Di., 03. Mai 2016, 10:18 Uhr
Hospiz-Initiative im Ried lädt zum Informationsabend ins Bürgerzentrum ein
„Das Leben gut zu Ende gehen lassen“

Die Informationsveranstaltung der Hospiz-Initiative im Ried findet 11. Mai um 19 Uhr im großen Saal des Bürgerzentrums in der Darmstädter Straße statt. Es geht um Fragen wie Rechte, Pflichten und Möglichkeiten als Patient oder Angehöriger und wo es Unterstützung und Beratung gibt. Informationen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zeigen wie man vorsorgen kann. Außerdem gibt es Antworten auf die Frage: Wer kann mich entlasten? Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Bürgermeister Felix Kusicka hatte festgestellt, dass die Hospiz-Initiative in Biblis tätig ist, aber dies sei nicht im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen. Ein breites Spektrum an Angeboten richte sich an Patienten und Angehörige. Ein schwerer Einschnitt treffe die Familie. Doch nicht immer lasse es sich über die Familie abfedern, wenn ein Leben zu Ende gehe. Bei einem Pressegespräch im Rathaus am Montag mit Bürgermeister Kusicka stellte Gaby Weiß-Szpera das Programm vor, das sie beim Informationsabend der Hospiz-Initiative im Ried am 11. Mai präsentieren wird. Ausgangpunkt ist das neue Gesetz, das der Bundestag im letzten Jahr zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung verabschiedet hatte. Was das für Patienten und Angehörige bedeutet, wird die Referentin in vier Themenbereichen erklären. Über Jahre als Ehrenamt entwickelt, ist die Hospizarbeit nun mit Alten- und Pflegeheim und Krankenhäuser vernetzt, die durch das Gesetz angehalten sind, Kooperationsvereinbarungen zu schließen. In erster Linie gehe es der Hospiz-Initiative darum „das Leben gut zu Ende gehen zu lassen“. In Gesprächen mit den Patienten sprechen die ehrenamtlichen Hospiz-Helfer nicht über den Tod, sondern über das Leben, wie es bestmöglich gestaltet werden kann und darüber, was der Patient braucht oder wünscht. „Ich würde mir wünschen, dass dieses Hilfsangebot wahrgenommen wird – wir sind im ganzen Ried tätig“, sagte Weiß-Szpera. Das Ziel ist: „Jeder weiß, dass es diese Möglichkeit gibt“. Viel zu oft höre sie noch im Nachhinein ein „wenn ich gewusst hätte, dass es Sie gibt“. Bei palliativer Versorgung gebe es zwar keine Heilung, aber das Ableben muss nicht unmittelbar bevorstehen. Die Betroffenen erhalten eine Schmerztherapie in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, erhalten notwendige Hilfsmittel und Beratung. Angehörige kommen oft an die Grenzen ihrer Kraft, weiß Weiß-Szpera aus Erfahrung. Die Leistungen der Hospiz-Initiative sind kostenfrei, keine Mitgliedschaft, absolute Diskretion und Schweigepflicht sind die Basis. In den Kursen gehe es viel um Kommunikation und Austausch. Zehn Teilnehmer wünscht sich Weiß-Szpera, eine ideale Kursgröße für den miteinander gelingenden Austausch. Nach ihrem Motto „Alle in einem Boot“ habe die Bürgerstiftung Biblis Geld für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt und unterstütze die Ausbildung zur Hospizbegleitung, die zum ersten Mal als Kurs in Biblis stattfinden werde. Im Anschluss an den Informationsabend wird die Hospiz-Initiative näher über den Kurs informieren. Hannelore Nowacki