Kreisbeigeordneter Krug nahm Förderanträge der Baugenossenschaft Lampertheim entgegen
Drei neue Maßnahmen für sozialen Wohnungsraum
Stehen gemeinsam für den sozialen Wohnungsbau: Jens Klingler, Erster Stadtrat der Stadt Lampertheim, Baugenossenschaft-Geschäftsführer Wolfgang Klee, Kreisbeigeordneter Karsten Krug, Erich Schollmaier und Martina Sotornik (beide Baugenossenschaft Lampertheim; v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Der soziale Wohnungsbau ist ein wichtiges Thema der heutigen Zeit. Aus diesem Grund war es Karsten Krug, Kreisbeigeordneter des Kreis Bergstraße, eine besondere Freude und ein wichtiges Anliegen, am Donnerstag Anmeldungen der Baugenossenschaft Lampertheim für Vorhaben des sozialen Wohnungsbaus entgegennehmen zu können. „Dies ist nur ein symbolischer Termin, die Originalunterlagen sind bereits auf dem Weg in das zuständige Ministerium”, versicherte Karsten Krug gegenüber Baugenossenschaft-Geschäftsführer Wolfgang Klee.
„Wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht, werden viele Sonntagsreden geschwungen, aber es wird zu wenig angepackt. Es ist schön, wenn vor Ort etwas geschieht, die Baugenossenschaft Lampertheim ist hier ein leuchtendes Vorbild”, lobte Karsten Krug. „Herzlichen Glückwunsch, dass es hier trotz eines schwierigen Umfeldes gelingt, sozialen Wohnraum zu schaffen und so den Bedarf Stück für Stück weiter abzudecken.”
Wolfgang Klee erläuterte die einzelnen, insgesamt drei Maßnahmen, die neben dem aktuellen Projekt im Heideweg 9 anstehen und für die Fördermittel beantragt wurden. „Wir haben unter anderem Fördermittel für ein Mehrfamilienhaus in der Sophie-Scholl-Straße 55 beantragt. Hier hätten wir gerne direkt sozialen Wohnraum geschaffen, doch dies war aufgrund der finanziellen Gegebenheiten, die das Projekt beansprucht, leider nicht möglich. Daher werden wir die zehn Wohnungen, die hier mit einer Gesamtfläche von 834 Quadratmetern entstehen, zum ortsüblichen Mietzins vermieten und dafür an anderer Stelle aus dem aktuellen Bestand Sozialwohnungen erhalten, die sonst aufgrund des Endes deren Laufzeit als Sozialwohnungen wegfallen würden”, erklärte Wolfgang Klee.
Jens Klingler, Erster Stadtrat der Stadt Lampertheim, ergänzte in diesem Zusammenhang, dass „die Mieter in den bestehenden und betroffenen Wohnungen so die Sicherheit haben, dass sich die Mieten nicht erhöhen.” In der Sophie-Scholl-Straße werden die Bauarbeiten im Jahr 2019 beginnen, geplant ist eine Bauzeit von einem Jahr. Doch bereits ab November werden Wohnungen, die gekündigt werden, bereits erneut als soziale Wohnungen ausgewiesen, auch wenn die neu zu bauenden Ausgleichswohnungen noch nicht fertig sind.
Ein weiteres zur Förderung eingereichtes Projekt befindet sich in der Erzbergerstraße 1 in Hofheim. Hier wird das bereits bestehende Gebäude mit 16 Wohneinheiten derzeit modernisiert. Auf dem dazugehörigen Gelände befindet sich derzeit noch ein Bolzplatz, künftig sollen hier jedoch zwei Baukörper mit jeweils sechs Wohnungen entstehen, mit einer Mietobergrenze von 6,50 Euro pro Quadratmeter.
Das dritte Projekt befindet sich in Neuschloß in direkter Angrenzung an die städtische Kindertagesstätte. Dieses Gelände gehört der katholischen Pfarrgemeinde St. Andreas, derzeit laufen Verhandlungen bezüglich einer Erbpacht oder eines Verkaufs, der von der Baugenossenschaft bevorzugt wird. Hier sollen 14 bis 16 große Wohnungen für kinderreiche Familien geschaffen werden.
„Insgesamt wurden für 37 Wohnungen Förderanträge gestellt”, so Karsten Krug. „370 Wohnungssuchende Haushalte sind derzeit gemeldet, wir können mit diesen Maßnahmen zehn Prozent des Bedarfs decken. Seit Sommer gibt es ein neues Förderprogramm des Landes Hessen, die Baugenossenschaft kann, sofern der Antrag durchgeht, mit einer Million Euro an Zuschüssen für die Projekte rechnen.” Diese haben einen Gesamtinvestitionsbedarf von 8,6 Millionen Euro. Die Stadt Lampertheim fördert die Maßnahmen mit jeweils 10.000 bis 12.000 Euro pro Wohnung.
„In den vergangenen Jahren gab es nahezu keine Förderanträge, die beim Kreis Bergstraße eingegangen sind. Dies hat mehrerer Gründe: Erstens die äußerst unattraktiven Rahmenbedingungen für sozialen Wohnungsbau, zweitens das zur Verfügung stehende Bauland, das nicht immer vorhanden ist und drittens der fehlende politische Gestaltungswille. Dieser ist in Lampertheim zum Glück vorhanden”, lobte der Kreisbeigeordnete.
Jens Klingler betonte hierzu, dass „die Rahmenbedingungen nicht stimmen! Es müssen auch Fördermaßnahmen her, um ausreichend sozialen Wohnungsraum zu schaffen.” Auch die steigenden Baukosten seien zunehmend ein Problem. Dennoch sieht sich die Baugenossenschaft Lampertheim auf einem guten Weg und packt die nunmehr vier aktuellen Projekte mit viel Elan an – und auch künftig möchte die Baugenossenschaft weitere Projekte prüfen und realisieren. Benjamin Kloos