Do., 18. Juni 2020, 14:17 Uhr
VIDEOPRESSEKONFERENZ: Landrat Christian Engelhardt und die Kreisbeigeordneten informierten über die aktuelle Lage im Kreis Bergstraße
„Dürfen im Umgang mit dem Virus nicht leichtsinnig werden”
KREIS BERGSTRASSE – Am Donnerstag informierten Landrat Christian Engelhardt sowie die beiden Kreisbeigeordneten Diana Stolz und Karsten Krug über die aktuelle Lage bezüglich Corona im Kreis Bergstraße.
Dabei nahm Landrat Engelhardt zunächst Bezug auf die Konferenz der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten vom Mittwoch: „Für uns vor Ort ist ganz wichtig, dass der Ausfall der krisenbedingten Gewerbesteuereinnahmen pauschalisiert hälftig von Bund übernommen werden soll, die Länder haben erklärt, dass sie zweite Hälfte übernehmen. Zudem ist wichtig, dass die Regionalisierungsmittel, die für den ÖPNV zur Verfügung gestellt werden, einmalig für 2020 erhöht werden.”
Gleichzeitig mahnte Landrat Engelhardt, im Umgang mit dem Virus nicht leichtsinnig zu werden. „Wir haben wieder steigende Infiziertenzahlen in Deutschland, wenn auch niedriger als am Anfang der Krise. In mehreren Landkreisen wurde bezüglich der Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern die 30 überschritten,in einem bayrischen Ort sogar die 50. Das Virus ist da und ansteckend! Es ist daher wichtig, dass Maßnahmen, die ergriffen werden, sehr ernst genommen werden. In diesem Zusammenhang ist mir die Corona-Warn-App sehr wichtig, aber damit diese wirklich funktioniert, müssen noch mehr Menschen diese App auf dem Handy habe. Die App ist ein wichtiger Beitrag dafür, dass wir mit Lockerungen umgehen können, weil sie helfen soll, Infektionsketten einzugrenzen.”
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz ergänzte: „Genesen bedeutet nicht, dass es ohne Folgen geblieben ist! Denn Genesene haben teils lebenslange Auswirkungen der Erkrankungen. Genesen bedeutet lediglich, dass die akute Erkrankung beendet ist! Lockerungen sind wichtig, aber es sollte uns allen bewusst sein, dass es sowohl Virus als auch Erkrankung noch gibt, daher sind und bleiben Abstandsregelungen weiter wichtig, um einen erneuten starken Ausbruch zu verhindern. In Heidelberg gab es beispielsweise einen sprunghaften Anstieg, dies zeigt, dass es Fallgeschehen noch gibt. Viele Menschen haben Symptome, aber es gibt auch viele Menschen, die keine Symptome haben und nicht wissen, dass sie das Virus in sich und somitVirus weitertragen und verbreiten.”
Am Mittwoch hatte Landrat Engelhardt eine Videopressekonferenz mit den Feuerwehren im Kreis: „Ein Problem, für das es jetzt keine Lösung gibt aber dem wir nachgehen, ist, dass sich die Feuerwehren machen, dass Ausfall der Übungen für Jugendfeuerwehren dazu führen kann, dass Jugendliche ihr Freizeitverhalten durch Corona ändern und nach Corona der Feuerwehr fernbleiben. Die Jugendfeuerwehren sind sehr wichtig, wir werden uns diesem Thema gemeinsam mit Kreisfeuerwehrverband weiter widmen.” Zudem rief Landrat Engelhardt dazu auf, dass alle, die in der Vergangenheit im Rahmen von Festen oder auch sonst an die Feuerwehrvereine gespendet hätten, dies weiter zu tun. „Sie unterstützen damit ehrenamtliches Engagement der Feuerwehr, denn Feuerwervereine sorgen teilweise auch für deren Ausstattung. Lassen Sie den Feuerwehren gerade jetzt Spenden zukommen, da der Brand- und Katastrophenschutz für unsere Bürger eine große Rolle spielt.”
Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug freute sich darüber, dass die letzten Lücken im ÖPNV geschlossen sind und Trennscheiben in die Busse eingebaut wurden, so dass ab dem Wochenende wieder vorne in den Bus eingestiegen werden kann. Zudem sei nur noch eine Flüchtlingsunterkunft in Bensheim unter Quarantäne, die aber in den nächsten Tagen aus der Quarantäne entlassen werden kann. Und auch im Bereich der Bußgeldbescheide gibt es gute Nachrichten: Nur fünf neue Fälle wurden in der letzten Woche angezeigt. Benjamin Kloos