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Fr., 09. Mai 2014, 10:47 Uhr
Flüchtlingsfamilie aus Syrien findet in Biblis neue Heimat
Dem Bürgerkrieg entflohen, Hab und Gut verloren
Gemeinsam, zusammen mit den Bürgern und möglichst schnell soll die Integration der syrischen Flüchtlingsfamilie gelingen, darum bemühen sich Bürgermeister Felix Kusicka (rechts), die Gemeindeverwaltung, die Nordheimer Ortsvorsteherin Gabi Kohl (Mitte) und die beiden Kirchengemeinden, vertreten durch Pfarrer Arne Polzer (links) und Pfarrer Ludger M. Reichert (nicht im Bild). Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Deutschland will 5.000 syrische Flüchtlinge aufnehmen, das hat die Bundesregierung im Rahmen eines Abkommens mit den Vereinten Nationen geregelt. Mitte nächster Woche wird in Biblis eine achtköpfige Familie aus dem Bürgerkriegsgebiet erwartet, die über den Libanon ausgeflogen wurde und dann zwei Wochen im Flüchtlingsaufnahmelager in Friedland verbrachte. Was weiß man schon über diese Familie und ihr Schicksal? Bei einem Pressegespräch am Dienstag im Rathaus mit der Nordheimer Ortsvorsteherin Gabi Kohl, dem evangelischen Pfarrer Arne Polzer und seinem katholischen Amtsbruder Pfarrer Ludger M. Reichert konnte Bürgermeister Felix Kusicka einige Daten und Fakten nach Aktenlage benennen, weitere Angaben hat die Gemeindeverwaltung von den zuweisenden Behörden nicht erhalten. Die Eltern bringen ihre sechs Kinder mit, vier Söhne und zwei Töchter. Mit 20 und 17 Jahren sind ein Sohn und eine Tochter schon fast erwachsen. Ob die vier anderen Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter sind, wird sich erst bei ihrer Ankunft in Biblis herausstellen. Auch die sprachliche Verständigung kann Probleme aufwerfen - Bürgermeister Kusicka hat erfahren, dass die Familie kein Englisch spricht. Aber möglicherweise finden sich in der Region Menschen syrischer Herkunft, die für den Anfang behilflich sind, hofft Gabi Kohl. Wie Pfarrer Polzer und Pfarrer Reichert erklärten, seien sie darauf vorbereitet, den Kindern so schnell wie möglich bei der Aufnahme in Kindergarten oder Grundschule behilflich zu sein. Auch möchten sie es als Signal verstanden wissen, dass die Gemeindeverwaltung und die beiden Pfarrgemeinden soweit möglich gemeinsam agieren. Bereits im Vorfeld der Zuweisung hatten zwischen der Gemeindeverwaltung sowie den beiden Kirchengemeinden Gespräche stattgefunden, um sich über die Betreuung der Flüchtlinge Gedanken zu machen, da der Kreis Bergstraße keine weitere Betreuung geplant habe, berichtete Bürgermeister Kusicka und betonte: „Es ist wichtig zu zeigen, dass wir nicht nur unsere gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen, sondern die Familie in Biblis willkommen ist“. Auch das weiß man: „Sie haben ihr Hab und Gut zurückgelassen, um ihr Leben zu retten“, erläuterte Kusicka. In Friedland werden sie mit Haushaltsgegenständen wie Besteck, Bettwäsche und Handtüchern versorgt. In Nordheim werden die Flüchtlinge in einem angemieteten Einfamilienhaus untergebracht, das ursprünglich für die Aufnahme von Einzelpersonen hergerichtet worden war. Viel leichter sei es jedoch eine Familie zu integrieren, meinten die Gesprächsteilnehmer. Pfarrer Polzer stellte mögliche Hilfen durch das Dekanat Ried in Aussicht – zum Beispiel Mittel für einen Integrationshelfer: „Es gibt Gelder, aber keine Wahnsinnssummen“. Die Nordheimer Ortsvorsteherin Gabi Kohl will sich an die ortsansässigen Vereine wenden, um eine bestmögliche Integration der neuen Mitbürger zu erreichen. Die Betreuung der Familie soll sicherstellen, dass sie sich schnell im neuen Umfeld zurechtfindet und beispielsweise bei Behördengängen oder beim alltäglichen Einkauf Unterstützung erhält. Hannelore Nowacki