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  • Fr., 19. Oktober 2018, 09:52 Uhr
    Zweites Lampertheimer Dialekt-Treffen mit noch mehr Mundartbegeisterten

    Die Laombader Dialektsprooch hat einen Laut mehr

    Der Lampertheimer Dialekt ist attraktiv und verträgt viel Humor, wie sich auch beim 2. Dialekt-Treffen zeigte. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Lampertheimer Mundart zu sprechen und ihr zuzuhören macht Spaß, das konnte erleben, wer am Dienstagabend beim 2. Lampertheimer Dialekt-Treffen im Sitzungssaal des Alten Rathauses dabei war. Der Einladung zur öffentlichen Veranstaltung waren diesmal noch mehr Mundartbegeisterte gefolgt als beim Treffen im September, 70 Stühle waren in Reihen gestellt. Das Licht wurde auf gemütlich gedämpft, dann ging es los. Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld führte locker mundartlich durch die Tagesordnung. Gleich zu Beginn meinte er: „Der Lampertheimer Dialekt lebt richtig auf“. Die Vielzahl der mündlichen Beiträge an diesem Abend ließ keinen Zweifel aufkommen. Auch verbindet sich der  Lampertheimer Dialekt gerne mit Humor, wie Wilma Bock mit mehreren auswendig vorgetragenen Geschichten aus dem prallen Leben von früher vortrug, ein besonderes Vergnügen beim Zuhören. Geplant ist, den Lampertheimer Dialekt zu schreiben, ein Hauptanliegen der Organisatoren um Kalle Horstfeld, aber die Unterhaltungen und Vorträge sollen auch auf digitalen Tonmedien für die nachwachsenden Generationen erhalten werden, eine Anregung aus dem Publikum schon beim ersten Treffen. Helga Brune las Texte ihrer Mutter Else Hanf vor, die bekannte Mundartautorin von der „Hütt“. Ihre Schwester Herta Kleinert erzählte im Laombada Dialekt vom Opa und wie man früher einkaufte, das Öl und der Essig kamen beim Kaufmann aus dem Fass, die Milch wurde beim Bauern in die mitgebrachte Kanne gefüllt, so ganz ohne Verpackungsmüll. Auf dem Podium hatte der Krimi-Autor Manfred Krämer als Teil des Organisatorenteams sein Namensschild an den Anlass angepasst - Greema’s Moanfreed war zu lesen. Kalle Horstfeld stellte alle näher Beteiligten vor, machte jedoch klar: „Wir brauchen Leute, die helfen“. Denn große Aufgaben hat sich das Team vorgenommen und zum Teil schon in Arbeit. Viele Wortmeldungen aus dem Publikum zeigten, hier ist Mitmacherpotenzial. Den Autor des ersten Lampertheimer Dialekt-Wörterbuchs Manfred Rupp hat Horstfeld besucht und von ihm das Einverständnis zum Nachdruck erhalten. Im „Lampertheimer Wort- und Satzbaukasten“ hat er schon 2.500 Wörter und Begriffe gesammelt, mindestens 5.000 sollen es werden – mit Hilfe der zahlreichen Unterstützer, auf die Horstfeld hofft. Im Gespräch mit Dirk Dewald und Gottlieb Ohl beim Stadtmarketing wurden Werbemittel mit Laombader Texten angeregt. Auch Fotos sollen gesammelt und digital zur Verfügung gestellt werden, vorzugsweise  anzudocken am Internetportal des Stadtmarketings. Wird es einen heimatkundlichen Sprachkurs an einer Lampertheimer Grundschule geben? Den Antrag prüfe gerade die Fachabteilung des Kreises Bergstraße, teilte Horstfeld mit. Ein Schreibkurs für Interessierte wird für durchführbar gehalten. Zu den weiteren Plänen gehört ein Wettbewerb mit Gedichten und Kurzgeschichten im Laombader Dialekt, Infostände am Schillerplatz, der Besuch von Seniorentreffen und Hausbesuche bei älteren Dialektsprechern. Das Interessante: Es gibt Eigenheiten, überall auf Lampertheimer Gemarkung spricht man in Nuancen anders, auch innerhalb von Familien. Und der Dialekt hat sich über die Jahre und Jahrzehnte verändert. Wilma Bock sagte: „Ganz alde Ausdrück habe ich überhaupt nicht mehr geheerd und jeder schreibt aonderschde“. Ein besonderer Laut rückte ins Zentrum der Diskussion, das Laombada „oa“ oder „ao“, ganz nach Belieben des jeweiligen Schreibers, gibt es im Deutschen nicht. Heinz „Clever“ Eichenauer, bekannter Mundartsprecher und Kerweredner, meldete sich zu Wort: „Ich hab noch nie „oa“ geschrieben, immer ‚oo““. Und was ist ein „Eefelsche“? Ein kleiner Ofen, wusste eine Frau im Publikum. „Früher haben wir gonz ollwer gesproche“, warf Wilma Bock ein. „Alles soll Spaß machen, wir sind richtig heiß auf den Lampertheimer Dialekt“, bekräftigte Kalle Horstfeld. Dazu passt die wöchentliche Kolumne jeden Samstag im TIP, die er ankündigte. Wegen des großen Interesses an der Dialekt-Initiative gibt es am 10. November um 14 Uhr im Alten Rathaus ein weiteres Treffen für alle, die abends nicht kommen können. Hannelore Nowacki 

     

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