Geocaching: Mit Handy oder GPS-Gerät an der frischen Luft
Die moderne Schnitzeljagd
LAMPERTHEIM – Was früher die Schnitzeljagd war, nennt man heutzutage Geocaching. Ausgestattet mit GPS-fähigem Handy oder GPS-Gerät geht man auf die Suche nach den sogenannten Chaches – den Standorten, die andere bestimmt haben. Dort angekommen heißt es: Augen auf! Denn nicht immer ist vor Ort das Behältnis mit dem Log-Streifen leicht zu finden. War man erfolgreich, darf man sich mit seinem Pseudonym verewigen und den Cache in der App oder am PC als „gefunden“ markieren.
Michael und Ulrike Kern sind seit 2013 begeisterte Geocacher. „Ursprünglich hatten wir mit dem Geocaching angefangen, um unsere Tochter zum Rausgehen zu motivieren“, verrät Michael Kern. Dass die beiden selbst dabei geblieben sind, ist einer einfachen Tatsache zu verschulden: „Es macht Riesenspaß!“ Zwischenzeitlich gehen die beiden Lampertheimer allerdings nicht nur auf die Jagd, sondern legen auch selbst neue Caches. Am Anfang stehe die Anmeldung auf einer der Internetplattformen oder mittels App, erklärt Michael Kern. Auf der dort verfügbaren Landkarte sind die Standorte der Caches markiert.
Zudem finden sich dort die genauen Koordinaten sowie Hinweise zu Schwierigkeitsgrad, Größe, Besonderheiten oder eventuell benötigten Werkzeugen. „Im Auto sammeln sich mit der Zeit einige Hilfsmittel an“, schmunzelt Kern. Eine kleine Leiter, ein Magnet oder eine Müllzange sind keine ungewöhnlichen Begleiter von eingefleischten Geocachern. Neben den gewöhnlichen Caches gibt es einige weitere Cache-Arten: Manchmal führt erst ein Rätsel oder eine Reihe zu erledigender Aufgaben zum Finale.
Veranstaltungen rund um die Caches
Es werden sogar Veranstaltungen rund um die Caches geplant. Es biete sich an, ein Event zu arrangieren, wenn beispielsweise ein neuer Cache gelegt wird, erläutert Kern. So hätten er und seine Frau seit 2014 jedes Jahr am Kerwemontag die Veröffentlichung eines neuen Caches mit einer Zusammenkunft Gleichgesinnter verbunden. Sogar Unternehmungen zum Müllsammeln gebe es unter den Geocachern. Für solche Events haben die beiden ein eigenes Logbuch erstellt – ähnlich einem Gipfelbuch, in das man sich eintragen kann.
Die ausgelegten „Schatzkisten“ in Form von wasserdichten Dosen, Kunststoffröhrchen mit Schraubverschluss oder witterungsunempfindlichen Alltagsgegenständen wie Marmeladengläser, können aber auch ziemlich klein sein: da haben Filmdosen noch gigantische Ausmaße im Gegensatz zum speziell für das Geocaching erhältlichen Nano-Behälter mit gerade einmal 13 mm Höhe und 11 mm Durchmesser. Auch Naturmaterialien wie präparierte Schneckenhäuser gäben ein gutes Versteck für die Logstreifen ab, weiß Kern.
Warum Geocaching nicht nur ein Zeitvertreib sondern ein sehr sinnvolles Hobby sein kann, erklärt sich nicht nur durch den anderen Blickwinkel, mit dem man die Welt betrachtet. Man eigne sich Wissen an, fördere seine Kreativität, lerne viele Leute kennen und, so Kern: „Man ist draußen in der Natur und an der frischen Luft. Und man kommt an Orte die man sonst nicht gesehen hätte.“ Nadine Schütz
Einige der Geocaching-Utensilien: In der Mitte des Fotos sind die Nano-Behälter zu sehen, daneben die dazu passenden, winzig-klein zusammengerollten Log-Streifen. Foto: Nadine Schütz