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Fr., 31. Januar 2020, 09:10 Uhr
Markus Kern wirbt nach Buschfeuern in Australien um Spenden für einzigartige Tierwelt / Michael Sehr von Tierrettung Rhein-Neckar vor Ort
„Diese Tragödie ist für Mensch und Tier katastrophal”
Koalas sowie zahlreiche weitere Tierarten leiden unter den langwierigen Bränden in Australien – für zahlreiche verletzte Tiere ist dringend Hilfe nötig. Foto: pixabay.com
LAMPERTHEIM – Mit großer Traurigkeit beobachtet der Lampertheimer Markus Kern die in Australien andauernden Waldbrände, wobei bislang nach Aussage des WWF 1,2 Milliarden Tiere ums Leben kamen. „Viele Wildtierarten werden ganz oder beinahe ausgestorben sein”, so Markus Kern, der fast 30 Jahre lang auf freiwilliger Basis in seiner Wildtierstation in Lampertheim Tiere gesund pflegte und sowohl aufgrund seiner Arbeit als Bestatter und vor allem im Tierschutz weit über die Grenzen Lampertheims hinaus bekannt ist. Diesen Bekanntheitsgrad möchte Markus Kern nun nutzen, um zu helfen – und um Spenden für die Tiere vor Ort zu sammeln. Damit die Spendengelder auch genau dort ankommen, wo sie benötigt werden, bittet Markus Kern um Spenden an die Tierrettung Rhein-Neckar, die vertreten durch ihren Geschäftsführer Michael Sehr aktuell vor Ort in Australien ist, um mit anzupacken und das Bestmögliche für die Tiere zu tun. „Es ist eine wichtige Aufgabe, die dort geleistet wird und ich bedaure, dass ich aus familiären und beruflichen Gründen nicht selbst vor Ort sein kann.Wenn ich mir die Bilder im Fernsehen anschaue, so bin ich tief betroffen, wie hier Wildtiere und auch Menschen um ihr Leben rennen. Die vielen Tierarten wie Kängurus, Koalas und Wombats, die jämmerlich in den Flammen umkamen, hatten einfach keine Chance, dem Feuer zu entkommen, da mehrere Stellen von den Bränden betroffen waren. Es treibt mir Wut und Entsetzen ins Gesicht, wenn man darüber nachdenkt, dass diese Brände vielleicht auch vorsätzlich gelegt wurden”, so Markus Kern.
Zahlreiche Tiere bedroht
Der durch Brände und Hitze verursachte Wassermangel sorgt noch zusätzlich für Probleme. Viele Tiere, welche wenigstens die Brände überlebt haben, verdursten noch im Nachhinein. „In Australien gibt es drei Säugetiergruppen und mehr als 800 Vogelarten, darunter auch Laufvögel und seltene Kakaduarten sowie das einzigartige Schnabeltier, Taipane oder die tasmanischen Teufel, die ebenfalls nur in Australien leben – Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo kennt. Die Auffangstationen sind mittlerweile komplett überfüllt, Kängurus sind teilweise so traumatisiert, dass sie hilf- und ziellos umher rennen und es gibt immer wieder Koalas, die von den Bäumen fallen weil ihnen die Kraft fehlt”, schildert Markus Kern die dramatischen Zustände in Australien. Viele Tier hätten Brandverletzungen, die äußerst schmerzhaft seien. „Wenn es überhaupt möglich ist, so wird es sehr lange dauern, bis sich die Arten wieder erholen können. Dies ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, und wenn es mir aus betrieblichen Gründen möglich wäre, wäre ich selbst bereits vor Ort”, betont Markus Kern, dem das Leid der Tiere sichtbar nahe geht. „Viele Menschen, die in Down Under ihr Leben aufs Spiel setzen und versuchen, der Flammen Herr zu werden, sind in dieser Situation nicht zu beneiden. Aber auch die wenigen Naturschutzorganisationen, die dort teils unter der Hitze leiden und unter extremen Bedingungen versuchen zu retten, was noch zu retten ist, verdienen großen Respekt und Anerkennung.”
Setzt sich für die durch die Brände in Australien bedrohte Tierwelt ein und wirbt um Spenden: Markus Kern. Foto: Benjamin Kloos
30 Jahre Wildtierstation
Das die Tiere Markus Kern so am Herzen liegen, ist kein Wunder: Insgesamt 30 Jahre hat er in Lampertheim eine Wildtierstation betrieben – nachdem er bereits als Jugendlicher angefangen hat, war vor elf Jahren Schluss. „Die Arbeit wurde immer mehr, ich wurde immer stärker involviert und hatte nahezu kein Privatleben mehr. Nach einer Erkrankung konnte ich die Station zudem auch körperlich nicht mehr betreiben”, erläuterte Markus Kern im Gespräch mit dem TIP und erinnerte sich auch an das letzte Tier, welches er betreute: Wildschwein Rudi, den er an dem Simsee nach Rosenheim in Oberbayern vermittelte und der auch heute noch lebt – mittlerweile auf Gut Aiderbichl, wo ihn Markus Kern auch schon besucht hat. Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Wildtierstation erhielt Markus Kern nicht nur zahlreiche Preise, sondern lernte auch Michael Sehr kennen, mit dem er sehr gut befreundet ist. Michael Sehr engagiert sich mittlerweile für die Tierrettung Rhein-Neckar und ist für diese derzeit auch in Australien aktiv, um den zahlreichen verletzten Tieren zu helfen.
Die Berufstierrettung ist dabei nach Aussage von Markus Kern auf dringende Hilfe angewiesen, um weiter helfen zu können – aber auch nach Michael Sehr’s Abreise muss es dort weitergehen. „Wir wollen zusammen versuchen, die dortigen Pflegestationen zu unterstützen, wo es nur geht”, betont Markus Kern daher. „Denn auch wenn die Brände gelöscht werden können, werden die dortigen Gebiete für die noch verbleibenden Tiere und Tierarten nichts an Nahrung hergeben, da ja fast alles zerstört ist, was ein Überleben der dortigen Tierarten sichern könnte. Umso wichtiger ist es, dass man Menschen, die dort im Einsatz sind, unterstützt, damit sie schnell und gezielt helfen können.”
Bitte spenden Sie
Darüber hinaus leiste die Berufstierrettung außerdem hervorragende Arbeit im Bereich des Tierschutzes in unserer Region, weiß Markus Kern. „Auf der Internetseite www.tierrettung-rhein-neckar.de findet man genauere Informationen über diese sehr notwendige Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Bitte helfen Sie, damit dort geholfen werden kann. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Die Spenden sind, da es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt, zudem von der Steuer absetzbar.” Die Spenden, die auf das Spendenkonto unter dem Stichwort „Tierrettung” mit der IBAN DE25 5405 1990 0007 0322 61 bei der Sparkasse Donnersberg eingezahlt werden, kommen ausschließlich den Auffangstationen in Australien zugute. Markus Kern steht darüber hinaus gerne auch telefonisch unter der Nummer 0172 - 625 36 18 für Infos und Auskünfte bezüglich der Situation und dem Verein zur Verfügung. Weitere Aktionen sind geplant. zg