Matthias Brenner - Sainäwwel-Kulissenbauer seit 1996
Dem Inschenää is nix zu schwää
Auch hinter den Kulissen braucht es fähige Menschen: Matthias Brenner ist bei den Sainäwweln unter anderem für das Bühnenbild zuständig. Foto: oh
BÜRSTADT - Während der vergangenen Theatersaison der Bürstädter Sainäwwel gab es mehrere Jubiläumsauftritte von Schauspielern zu feiern. Doch die Schauspieler alleine machen noch keine Sainäwwel. Ohne die vielen fleißigen Helfer, die meist im Hintergrund bleiben, ist ein Projekt in diesem Umfang nicht zu bewältigen. Deshalb bedankte sich die Gruppe im Anschluss einiger Theatervorstellungen bei ihren helfenden Mitgliedern. So auch am 12. Mai bei Ihrem Kulissenbauer Matthias Brenner. Der Laudator Markus Winkler formulierte treffend: „Zu jedem Theaterstück gehört die passende Kulisse, ohne die ein Spielen nicht möglich ist. Und genau diese plant und baut für uns seit 1996, also seit 21 Jahren Matthias Brenner.“ Die Sainäwwel haben ihm respektvoll den Titel „Inschenää“ gegeben, denn es erfordert des Öfteren umsichtige Planung und technisches Können, die nicht immer ganz einfachen Bauten zu erstellen. Winkler erinnerte an die Anfänge Brenners in der Gruppe. Für das damalige Stück „Solangs die Kass bezehlt“ wurden neue Kulissen gebraucht, das Stück war mit den vorhandenen Bühnenteilen nicht umsetzbar. So ergab es sich, dass die Sainäwwel bei Matthias Brenner landeten. In der Werkstatt bei seinem Vater Richard Brenner, die bei alten Bürstädtern noch ein Begriff sein dürfte, beim Möbel Brenner, ging es zur Tat. Von Matthias stammte die Idee, lauter gleiche Wandteile zu bauen, die mit einer Bohrschablone auch noch genau gleiche Verbindungslöcher erhielten. Ebenso Fenster und Türelemente. So sind die einzelnen Elemente beliebig tauschbar und können für jedes Stück optimal zusammengestellt werden.
Aber die Sainäwwel wären nicht die Sainäwwel, wenn sie sich damit zufriedengeben würden. Es kommt immer wieder vor, dass Spezialumbauten gebraucht werden, und Brenner hat dann das besondere Vergnügen diese zu verwirklichen. So auch in diesem Jahr. So viele Türen und Durchgänge gab es auf der Sainäwwelbühne noch nie. Von den Standardteilen konnte man nur wenige verwenden, das Meiste wurde von Brenner extra angefertigt. Bei solch aufwändigen Bauten ist es manchmal schwer, sich das Bühnenbild, das im Textheft beschrieben ist, plastisch vorzustellen. Kein Problem, in diesem Fall erstellt Matthias extra ein Modell aus Pappe, und schon ist alles klar. Selbst wenn sich bei den Proben herausstellt, dass der Aufbau wider Erwarten doch nicht optimal ist – dem Ingenieur ist nichts zu schwer, dann wird halt kurzfristig umgebaut.
Doch damit nicht genug. Brenner ist auch im Vorstand der Sainäwwel aktiv. Bisher kümmerte er sich um alles, was mit der Presse zu tun hatte. In der kürzlich erfolgten Generalversammlung wurde er nun befördert und zum Schriftführer gewählt. Die Pressearbeit bleibt dabei natürlich weiterhin in seinen bewährten Händen.
Winkler dankte ihm ganz herzlich und überreichte als Anerkennung Blumen, eine Flasche Sekt und einen Frühstücksgutschein. Ebenso ein T-Shirt mit dem Aufdruck, wie könnte es anders sein, Matthias Brenner – Sainäwwel Inschenää. zg