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Di., 26. Februar 2019, 09:56 Uhr
Aufruf der Bürgerkammer und der BILA zum Lichterzug am 1. März in Neuschloß
Den Lampertheimer Forst erhalten – für ICE-Trasse an der Autobahn
Direkt an Neuschloß vorbei könnte die ICE-Trasse laufen – BILA und Bürgerkammer rufen zum Lichterzug am Freitag auf. Foto: Ulrich Guldner
NEUSCHLOSS – Jetzt muss ein Zeichen gesetzt werden, jetzt muss die Bahn sehen, dass die Bürger sich wehren. Dieser Meinung war die Bürgerkammer in Neuschloß, als sie sich entschloss zum Lichterzug am 1. März in Neuschloß aufzurufen. Eingeladen sind alle Menschen, denen der Erhalt von Lebensqualität und Natur in und um Lampertheim wichtig, ja sogar existenziell bedeutsam ist. Viele positive Stimmen in der Bevölkerung haben die Mitglieder der Bürgerkammer in ihrem Vorhaben unterstützt und bestärkt und auch die BILA Bürgerinitiative Lampertheim - Lebensraum vor ICE-Trasse! hat sich dem Aufruf angeschlossen. In einem Pressegespräch am Montagabend wiesen die Lichterzug-Organisatoren und Sprecher von Bürgerkammer und BILA, Carola Biehal und Günter Weidenauer sowie Karl Hans Geil und Ulrich Guldner auf die Dringlichkeit hin, der Bahn gerade jetzt klar zu machen, dass sie nicht über die Köpfe der Bürger entscheiden kann. Die Lichterzug-Organisatoren wissen: „2019 ist das Jahr der Entscheidung“. Die Bahn hat bekannt gegeben, dass sie bis Ende des Jahres alle möglichen Trassenvarianten geprüft habe und über den Verlauf entschieden werde. Ulrich Guldner sieht die Interessen der Bevölkerung gefährdet, weil die Bahn die finanziell günstigste und kürzere Variante diagonal durch den Wald und dicht an der Wohnbebauung als „Vorzugsvariante“ wählen könnte. Denn die von den Bürgern im Ried, der hessischen Landesregierung und den Bergsträßer Bundestagsabgeordneten bevorzugte Trassenführung entlang der Autobahnen sei für die Bahn teurer und die ICE-Züge könnten in den engeren Kurven nicht mit maximaler Geschwindigkeit fahren. „Die Bahn soll wissen, dass sie mit sehr vielen Bürgern und sehr viel Widerstand rechnen muss“, findet Günter Weidenauer. Warum gerade am 1. März? Karl Hans Geil erklärte: Die Bäume tragen noch keine Blätter, deshalb kann das Licht der vielen starken Taschenlampen, Handys und sonstigen elektrischen Leuchten vom Hubschrauber aus gut gefilmt und fotografiert werden. Wichtig sei, die Lichtquellen auf den Boden zu richten, damit die Foto- und Filmaufnahmen aus der Luft gelingen. Auch professionelle Drohnen mit Kameras werden Aufnahmen machen. In der Brut- und Setzzeitsollte die Aktion nicht durchgeführt werden. Wäre es nach dem hessischen Landesentwicklungsplan und dem Regionalplan Südhessen gegangen, hätte diese Zerschneidungstrasse mit einer Breite von 80 Metern gar nicht zur Debatte gestanden, erläuterte Ulrich Guldner.
Wegen der Parkplatzsituation in Neuschloß empfehlen die Organisatoren die Anfahrt mit dem Fahrrad oder der Buslinie 644, die am Beamtenbau hält. Die am Treffpunkt Spielplatz am Ende des Alten Lorscher Weges spätestens um 17.30 Uhr ankommenden Teilnehmer werden in 100er-Gruppen von den Lotsen auf der Strecke in den Wald begleitet. Bis 18.15 Uhr sollen die Demonstranten verteilt sein. Ziel ist es, vom Forsthaus an der Landstraße (Flatterband) zum Spielplatz und dann ca. 1 km Richtung Lorsch eine Menschenkette zu bilden. Der gesponserte Hubschrauber fliegt von 18 bis 18.30 Uhr seitlich der Lichterkette. Dann geht der Lichterzug zu Ende.Hannelore Nowacki