Der Sketch „Esse fa Oans" mit Kerstin Zecher als Froilain Stoffi und Kalle Horstfeld als Butler Hônness sorgte bei den Lômbadda Babblern für Begeisterung. Foto: oh
LAMPERTHEIM – „Di sellb Proddse`dua: wi jêress Joa“, so fragte Butler Hoannes (Kalle Horstfeld) mehrmals die Gastgeberin Froilein Soffi (Kerstin Zecher) während der Aufführung des Sketsches „Esse fa Oans“, aber das Weihnachtsmenü der Lômbadda Babbler war in diesem Jahr einzigartig und wurde von den anwesenden Besuchern, Gang für Gang mit großem Genuss „verköstigt“.
Die 130 Gäste des Abends im Saal der Martin-Luther-Gemeinde konnten von den angebotenen „Leckerbissen“ gar nicht genug bekommen und verabschiedeten die beiden „Köche“ und ihr Team mit einem riesigen Applaus.
Bevor es jedoch etwas zu essen gab, begrüßten die Owwerbabbler Kerstin Zecher und Kalle Horstfeld erst einmal das Publikum. Während ihrer Begrüßung stellten sie zunächst einmal das „neue“ Logo der Lômbadda Babbler vor. In Zusammenarbeit mit dem Fachdienstleiter Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Lampertheim Manfred Scholz hatten sie ein L und ein B entworfen, das verschlungen ein Herz darstellt. Es soll die Herzlichkeit innerhalb der „Lômbadda Babbler Familie“ symbolisieren und die Warmherzigkeit, die ihnen während ihrer Zeitreise durch die Lampertheimer Zeitgeschichte entgegengebracht wurde und wird.
Den Auftakt des Abends macht dann Helmut Hummel mit seiner Geschichte zum „Päckchen aus Amerika“. Durch eine Verwechselung kochte man aus der Asche eines verstorbenen Verwandten einen würzigen Brei.
Sehr zur Freude der Owwerbabbler zählte auch 1. Stadtrat Marius Schmidt an diesem Abend zu den Gastbabblern. In seiner Eröffnung stellte er erst einmal klar, dass er ein „waschechter“ Lômbadda sei. Für ihn hatten die Organisatoren die „Geschischt vum Lambada Subbekaschba“ herausgesucht. Nachdem er, passend zu Weihnachtszeit, die Besucher bat „gnädig“ mit ihm zu sein, trug er Geschichte sehr „lômbaddarisch“ und mit großen Emotionen vor. Das Publikum spendete ihm einen großen Applaus und er wurde als Gastbabbler für die Veranstaltung am 7. Februar 2023 auch wieder eingeladen.
Danach ergriff der Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb das Mikrofon. In seiner Eröffnung stellte er erst einmal fest, dass man ein Lômbadda ist, nicht nur, wenn man hier geboren wurde, sondern wenn man sich auch als Lômbadda fühlt. Seine erste Fremdsprache sei „Hochdeutsch“ gewesen. In bestem Dialekt erzählte er dann die Geschichte von einer Perlenkette, die als verstecktes Weihnachtsgeschenk in der Waschmaschine gefunden wurde.
Über das Neue und Alte Jahr zog Erika Krämer-Tombzak ein Resümee in ihrem Beitrag. „Sparen ist die Devise, sonst kommen wir in die Miese“ und „das Geld sitzt nicht mehr so lose und man muss enger schnallen den Gürtel von der Hose“, so ihr Rückblick auf das Jahr 2022.
Als ein wahrer „Mundart- und Dialektakrobat“ erwies sich danach „Gastbabbler“ Klaus Feldhinkel von der Martin-Luther-Kirche. Teilweise im Zwiegespräch mit sich selbst „schlüpfte“ er in verschiedene Dialekte und brachte somit den Monnema, Heidelberger, Schwäbischen, Duisburger und Nordeutschen Dialekt auf die Bühne. Nach einem tollen Vortrag wurde er mit großem Applaus verabschiedet und wird sicherlich auch wieder einmal auf der Babbler-Bühne zu sehen sein.
Diana Boll erzählte dann eine wahre Weihnachtsgeschichte aus ihrem Leben. Trotz eines verkohlten Weihnachtsbaums und verbrannten Gardinen, sei es ein schönes Weihnachtsfest gewesen, weil man Zeit füreinander hatte und zusammen war.
Ein besinnliches Weihnachtsgedicht stellte Herbert Tiefel vor. „Das Jahr wird alt, hat dünne Hor. Ist gar nicht mehr so arg gesund. Es kennt seinen letzten Tag, die Menschen aber nicht“, so sein Rückblick.
Danach trat „Kurpfalzdichter“ Rolf Höge ans Mikrofon und begeisterte die Gäste mit seinen Geschichten vom „Schneewittchen“ und „Wie alles ôfange hod“.
Nach der Pause erzählte Lômbadda Babblerin Karin Kraus dann die Geschichte „vom Lametta und wie Sauerkraut in der Not hilft“. Die Ratschläge sind allerdings nicht zum Nachahmen gedacht.
In Vertretung von Käthe Lahr-Bachert, die verhindert war, betrat dann ihr Ehemann Roland die Babbler-Bühne. Sehr gekonnt präsentierte er die Geschichte, „Lômbadda Woihnachde sellemols und haid“, die seine Ehefrau Käthe geschrieben hatte. Er berichtete in seinem Beitrag „vum Spritzkuche vum Begga Summer“ und der „Gliehwoikerwe“.
Danach betrat „Owwer-Kerweborschd“ Clever alias Heinz Eichenauer die Bühne. Begleitet von Matthias Karb, sang er das „neue“ Lampertheimer Lied, „mein schönes Lampertheim“. Dabei beschwor er, dass der das Lied so lange singen würde, bis der ganze Saal es auswendig mitsingen könnte. Und beim Refrain, „Ja ich lieb Dich mein schönes Lampertheim dort, wo Du bist – da bin ich daheim“ sang tatsächlich der ganze Saal mit.
Das unterhaltsame Treffen der Lômbadda Babbler, beendeten schließlich die Owwerbabbler Kerstin Zecher und Kalle Horstfeld selbst.
Mit ihrem Sketch „Esse fa Oans“ bzw. „Dinner for one“ und als „Froilain Soffi“ und Butler „Hônness“ begeisterten sie das Publikum. Auch die imaginären Gäste „Schnaggl Rous, Marine: Gris`ma, Lose Kall und Bo`ad Boggs`ma, sind bekannte Lampertheimer Personen, die bereits verstorbenen sind. Kerstin Zecher und Kalle Horstfeld führten das Bühnenstück im Gedenken an den Lampertheimer Willi Freitag auf. Daniela Freitag, die Tochter des Verstorbenen, hatte den beiden Lômbadda Babblern einen Teil seiner Mundart-Arbeiten überlassen. Zu Ehren und als Erinnerung an ihn stellten sie deshalb den Gästen diesen Beitrag vor.
Sehr unterhaltsam war auch die Einführung in die Handlung des Stücks von Spargelkönigin Stella Svenja I. Sehr gekonnt und voller Begeisterung gab sie auch einige Lômbadda Wörter zum Besten.
Insgesamt war auch dieses Treffen wieder eine großartige Mischung aus Unterhaltung, Lampertheimer Stadtgeschichte und Erhaltung des heimischen Dialekts.
Das nächste Treffen der Lômbadda Babbler findet am 7. Februar 2023 um 19 Uhr im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche statt. Die Bevölkerung ist sehr herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. zg