Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Die Bobstädter Kerb war do – am Alten Rathaus und anderswo
Mo., 24. August 2015, 10:57 Uhr
Sommerliches Vergnügen mit Gemütlichkeit, Hoheiten und Oldtimern
Die Bobstädter Kerb war do – am Alten Rathaus und anderswo
Am Alten Rathaus war am Sonntag einiges geboten – eine ganze Oldtimerparade präsentierte sich und später wurde den Hoheiten der große Hof gemacht. Im Bild: Bürgermeisterin Barbara Schader mit der Bürstädter Sonnenbotschafterin Theresa I., chauffiert in einem „Traum in Weiß“ von Alfred Richter. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Die Kerwe wurde diesmal mit der alten Ausschellerglocke eingeläutet. Johann Kremser tat es mit Schwung und hatte sogar einen fröhlichen Spruch parat: „Die Bobstädter Kerb ist do, was sind die Leit so froh“. Auf dem neu gestalteten Platz vor dem frisch renovierten Alten Rathaus war am Samstagabend gegen achtzehn Uhr alles bereit für eine gemütliche Kerwe mit Wein, Bier und herzhaftem Imbiss. Sogar der Kerwebaum mit Kerwekranz ragte schon in den blauen Himmel. Zahlreiche Zuschauer waren gekommen und an den Tischen in den Zeltpavillons kämpften die Gäste schon erfolgreich gegen den sommerlichen Durst an. Auch Bürgermeisterin Barbara Schader und Erster Stadtrat Walter Wiedemann machten am Alten Rathaus Station, um später die Kerwe bei der Feuerwehr zu besuchen. Volker Utz, Sprecher der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte, die für das Kerwevergnügen am Alten Rathaus zuständig war, erklärte in seiner Ansprache, warum der Kerwebaum schon aufgestellt war. „Leider haben uns die Technik und Sicherheitsrelevanz einen Strich durch die Rechnung gemacht“. Schon am Freitag hatten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs den Kerwebaum standfest und fachgerecht mitten auf dem Vorplatz ins passende Loch eingepflanzt und gleich den Kranz aufgehängt. Eigentlich hätten die Fußballer vom SV Vorwärts Bobstadt diese Aufgabe übernehmen sollen, auch war ein Platz neben den Fahnenstangen am Gehweg vorgesehen. Doch der erwies sich als nicht geeignet und das Aufstellen inmitten der Zuschauer als zu gefährlich. Auch auf eine Kerwerede mussten die Bobstädter diesmal verzichten, die soll im nächsten Jahr wieder für Lacher sorgen. Ganz besonders schmerzlich empfanden die Altkerweborsch der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt um Christian Ludwig diesen Kerwebeginn ohne Kranzweihe und feierliche Kerwebaumaufstellung. „Uns blutet schon ein bisschen das Herz“, meinte Altkerweborsch Ludwig, der wie alle anderen am Stehtisch das bekannte T-Shirt mit Altkerweborsch-Kennung angezogen hatte. Die „Generalprobe“ für das nächste Jahr, von der Utz sprach, entwickelte sich dann jedoch, wie von der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte erwartet, zum gemütlichen Abend bei neuer Beleuchtung und sanft laufenden Wasserspielen. Zu späterer Stunde stand Ricardo Reuter am offenen Fenster über der Eingangstür zum Alten Rathaus und erfreute die Zuhörer mit mehreren Trompetenstücken.
Bei bestem Sommerwetter feierten die Kerwebesucher am Samstagabend auf dem neu gestalteten Platz vor dem ebenfalls schön renovierten Alten Rathaus. Noch steht der Kerwebaum. Foto: Hannelore Nowacki
Die Kerwe am Sonntag mit Hoheiten und Oldtimern
Bei strahlendem Sonnenschein begann am Sonntagmorgen der Kerwe-Frühschoppen am Alten Rathaus, musikalisch begleitet vom Duo „Winkler & Winkler“. Später mischten sich die bei Liebhabern und Fans gerne gehörten Töne betagter, aber verkehrstauglicher Motoren in die Unterhaltung. Die Motoren der Oldtimerfahrzeuge röhrten, blubberten und tuckerten um die Wette, bis sie ihren Platz rund um das Alte Rathaus eingenommen hatten und sich den Blicken des Publikums glanzvoll präsentierten. Mit blitzblankem neuem Motor und neuen elektrischen Finessen machte der 1968er Pontiac Firebird aus Bürstadt großen Eindruck. Ein blauer Jaguar Coupé „XJS“ aus Heidelberg, der mit 12 Zylindern unterwegs ist, zeigte unter der Motorhaube ein diffiziles Innenleben, das der stolze Eigentümer nur einer Bürstädter Fachwerkstatt zur Wartung anvertraut. Ein Dreirad für Erwachsene sorgte für Schmunzeln. Anders als die Dreiräder für Kleine wird der Lomax von zwei Zylindern versorgt und transportiert zwei Personen, allerdings ohne Dach und Heizung, auch fehlen Airbags, Kofferraum und Handschuhfach. In diesem Unikat verspürt der Besitzer dennoch „ein unvergleichlich schönes Fahrgefühl“. Schöne historische Traktoren und zahlreiche Motorräder komplettierten die Oldtimerschau. Alfred Richter aus Hüttenfeld hatte seinen Mercedes Cabriolet 220 SE mitgebracht, „ein Traum in Weiß“, so beschreibt er seinen Oldtimer – das passende Fahrzeug für die Bürstädter Sonnenbotschafterin Theresa I. und Bürgermeisterin Schader beim Autokorso von der Mannheimer Straße durch die Bergstraße bis zum Alten Rathaus. In weiteren Hochglanzkarossen fuhren die eingeladenen Hoheiten mit - aus Lützelsachsen war Weinkönigin Bianca mit Prinzessin Christine gekommen, aus Auerbach Kerwekönigin Janina und aus Bensheim Blütenkönigin Saskia. Den musikalischen Empfang mit einem Platzkonzert gestaltete der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim unter der Leitung von Stabführer Erik Minnder. Volker Utz begrüßte die Gäste und Bürgermeisterin Schader dankte allen Beteiligten, die am Gelingen der Kerwe und der rechtzeitigen Fertigstellung der Außenanlage am Alten Rathaus beigetragen haben. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Hans-Georg Gött und Bürgermeisterin Schader erkundeten die Hoheiten nach einem Sektumtrunk weitere Bobstädter Kerwe-Örtlichkeiten wie den Rummelplatz an der Sporthalle und das traditionelle Bosselturnier in der Halle. Auch hier spielte der Spielmannszug der Feuerwehr. Eine große Auswahl an Kuchen und Torten hatten die Damen vom Gesangverein Liederkranz Bobstadt im Foyer der Sporthalle im Angebot und schauten am Ende zufrieden auf das leergekaufte Kuchenbüffet. Wer Hunger hatte, konnte sich auch bei der TG-Tennisabteilung und beim SV Vorwärts umschauen. Die Feuerwehr hatte ihren großen Kerweauftritt mit Partymusik schon am Freitag- und Samstagabend. Ärger machten Ereignisse der hässlichen Art: In der Nacht zum Samstag hatten Vandalen den Kerwekranz zerstört. Wieder in seiner Schönheit vom Bauhof hergestellt, überdauerte er die nächste Nacht nicht. In der Nacht zum Sonntag fielen Baum und Kerwekranz bislang unbekannten Vandalen zum Opfer. Hannelore Nowacki