Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mi., 15. April 2020, 12:40 Uhr
    Landrat Christian Engelhardt und EKS-Schulleiterin Stephanie Dekker erläutern in Videopressekonferenz Auswirkungen auf den Unterricht

    Digitaler Unterricht in Zeiten von Corona 

    www.pixabay.com


    KREIS BERGSTRASSE – Wie haben die Schulen im Kreis Bergstraße auf die Schließung der Schulen im Zug der Corona-Pandemie reagiert, wie funktioniert das Home Schooling, welche Herausforderungen mussten die Schulen meistern? Diese und weitere Fragen wurden am Mittwoch im Rahmen einer Videopressekonferenz behandelt, an der neben Vertretern der Medien sowie der IHK auch Landrat Christian Engelhardt sowie drei Schulleiter – unter ihnen Stephanie Dekker von der Erich Kästner-Schule in Bürstadt (EKS) – teilnahmen.

    „Wir haben spannende Erfahrungen mit der Nutzung technischer Geräte im Homeschooling gemacht”, betonte Landrat Christian Engelhardt direkt zu Beginn. „Mindestens in Hessen, aber auch über Hessen hinaus sind wir im Kreis weit in der technischen Ausstattung der Schulen, durch die veränderte Arbeitsweise im Zug der Coronakrise hat sich diese sprunghaft weiterentwickelt.” Besonders stolz ist Landrat Engelhardt, dass „der Kreis Bergstraße für jeden Schüler eine Office 365-Lizenz beschafft hat, und zwar so, dass die Schüler diese auf bis zu zehn Endgeräten nutzen können. Dies bietet die Möglichkeit, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten und Videokonferenzen zu veranstalten.” Die Pakete seien bereits vor zwei Jahren angeschafft worden, gleichzeitig habe man mit Schulungen begonnen und in die technische Hardware investiert. „Derzeit forcieren wir unabhängig von Corona den Glasfaseranschluss der Schulen, wir wollen dies bis 2021 an allen Schulen erreicht haben. Denn wir brauchen eine Datenautobahn für die Schulen”, so Landrat Engelhardt weiter. „Um die Schulen an das Glasfasernetz anzuschließen, haben wir 2,61 Millionen Euro bewilligt bekommen. Darüber hinaus investieren wir als Kreis zudem jährlich 3,9 Millionen Euro  in die Digitalisierung der Schulen im Kreis und leuchten diese mit W-Lan aus.“

    Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung ergänzte er: „Durch die Krise und das sich veränderte Aufgabenprofil der Schulen werden die Office-Produkte und andere digitale Möglichkeiten dramatisch mehr genutzt. Heute wollen wir Erfahrungsberichte seitens der Schulen vorstellen und wie sich Schule derzeit weiterentwickelt. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und die Schulen müssen dabei ganz vorne sein.”

    Von Woche zu Woche gesteigert

    Stephanie Dekker, die Landrat Enghelhardt einen Bericht über die Situation an der EKS zugesandt hatte, erläuterte diesen und betonte: „Die Situation hat uns wie alle sehr spontan ereilt, es war überraschend wie schnell es ging. In Diesem Jahr hatten wir sehr intensiv an einem Medienplan gearbeitet, wir haben ein sehr interessiertes Kollegium. Ich bin sehr dankbar, dass wir das Office-Paket nutzen konnten und können, ein großer Dank geht an die IT, die dieses bereits angelegt hatte. So konnten wir direkt anfangen zu arbeiten.”

    in der ersten Woche sei noch viel per E-Mail in Zusammenarbeit mit Microsoft Teams gearbeitet und mit den Schülern telefoniert worden. „Es wurden Anleitungsfilme erstellt, dabei war es sehr hilfreich, dass die Schüler ihre eigenen Geräte wie Handys nutzen konnten. Denn viele Familien haben nur einen Computer im Haushalt, der auch von den Eltern zum Homeoffice genutzt wird. Zudem erfolgte die Kommunikation auch über soziale Medien wie Facebook und Instagram. Wir konnten uns von Woche zu Woche steigern und haben viele Rückmeldungen von Eltern und Lehrern bekommen.”

    In der zweiten Woche sei bereits verbindlich mit Office gearbeitet worden, wobei die Homepage und die digitalen Medien ständig aktualisiert wurden. Zu diesem Zeitpunkt habe es eine hohe Anzahl an Elternanfragen gegeben und die Verunsicherung sei noch recht groß gewesen – aber es habe bereits viel Lob gegeben, so Stephanie Dekker. 

    „In der dritten Woche wurde Teams routiniert von allen Kolleginnen und Kollegen genutzt. Zudem habe es auch bereits digitale Tagungen und Konferenzen der Kollegen, Elternanfragen gab es nur noch vereinzelt”, so Stephanie Dekker weiter, die in der aktuellen Situation auch Chancen sieht: „Ich werde meine Hausaufgaben nie wieder anderes aufgeben, das werde ich nur noch über Teams machen. Sobald die Hürde der Nutzung übersprungen wurde haben wir sehr positive Rückmeldungen seitens der Eltern erhalten.”

    Chancen für die Zukunft

    Landrat Engelhardt sieht in der aktuellen Situation eine „ Chance, die Art wie wir arbeiten weiterzuentwickeln. Ich freue mich, dass wir technisch so gut ausgestattet waren, dies ist ein Erfolg der letzten Jahre. Es ist entscheidend, dass alles in der Anwendung funktioniert, und das hat sich gerade bewährt.”

    Stephanie Dekker betonte abschließend: „Je einfacher die gewählten Mittel zum digitalen Unterricht sind, desto besser ist es. PDF lassen sich ganz schwer bearbeiten und erfordern einen Drucker. Wir arbeiten viel mit Fotos: Viele Kinder arbeiten mit Heften und machen dann Fotos die sie einsenden, dies ist gut zur Kontrolle. Schwieriger ist es bei der Vermittlung von neuem Stoff, hier drehen Kollegen beispielsweise Videos.” Als positiv bewertet die EKS-Schulleiterin, dass nicht nur Papier gespart wird, sondern Microsoft Office für die inhaltliche Arbeit zum Alltag gehören wird. „Ich erlebe eine hohe Professionalisierung im digitalen Bereich. Trotz Distanz sind wir durch die Krise näher zusammengerückt. Es gab und gibt viele positive Rückmeldungen und ich persönlich fühle mich den Kolleginnen und Kollegen enger verbunden als vorher.” Benjamin Kloos

     
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2