
LAMPERTHEIM – Seit dem Bericht im TIP vom April 2024 über die Verkehrssituation im Weidweg ist viel Zeit vergangen. Geändert hat sich nichts. Im Winter reduzierte sich die Lärmbelästigung, mit den ersten Sonnenstrahlen stieg die Geräuschkulisse wieder an. Und es kommt noch schlimmer! Mittlerweile parken unzählige Laster am Rhein. Lkws fahren rund um die Uhr an den Anwesen vorbei. Oft mitten in der Nacht und mit überhöhter Geschwindigkeit, wie die Anwohner berichten. Der Appell an die Landwirte, mit ihren Traktoren in gedrosseltem Tempo die „Nato-Rampe“ zu passieren, erfuhr ebenfalls keinerlei spürbare Resonanz.
Und wie reagiert die Politik? Beschwerden wurden zwar registriert und es fanden Vor-Ort-Gespräche statt, aber konkret ist nichts geschehen. „Die Ignoranz seitens der Verursacher wie der Verantwortlichen bei der Stadt ist schlimm“, ärgern sich die Eheleute Gärtner im Gespräch mit dem TIP. „Wir wollen als Bürger ernst genommen werden“, so die Betroffenen. Dass es keine Möglichkeit geben soll, wie man der Situation Abhilfe schaffen kann, um unsere Lebensqualität zu verbessern, können die Anwohner nicht nachvollziehen.
Bodenschwellen, um Tempo 30 durchzusetzen, seien nicht effektiv, hieß es. Rettungsfahrzeuge würden dadurch bei Einsatzfahrten behindert. „Solche Schwellen gibts auch an Schulen oder in verkehrsberuhigten Zonen. Würden da Rettungsfahrzeuge im Ernstfall nicht auch behindert?“, fragt sich Ingrid Gärtner. „An eine Geschwindigkeitskontrolle können wir uns erinnern“, fügt Michael Gärtner an. Vielleicht wäre es eine Option, den Kontrolldruck zu erhöhen, meint Gärtner. Das könne sich herumsprechen und bei Rasern das Bewusstsein für eine angepasste Geschwindigkeit schärfen.
„Wir bleiben in jedem Fall aktiv“, betonen beide. Vor allem, weil es letztlich um die Sicherheit von Tieren und Menschen geht. Der Wertverlust ihrer Immobilie, in der sich Risse häufen, sei ein weiterer Aspekt, für den es sich lohne, der Verwaltung auf die Füße zu treten. „Dass sich gar nichts tut, geht natürlich an die Substanz“, erklären die Eheleute. Nach dem Vor-Ort-Besuch von Marius Schmidt, Erster Stadtrat, Ende April, sei man auf Nachfrage informiert worden, dass man seitens der Stadt zwar an einer Lösung arbeite, aber diese noch nicht konkretisiert worden sei. Mit Bürgermeister Gottfried Störmer indes sei ein erster Kontakt versandet.
Ihre Hoffnung ruht jetzt auf Alexander Scholl. Der designierte Bürgermeister war ebenfalls am Weidweg und hat im Gespräch mit den Betroffenen signalisiert, dass er durchaus Lösungen sehe, die die Wohnsituation verbessern könnte. Bis zu dessen Amtsantritt im Dezember appellieren Familie Gärtner und die Nachbarn an die Vernunft von Autofahrern, Landwirten und aller Fahrer von Lastkraftwagen. Die Bilanz des TIP vor Ort während des Gespräches an einem Mittwochnachmittag: Drei Traktoren, die, genau wie einige Pkw subjektiv zu schnell den Weidweg befuhren. Vorschriftsmäßig war nur ein „Fahrschul-BMW“ unterwegs. Genau Tempo 30. Geht doch!
Steffen Heumann
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