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  • Fr., 13. September 2013, 14:03 Uhr
    Verkehr rollt seit Donnerstagmittag vierspurig über den Rhein / Sanierungskosten in Höhe von 13,6 Millionen Euro / Nadelöhr Rosengarten

    Doppelter Brückenschlag vollendet

    Feierliche Brückeneinweihung. Von links: Landrat Matthias Wilkes, OB Michael Kissel, Staatssekretär Jürgen Häfner, MdB Klaus Hagenmann und MdL Jens Guth. Foto: Gernot Kirch


    LAMPERTHEIM/WORMS – Nach rund dreijähriger Bauzeit ist die umfangreiche, rund 13,6 Millionen Euro teure Sanierung der historischen Nibelungenbrücke, die Worms mit dem Ried verbindet, abgeschlossen. Am Donnerstagmittag  übergaben der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch, Staatssekretär Jan Mücke aus Berlin, der rheinland-pfälzische Staatssekretär Jürgen Häfner, Landrat Matthias Wilkes (Bergstraße) und der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel die sanierte Nibelungenbrücke wieder dem Verkehr. Die rund 745 Meter lange Nibelungenbrücke mit ihren beiden Vorlandbrücken aus dem Jahr 1900 und der Strombrücke – eine Spannbetonbrücke aus dem Jahr 1953 – konnten für die Zukunft voll funktionsfähig erhalten und die Konstruktion gleichzeitig an die gestiegenen Verkehrsbelastungen von über 23.000 Fahrzeuge pro Tag angepasst werden.

    Im Raum Worms stellt die B 47 die wichtigste West-Ost-Verbindung dar. Neben ihrer lokalen Bedeutung verbindet sie überregional die linksrheinische Autobahn A 61 mit den rechtsrheinischen Autobahnen A 5 und A 67. Erstmalig steht jetzt den Verkehrsteilnehmern mit der sanierten historischen Nibelungenbrücke und dem parallelen, im Jahr 2008 unter der Regie des Landesbetriebes Mobilität Rheinland-Pfalz fertig gestellten neuen Brückenbauwerk die vierstreifige Querung des Rheins im Zuge der B 47 zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen uneingeschränkt zur Verfügung. Künftig wird die neue zweistreifige Rheinbrücke ausschließlich den Verkehr in Richtung Hessen bewältigen, während die historische, ebenfalls zweistreifige Nibelungenbrücke jetzt die Gegenrichtung übernehmen wird.

    Nadelöhr Rosengarten und Eisenbahnunterführung

    Alles eitel Sonnenschein? Betrachtet man nur die beiden Brückenbauwerke über den Rhein, stimmt das, denn der Verkehr rollt jetzt vierspurige und zügig über den Strom. Doch an den sich anschließenden Straßen stockt der Verkehr immer noch. Und dies besonders auf hessischer Seite. Denn kaum verlässt der Autofahrer die neue Brücken, die von Worms ins Ried führt, muss er zweispurig durch den Rosengarten  tuckern und fährt dann zweispurig weiter an Bürstadt vorbei bis fast nach Lorsch. Ob und wann die Umgehung am Rosengarten vorbei kommt, steht noch nicht definitiv fest. Zwar soll bis Ende des Jahres der Planfeststellungsbeschluss erfolgen, doch wurde das ganze Projekt jüngst wieder in Frage gestellt. Lampertheims Erster Stadtrat Jens Klingler (SPD) äußerte sich am Donnerstag bei der Brückeneinweihung denn auch enttäuscht darüber, dass dieses Thema nicht angesprochen wurde. So kritisierte er den CDU-Landrat, der jüngst eine dreispurige Variante ins Spiel gebracht hätte. Und auch das Regierungspräsidium in Darmstadt würde nun wieder andere Möglichkeiten prüfen. Wann also der Verkehr zügig in Richtung der hessischen Autobahnen rollen wird, kann zurzeit niemand absehen. Selbst im günstigsten Fall, sollen noch weitere 5 Jahre ins Land ziehen.

    Auf rheinland-pfälzischer Seite ist die Situation etwas besser. Von optimalen Bedingen ist man jedoch noch entfernt. Die Gründe hierfür sind die noch nicht bestehende B47 neu, also die Südumgehung um Worms herum in Richtung A61. Hier hängt es noch an einem gerade vor dem Oberverwaltungsgericht in Koblenz anhängendem Gerichtsverfahren sowie dem Umstand, dass das Projekt im Bundesverkehrswegeplan weiterhin die Einstufung „vordringlich” behält. Die andere Hürde, die es auf Wormser Seite noch zu bewältigen gilt, ist der vierspurige Ausbau der B9 in Richtung Mainz. Ein besonders Ärgernis ist hier das Nadelöhr unter der Eisenbahnstrecke Worms - Bensheim hindurch im Wormser Norden auf Höhe des Schnellrestaurants McDonalds. Zwar konnten Oberbürgermeister Michael Kissel und Bundestagsabgeordneter Klaus Hagemann in Gesprächen mit der Bahn eine Übereinkunft erzielen. Bis auch hier der Verkehr vierspurig rollt, werden noch mindestens fünf, realistischer betrachtet, wohl zehn Jahre vergehen.

    Gernot Kirch
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