Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Den Frühling mit Gesang und Musik einzigartig begrüßt
Mo., 07. Mai 2018, 22:51 Uhr
Dekanatskantorei Ried und Pianistin Ju-Hee Oh begeisterten Publikum in der Domkirche
Den Frühling mit Gesang und Musik einzigartig begrüßt
Der Frühling zeigte sich am Samstag von seiner besten Seite, harmonierend mit dem Frühlingskonzert der Gemeinde übergreifenden Dekanatskantorei in der Domkirche unter der Leitung von Heike Ittmann, am Flügel begleitet von Pianistin Ju-Hee Oh, die auch Solostücke spielte. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Frühling lässt sein blaues Band …“ Mit diesen Worten war das große Konzertprogramm der Dekanatskantorei Ried mit Liedern und Werken zum Frühling und zum Lob der Schöpfung überschrieben. Eduard Mörike hörte in seinem Frühlingsgedicht, das er „Er ist’s“ nannte, auch noch von fern einen leisen Harfenton. Beim Konzert am Samstagabend in der Domkirche spielten sich auch die leisen Töne ins Ohr, die Pianistin Ju-Hee Oh bei vier Soloauftritten dem Flügel virtuos entlockte. Mitunter wurde ihr gefühlvolles Spiel stürmisch, um dann wieder dem Strom der leisen Töne zu folgen, bis sich am Schluss, nach dem letzten Tastendruck in der vollen Kirche eine andächtige Ruhe ausbreitete, eine atemlos hörbare Stille. Applaus brandete danach auf. So geschah es bei der Ballade Nr. 1 g-Moll, op. 23 von Frédéric Chopin wie auch nach seiner Ballade Nr. 2 in F-Dur, op. 38. Frühlingserwachen, Frühlingsleid und Frühlingsglück, wie im Programm angekündigt, kamen auch in den Liedern der Dekanatskantorei zum Ausdruck, die sanft ausklangen wie der Frühling von Georg Vierling oder jubilierend mit Robert Schumann in den Frühlingsrausch gerieten. „Schön ist das Fest des Lenzes“ hatte Friedrich Rückert dazu gedichtet. Das „Schöpferlob“ im Programm beging die Dekanatskantorei besinnlich mit „I believe in springtime“ des zeitgenössischen Komponisten John Rutter, danach leuchtete „Morning has broken“ musikalisch auf, ein Lied, das Cat Stevens 1971 bekannt und unvergesslich gemacht hatte. Mit der Ballade Nr. 3 in As-Dur, op. 47 von Chopin führte Pianistin Ju-Hee Oh das Publikum nach tiefer Stille in eine meditative Stimmung. Ihr viertes Solostück am Flügel, die „Arabeske“ von Robert Schumann, war unter der Rubrik „Romantisches Lebensbild und Liebesspiel in der Renaissance“ vereint mit dem rasanten und mitreißenden „Zigeunerleben“ von Robert Schumann sowie dem munter frischen Lied „Now ist he month of maying“ von Thomas Morley (1557-1602). Feierlich wurde es in der Kirche zu „Lob und Anbetung“ mit dem „Short Festival Te Deum“ von Gustav Holst, ebenso von Ju-Hee Oh am Flügel begleitet wie fast alle anderen Lieder. A cappella sang die Dekanatskantorei unter der Leitung von Kantorin Heike Ittmann zwei Lieder, von Johannes Brahms „O süßer Mai“ und „zum Lob der Musik“ im „Vorspruch“ Vers 1 von Hugo Distler aus dem Mörike-Chorliederbuch. Die Dekanatskantorei Ried, Ju-Hee Oh und Heike Ittmann freuen sich über die jubelnden Applaus in der Domkirche. Foto: Hannelore Nowacki
Mit dem „Vorspruch“ Vers 2 endete das Konzert, das die Zuhörer mit begeistertem Applaus belohnten und dafür eine fröhliche Chor-Zugabe erhielten: „Veronika, der Lenz ist da“, der alte Schlager, brachte das Publikum in frühlingshafte Wallung. Die Liedzeile „Veronika, der Spargel wächst“ passte gut zur aktuellen Spargelsaison und mag den Förderverein Domkirche dazu inspiriert haben, Heike Ittmann und Ju-Hee Oh mit einem vollen Korb des edlen Gemüses zu danken. Zwei poetische Lesungen rundeten das Konzertprogramm ab. Ju-Hee Oh ist an der Musikschule Lampertheim als Klavierpädagogin und Fachbereichsleiterin tätig. Heike Ittmann ist als Künstlerin bekannt, Kantorin in Lampertheim und Organistin der Domkirche. Bei Wein, Sekt und frischem Fladenbrot bot der Förderverein Domkirche im Anschluss Gelegenheit zum Plaudern und Gedankenaustausch vor der Domkirche, ein einladend warmer Frühlingsabend an der maigrünen Domwiese unter blühender Kastanie. Hannelore Nowacki