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  • Di., 05. März 2019, 08:59 Uhr
    Zweimal Ansturm auf „Närrisches Shopping Center“ der TG Biblis 

    Die TG im Kaufrausch – die Zuschauer begeistert

    Mit dieser Garde der Kaufhaus-Cops war das närrische Shopping Center auf der sicheren Seite. Foto: Hannelore Nowacki


    BIBLIS – An zwei Tagen hatte das „Närrische Shopping Center“ der TG Biblis geöffnet, am Freitag, so gab die Pressestelle bekannt, seien wie üblich noch wenige Eintrittskarten zu haben gewesen. Am Samstagabend dann volles Haus, schon seit Ende letzten Jahres ausverkauft. Das Vergnügungsangebot war nicht vom närrischen Wühltisch, die Abteilung Exquisit, intern auch als Karnevalsabteilung der Turngemeinde bekannt, hatte sich auf eine Sause der Extraklasse vorbereitet und sahnte beim Publikum kräftig Applaus und Jubel ab. Das hatte natürlich eine Menge Zugaben zur Folge, ein Mengenrabatt, der sich für die Zuschauer lohnte. Auch die Öffnungszeit verlängerte sich auf wunderbare fünf Stunden. „Wieviel Fastnacht darf es sein?“ war die Frage beim bunten und quirligen Finale mit allen Aktiven aus dem Sitzungsprogramm. Gerne noch mehr – beim anschließenden Tanz und an der Sektbar konnte in die Nacht gefeiert werden, musikalisch weiterhin begleitet von „Double Pi“ mit Matthias Vormehr und Patrick Embach. Unterstützt wurde das 50-köpfige Bühnenpersonal von 40 Helfern aus allen TG-Abteilungen. Die dekorativen Einkaufstüten auf den Tischen waren schon gefüllt, wenn auch nur mit Sand aus Gründen der Standfestigkeit. Schon das Vorspiel im Programm hatte das Potenzial, den Zuschauern, die wohl alle eigene Erfahrungen mitbrachten, bei den gezeigten Situationen an der Supermarktkasse die Lachtränen in die Augen zu treiben. Nachdem das Publikum das närrische Shopping Center kennengelernt hatte, zog der Elferrat mit Sitzungspräsident Bernd Klink an der Spitze mit der Funkengarde ein, die ihren schwungvollen Gardetanz in vollendeter Harmonie präsentierte. Majestäten tanzten in der Garde, nämlich Gurkenkönigin Paula Hulbert und Gurkenprinzessin Larissa Reis. Weitere Majestäten waren aus Bürstadt gekommen - das Prinzenpaar Manuela II. und Marcel II., begleitet von einer Abordnung der Vereins-AG. Am Promotionstand nahm Norbert Linn als Bürgermeisterkandidat alles aufs Korn, was ihm in Biblis gegen den Strich geht, auch Lösungen bot er an. Den Badesee würde er aufmachen, aber nur mit Klohäusel für die Hunde. Die Unterführung am Bahnhof mache ihn nicht froh, auch nicht, dass das Gummernfest schon um Mitternacht endet, obwohl noch viel Publikum dort sei. Insgesamt habe er ein offenes Ohr „für die Leit“ und parteilich sei er ganz neutral für alle Wünsche offen. Dem amtierenden Bürgermeister im Saal rief er ein Hallo zu. Sportliche und ebenso witzige Tanzvorführungen begeisterten die Zuschauer mit perfekt abgestimmter Choreografie, Kostümen und unterhaltsam getanzten Geschichten wie bei der Tanzformation „4th Wave“ und bei „Aerobic im Shopping Center“. Brillant auch die Funkengarde mit ihrem Showtanz „Kaufhaus Cops“. Auch vom Männerballett „Asbach Brittas“, das seine originelle Show mit der Kunst überraschender Akrobatik angereichert hatte, wollte das Publikum mehr sehen. 

    Die Kaufhausdetektive der TG hatten nach eingehender Beobachtung der Narrenschar im Saal den Tisch M für die Kostümprämierung erspäht. Die Reinigungsteam war bestens ausgerüstet.  Foto: Hannelore Nowacki


    Katja Platz, zur Freude des Vereins erst kürzlich aus der Elternzeit in die aktive Fastnachtsszene zurückgekehrt, berichtete in Reimen, wie „Der ganz normale Wahnsinn“ einer Frau aussieht, dies ganz frisch aus der Erfahrung gewonnen. Aufatmen konnte man am Ende, denn die Geschichte hatte ein Happy End. „Djubuja“ ist alljährlich ein Ereignis und Höhepunkt bei der TG-Sitzung. Matthias Vormehr und Oliver Wetzel nehmen sich auf ihre ganz besondere, unfassbar unterhaltsame Art der Themen an, die in Biblis für Fragezeichen und Unmut sorgen. Frisch und fröhlich wirkend, besingen sie in ihrem musikalischen Streifzug durch das Ortsgeschehen auch gerne, was ins Auge fällt wie die gelbe Bäckerei oder die Millionen Lichter beim Ristorante. „Was gibt’s sonst noch zu lästern?“ fragte Gitarrist und Sänger Vormehr. Eine ganze Menge fiel den beiden ein – aber auch hier ein glückliches Fazit: „Es ist einfach schön, dass es im Ort glückliche Menschen gibt“. Immer wieder Szenenapplaus, am Ende grandioser Jubel im Stehen, das Publikum außer Rand und Band vor Begeisterung. Mit Blick auf die Bürgermeisterwahl knöpften sie sich zu guter Letzt noch den auswärtigen Kandidaten als Strohmann vor. Das Publikum hatte dann 2 x 11 Minuten Zeit sich auf den zweiten Teil des Abends einzustellen. In „Inas Nacht in Biblis“, inspiriert von der beliebten Late-Night-Show im Fernsehen, hatte sich Annick Löhr als Ina prominente Gäste eingeladen, die sie mit kessen Fragen aus der Reserve locken wollte – zum Vergnügen des Publikums. Lothar Matthäus als bekennender „Kosmoprolet“ blieb einsilbig, auch Vader Abraham aus Schlumpfhausen wollte „nicht lang schnacken, nur Kopf in‘n Nacken“. „Tape Face“-Künstler Sven Blechschmidt faszinierte mit urkomischer Stand-up-Comedy. Bravourös führte Ina durch die Nacht, im Hintergrund wirkte der Elferrat stimmgewaltig als Shantychor. Margret und Lisbett alias Christiane Müller und Martina Hüter fanden bei ihrer ergiebigen Shopping-Tour im Zwiegespräch vor allem Themen querbeet aus dem Ortsgeschehen, aus Leben und Eheleben mit Karl und Otto - alles humoristisch ansprechend verpackt. Das Stimmungsbarometer im Finale sprang unter ihrer Aufsicht auf 100 Prozent. Eine klare Empfehlung für dieses närrische Shopping Center. Hannelore Nowacki

     

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