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Do., 28. Oktober 2021, 15:58 Uhr
PRÄVENTIONSMONAT: Bürstadt und Lampertheim beziehen klar Stellung / Veranstaltungsreihe mit Kabarett von Lizzy Aumeier als Höhepunkt
Deutliches Zeichen für eine tolerante Gesellschaft und gegen Gewalt an Frauen
Erhebt mahnen den Zeigefinger gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und wird sich am 26. November in Bürstadt intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen: Lizzy Aumeier. Foto: oh
BÜRSTADT / LAMPERTHEIM — Gemeinsam haben die Städte Bürstadt und Lampertheim den November zum Gewaltspräventionsmonat erklärt, wobei hier besonders die Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Vordergrund steht. Am Donnerstag erläuterten Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader, Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer, die beiden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Sonja Niederhöfer aus Lampertheim und Gerasimoula Grigoraki aus Bürstadt sowie Vanessa Holz vom Kulturbeirat Bürstadt die Hintergründe sowie das Programm – dabei wird als besonderer Programmpunkt die beliebte Kabarettistin Lizzy Aumeier mit einem speziell für diesen Anlass ausgearbeiteten Programm zu Gast in Bürstadt sein.
Den Auftakt für eine ganze Reihe Veranstaltungen, bei denen auf diese wichtige Thematik aufmerksam gemacht werden soll, bildet die jährliche Brötchentütenaktion. Diese läuft über den gesamten November und soll für das Thema Gewalt, vor allem die häusliche Gewalt, die meistens hinter verschlossenen Türen stattfindet, sensiblisieren, wie Sonja Niederhöfer erläuterte. „Auf der Vorderseite der Tüte steht in zehn Sprachen ‚Gewalt kommt nicht in die Tüte‘, auf der Rückseite sind Stellen aufgeführt, bei denen man Hilfe finden kann.” Am 6. November werden jeweils um 9 Uhr Bürgermeisterin Schader bei der Bäckerei Gebhardt in der Mainstraße 42 in Bürstadt als auch Bürgermeister Störmer im Café Konditorei Schmerker in der Wormser Straße 84 in Lampertheim entsprechende Tüten verteilen.
Am 23. November wird um 14 Uhr vor dem Stadthaus in der Römerstraße in Lampertheim anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen die Fahne von Terres des Femmes gehisst. 1999hat die UN-Generalversammlung diesen Tag festgelegt, seit 2001 wird die Fahnenaktion von Terres de Femmes durchgeführt. Dieses Jahr steht sie anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Organisation unter dem Motto „XX # bornequal”. Denn kein Mädchen und keine Frau soll Gewalt erfahren, nur weil sie zwei X-Chromosomen besitzt. Auch in Bürstadt wird daher die Fahne von Terre des Femmes gehisst – in Verbindung mit einer weiteren besonderen Veranstaltung. Am 26. November um 18 Uhr werden Bürgermeisterin Schader und Bürgermeister Störmer gemeinsam mit den beiden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten die Fahne hissen, unterstützt von der Lizzy Aumeier, die im Anschluss um 19 Uhr zu einem Kabarettabend ins Bürgerhaus einlädt.
„Lizzy Special” lautet der Titel des Programms, welches speziell für diesen besonderen Tag ausgearbeitet wurde. Zudem gibt es an diesem Abend eine Überraschung für alle Besucherinnen und Besucher. Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 23,35 Euro beim Rathausservice der Stadt Lampertheim, im Rathaus Bürstadt sowie unter www.eventim.de – für die Veranstaltung gilt die 3G-Regel, Maskenpflicht ist am Einlass, nicht aber am Platz.
Nein zu Gewalt
„Alles, was mit physischer und psychischer Gewalt, egal gegen welches Geschlecht, zu tun hat, sollte gesellschaftlich geächtet werden”, fand Bürgermeister Gottfried Störmer klare Worte. „Wir setzen im November den Fokus auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen, da diese auch nach der aktuellen Polizeistatistik besonders im Mittelpunkt steht. Mit den geplanten Aktionen setzen wir bewusst ein Signal und wollen sensibilisieren. Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion der Städte Bürstadt und Lampertheim, beide Gleichstellungsbeauftragte stimmen sich hier immer in sehr angenehmer und kollegialer Art und Weise ab.”
Bürgermeisterin Barbara Schader freut sich auf die „sehr innovativen Veranstaltungen, besonders rund um dem 26. November. Aber es ist traurig, dass wir uns in dieser Zeit verstärkt mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Corona hat die häusliche Gewalt verstärkt, schlimm ist besonders, dass diese in einem geschützten Raum stattfindet. Der Druck durch HomeOffice, Kurzarbeit, HomeSchooling und dem Wegfall vieler Veranstaltungen, auch in Sportvereinen, war und ist teilweise sehr groß und hat zu mehr häuslicher Gewalt geführt – im versteckten Raum und mit erschreckenden Auswirkungen”, legte sie den Finger in die Wunde. Auch die Situation in Afghanistan sei mehr als erschreckend. „Hier hat sich die Situation innerhalb eines Monats radikal verändert, viele Frauen werden dafür bestraft, dass sie mutig einen Weg gegangen sind, der bei uns selbstverständlich ist. Es ist erschreckend, dass wir eine Welt haben, in der dies so geschehen kann. Umso wichtiger ist es, durch die geplanten Aktionen ein Zeichen zu setzen – gerade auch mit der Veranstaltung von Lizzy Aumeier, die etwas zu sagen hat. Wir setzen diese Signale, weil wir für eine tolerante Gesellschaft stehen, ohne Gewalt und mit einer guten Kommunikation.” Benjamin Kloos