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Mo., 29. August 2016, 23:49 Uhr
Neuer Kerwevadder Justin Keller mutig und trinkfest / Feuerwehr mit warmer Küche an heißen Tagen
Die Wattemer Kerb war do – und ist schon wieder begraben
Das neue Kerwegespann sprühte vor guter Laune und hatte das Kranzaufstellen perfekt im Griff: An der Spitze Kerwevadder Justin Keller, ihm folgend Kevin Schwittai, Sebastian Hulbert und Austen Bedford. Foto: Hannelore Nowacki
WATTENHEIM – Vom Publikum am Straßenrand gegenüber der Feuerwehr schon erwartet, marschierten der gut gelaunte Kerwevadder und die drei Kerweborsch mit dem Kerwebaum fast wie aus dem Nichts kommend zum Ort des Geschehens. Dem fröhlichen Anlass angemessen, strahlte die Sonne und verwöhnte die Wattenheimer am Kerwemontag mit moderater Temperatur. Gleich ging es zur Sache, der Baum wurde zunächst flach gelegt. Wattenheim hat mit Justin Keller einen neuen, jungen Kerwevadder bekommen und auch die Kerweborsch Sebastian Hulbert, Kevin Schwittai und Austen Bedford tragen die Amtsbürde zum ersten Mal. Die Freunde sind teilweise auch im Fußball bei der SG NoWa aktiv. Noch vom Vorgänger Jochen Bormuth wurde der Brauch übernommen, für die Kerwerede nicht mehr auf eine gefahrenträchtige hohe Leiter zu steigen. Bequem stieg Kerwevadder Keller nur zwei Stufen auf die Plattform hinauf, ein sicherer Standort auch nach wiederholter Befeuchtung der strapazierten Kehle mit fröhlich stimmendem Rebensaft. Ungewohnt kurz war am Kerwemontag die Redeprozedur. Schnell war der bunte Kerwekranz geweiht und ruckzuck aufgestellt. Kerwevadder und Kerweborsch konnten sich nun wieder ihrer Hauptaufgabe widmen – Spaß haben. Warum war die Kerwerede so knapp gehalten? Kerwevadder Keller hatte eigentlich eine beruhigende Nachricht für die Zuschauer: „Ihr habt euch nichts zu Schulden kommen lassen“. So blieb ihm nur übrig, vom Dinges und seinem vergessenen Hänger zu berichten, vom Rasenplatz, der kleiner ausgefallen ist als geplant und vom Carport eines gebeutelten Wattenheimers, der in sich zusammenfiel, weil der Besitzer am falschen Platz gespart hatte. Da half nur ein mehrfaches Prost, das Publikum spendierte ein mehrere Lacher und Applaus. Wenige Stunden später war eine weitere Aufgabe zu bewältigen – die Kerwe musste zu Grabe getragen werden. Seine Schrammen im Gesicht, das erzählte der Kerwevadder der Presse später auf neugierige Nachfrage, hatte er bei einer Fahrradfahrt kürzlich davongetragen.
Im kulinarischen Kerwegeschehen bei der Freiwilligen Feuerwehr hat sich der Kerwemontag als Haxentag einen guten Ruf erworben. Foto: Hannelore Nowacki
Schätzspiel für Kinderhospiz – aufgerundet auf 400 Euro
Die Freiwillige Feuerwehr Wattenheim hatte für ihre zahlreichen Gäste an den vier Kerwetagen ein umfangreiches kulinarisches Verwöhnprogramm aufgelegt. Mit dem traditionellen Kotelettessen fing die Kerwe am Freitag an. „Sehr gutes Feedback“ habe es dazu gegeben, berichtete Boris Morew, Vorsitzender des Feuerwehrvereins im Gespräch mit dem TIP am Kerwemontag. Nicht anders war es beim Schnitzelabend am Samstag, der mit Livemusik der Mannheimer Schlagerpiraten einherging. Zum Tag der offenen Tür am Sonntag tischte die Feuerwehr Rostbraten auf, zum Spätschoppen waren deftige Odenwälder Spezialitäten und Apfelwein im Angebot. Im Kerwedorf zwischen Feuerwehrgerätehaus und SG NoWa-Vereinsheim sei es zu regem Pendelverkehr gekommen. „Einen guten Verlauf“ habe die Kerwe insgesamt genommen, resümierte Morew. In der Halle sorgt das neue Schallschutzsegel für angenehme Aufenthaltsqualität, draußen optimieren zwei neue Stehtische mit Sonnenschirm und solarbetriebenen Lampions das Wohlbefinden der Gäste - alles im Eigenbau. Das Schätzspiel sei mit dem Erlös von 346 Euro sehr erfolgreich gewesen, der Verein runde die Summe auf 400 Euro. Einmal schätzen kostete einen Euro. Der Zeitpunkt der Spendenübergabe an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen werde noch bekannt gegeben. Zu schätzen war das Gewicht eines Feuerwehrmannes mit voller Ausrüstung für den Innenangriff an Hand einer Fotografie. Lebensecht trat dieser Feuerwehrmann später am Sonntag zur Wiegeaktion an und brachte genau 110,4 Kilogramm auf die Waage – die normale Ausrüstung wiegt ganze 37 Kilogramm. Hannelore Nowacki