Empfang der 50-jährigen der Stadt Lampertheim im Sitzungssaal des Stadthauses mit anschließendem geselligen Beisammensein
Die Mitte des Lebens ist ein Grund zum Feiern
Rund 120 Lampertheimer Mitbürger der Jahrgänge 1967/1968 waren der Einladung der Stadt Lampertheim zum Empfang der 50-Jährigen gefolgt. Sigrids Samson
LAMPERTHEIM - Der fünfzigste Geburtstag ist ein besonderes Ereignis im Leben. Einen Blick in der Vergangenheit werfen und gleichzeitig die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren und bewusst zu planen – dazu gibt es für die 50-jährigen genügend Anlass. Zum Empfang der 50-Jährigen hatte die Stadt Lampertheim auch in diesem Jahr wieder eingeladen. 120 von den insgesamt rund 560 angeschriebenen Personen waren der Einladung gefolgt. Nach dem offiziellen Teil konnte über gemeinsame Erlebnisse von früher, Aktuelles und Vorhaben für die Zukunft in geselliger Runde mit Schulkameraden geplaudert werden. „Seit der Initiierung dieser Veranstaltung durch den einstigen Bürgermeister Hans Pfeiffer im Jahr 1972 hat sich der Empfang der 50-jährigen zu einem festem Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt Lampertheim entwickelt“, mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Gottfried Störmer die Anwesenden der Jahrgänge 1967/1968. Auch Hans Schlatter (SPD), Manuela Teufel (FDP), Edwin Stövesand (CDU) und Mitorganisator Dirk Eichenauer vom Kulturamt wohnten der Veranstaltung bei, die alljährlich von Mitarbeitern des Fachbereichs Kultur, Jugend, Bildung und Vereine organisiert wird. Störmers Willkommensgruß galt sowohl den gebürtigen, als auch den zugezogenen Lampertheimern. Er erwähnte die prägenden politischen Ereignisse und Weltgeschehnisse aus den beiden Jahren 1967 und 1968. „1967 war ein bewegtes, aber auch gleichzeitig bewegendes Jahr“, teilte er mit. Benno Ohnesorg, engagiert in der damaligen Studentenbewegung, wurde 1967 bei einer Demonstration in Berlin erschossen. Der Vietnamkrieg fand statt sowie die Machtübernahme des Militärs in Griechenland – und nicht zu vergessen: die Einführung des Farbfernsehens als prägendes Ereignis für die Zukunft. „DFB-Pokalsieger im Jahr 1968 war der FC Bayern München“, gab Störmer ebenfalls bekannt. Allgemein war 1968 ein Jahr des Aufbruchs und der Proteste, so Störmer. Der Kaufhausbrand in Brüssel, bei dem 400 Menschen ums Leben kamen, war im Jahr 1968, Martin Luther King verstarb, der Prager Frühling war in aller Munde und der Numerus Clausus wurde eingeführt – um nur einige der Ereignisse aus dieser Zeit zu nennen. „Man wippte zu dem Lied 'Mama' von Heintje und die Beatles hatten einen Riesenhit mit „Hey Jude““, fügte Störmer hinzu und weckte damit vielfältige Erinnerungen bei den Gästen. Nicht zu vergessen in der Musikwelt: Joe Cocker mit seinem legendären „With A Little Help From My Friends“. Störmer gab auch zu Bedenken, dass in den Geburtsjahren der Anwesenden der Liter Benzin nur 30 Cent gekostet hatte, in ihrem 18. Lebensjahr 67 Cent und heute etwa das Doppelte. „Hoffentlich können Sie eine positive Bilanz ziehen“, merkte Störmer an und erwähnte, dass es allen Anwesenden ermöglicht wurde, unter günstigen wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten und in Frieden aufzuwachsen. „Dennoch sollte man sich nicht zurücklehnen. Sie befinden sich im zweiten Aufbruch“. So sei es die perfekte Zeit, nachdem die Kinder weitgehend erwachsen und aus dem Haus sind, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. „Sie sind eigentlich das Zielobjekt der Werbung. Jetzt folgt der Werbeblock“, meinte Störmer schmunzelnd, meinte es aber ernst mit seinem Appell und der Ermutigung an die Mitbürger, künftig eine ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen: „Ihre Ideen und Impulse werden gebraucht. Freut euch nun über das „Weißt du noch?“ - Auf Ihr Wohl!“, schloss der Bürgermeister den offiziellen Teil, wünschte den Anwesenden Gesundheit und persönliches Wohlergehen auf dem weiteren Lebensweg und alle erhoben gemeinsam die Sektgläser. Zum anschließenden gemeinsamen Umtrunk gab es leckere kleine Häppchen für den kleinen Hunger. Die Besucher ließen noch längere Zeit in geselliger Runde die alten Zeiten Revue passieren, unterhielten sich über aktuelle Geschehnisse und ließen den Tag gemeinsam gemütlich ausklingen. Sigrid Samson