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  • Di., 21. Februar 2023, 07:40 Uhr
    VEREIN FÜR HEIMATGESCHICHTE NORDHEIM: Erinnerung an alte Weschnitzbrücke und Zeiten der Erdölförderung

    Die Steiner-Wald-Brücke – schon seit vielen 100 Jahren ein wichtiger Transportweg

    Die im Jahr 1959 neugebaute Steiner-Wald-Brücke. Rechts sind die kleine Schutzhütte (Weghäusel) zur Erinnerung an die alte Brücke, aus deren Steinen es 1961 errichtet wurde, und der Gedenkstein des Weschnitzverbandes (heute Gewässerverband Bergstraße) zu erkennen. Foto: Fotoarchiv VfH Nordheim, Aufnahme 1964


    NORDHEIM – Bevor die Weschnitz in den Rhein mündet, fließt sie durch den Steiner Wald von Nordheim. Hier gab es schon seit alter Zeit stets eine Brücke über die Weschnitz. Die schöne alte Weschnitzbrücke aus rotem Sandstein wurde im Jahr 1958 aufgrund des Weschnitzausbaus zur Erhöhung der Abflussleistung abgerissen. Die neue Brücke wurde am gleichen Standort errichtet und wurde für den forst- und landwirtschaftlichen Verkehr bis zu 30 Tonnen ausgelegt, berichtet der Verein für Heimatgeschichte Nordheim e.V..

    Nach erfolgreichen Erdölsuchbohrungen wurde ab dem Jahr 1954 im Ölfeld Wattenheim Erdöl gefördert. Das Wattenheimer Ölfeld bestand aus mehreren Ölbohrstellen, bzw. Pumpanlagen. So mussten die Weschnitzbrücken nicht nur für den landwirtschaftlichen Verkehr, sondern auch für den Schwerlastverkehr der Firma Elwerath Erdölgesellschaft für 30 Tonnen ausgelegt werden.

    Der Weg wurde erst frisch abgeschoben und dabei trat unerwartet die alte Betonierung zu Tage, die vor etwa 60 Jahren aufgebracht wurde um den Waldweg für die Erdölabfuhr von der Bohrstelle Burg Stein in die Bohrstellen in Wattenheim zu ertüchtigen. Die Betondecke des Waldweges war im Lauf der Zeit überdeckt und nicht mehr sichtbar. Der frühere Betreuer der Nordheimer Rathausglocke, Peter Morew, war selbst bei der Erdölbohrfirma beschäftigt und hatte zu Lebzeiten noch erzählt, dass bei der weiteren Erdölsuche der Bohrturm von der Burg Stein ins Mörsch transportiert wurde. Um sich den aufwendigen Abbau des Turms zu ersparen, hat man ihn auf rollenden Baumstämmen langsam zur Brücke hinauf gezogen. Dabei geriet der Fuß eines Helfers unter die Baumstämme. Ein Anheben des Baumstammes war nicht möglich ohne zu befürchten, der Turm fiele um. So musste der Verletzte schmerzverzerrt ohne Narkose abwarten, bis der Turm langsam seinen Fuß wieder frei gab.

    Die Bauwerksprüfungen für die Brücke aus den Jahren 2020 und 2021 ergaben, dass die Stand- und die Verkehrssicherheit beeinträchtigt sind und die Gefahr des Versagens des Geländers besteht. Daraufhin wurde die Weschnitzbrücke (auch Steiner-Wald-Brücke genannt) für den Last-Verkehr gesperrt. Zäune auf beiden Seiten sichern das Geländer und Poller die Zufahrt zur Brücke. Die Überquerung an dieser Stelle ist nur noch für Fußgänger und Radfahrer möglich. Über die Brücke verläuft der hessische Fernradweg R6 und der Rheinradweg 15 auch Euro Velo 15 genannt. zg

    Burg Stein - Schlossbuckel – Pumpstation Wattenheim 6, aufgenommen 14.04.1960. Im linken Bildhintergrund ist die Steinerwaldbrücke zu erkennen. Hinter der Pumpe sind Strommasten für die Energieversorgung der Pumpstation zu sehen. Foto: Bilderarchiv VfH Nordheim

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