Hier fanden allein 34 Projekte statt, damit beinahe ein Zehntel aller Projekte der gesamten Metropolregion! Von Hofheim bis Hüttenfeld waren unzählige Helfer aktiv, und auch im Zentrum Lampertheims rund um die Domwiese herrschte reger Betrieb. Ab 11 Uhr hieß es hier „Komm und spiele mit!” – die MIL (Musiker-Initiative-Lampertheim) hatte alle musikinteressierten Menschen, egal ob Anfänger oder Profi, zum gemeinsamen Jamen eingeladen. Ein wundervoller Duft zog vom Haus am Römer über den Platz, der Jugendbeirat bot hier frische Waffeln und Getränke an, ein Angebot, das gerne angenommen wurde. Doch dies war nicht die einzige Aktion des Jugendbeirates an diesem Tag: So wurden die Stolpersteine poliert, damit diese wieder neu glänzend das Gedenken auffrischen und erhalten.
Am anderen Ende der Domwiese zeigte das Jugendrotkreuz Kindern, wie man Erste Hilfe leistet. Dabei zeigten die Jugendrotkreuzler nicht nur ihr eigenes Können, sondern den zahlreichen interessierten Kindern auch fachgerecht, wie man Wundern versorgt und verbindet. Dabei wurden den Besuchern auch selbst Verbände angelegt und Wunden geschminkt.
Wenige Meter weiter lockten Verkaufsstände, an denen Nachwuchsverkäufer ihre ausgedienten Spiele und Bücher anboten. Bereits von weit zu sehen war Flitze Feuerstein - Das Langeweile Löschmobil. Über die gesamte Domwiese spielten Kinder anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Weltkindertages mit den zahlreichen Spielgeräten, die das Team der Jugendförderung mit dabei hatte. Im Schatten des Spielmobils konnte zudem gebastelt werden – und zeitgleich besondere Wünsche geäußert werden. Denn unter dem Motto „Was ich mir für alle Kinder auf der Welt wünsche” konnten auf Herzen persönliche Gedanken aufgeschrieben werden, die anschließend auf einer eigens aufgestellten Wand angebracht wurden und so die Besucher auf der Domwiese zum Nachdenken anregen konnten.
Ein Dank geht an alle Helferinnen und Helfer, die den Freiwilligentag im Ried einmal mehr zu einem besonderen Erlebnis und einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion werden ließen. Benjamin Kloos